Damit der Spaß mit dem eigenen Swimmingpool ungebrochen und von Dauer bleibt, bedarf es der regelmäßigen und optimalen Poolreinigung. Welche einzelnen Maßnahmen und Aufgaben dazu gehören, erklärt Ihnen dieser Ratgeberartikel.

Die Poolreinigung setzt sich aus verschiedenen Maßnahmen und Komponenten zusammen. Da ist zum einen die Aufbereitung des Poolwassers: Sie wird durch ein automatisches Aufbereitungssystem gesteuert. Das Poolwasser befindet sich dabei in einem dauerhaften, regelmäßigen Kreislauf, in dem es von Schmutzstoffen und Keimen befreit und desinfiziert wird. Diese Form der Poolreinigung gehört zur Grundausstattung eines Swimmingpools. Sie wird vom Schwimmbad-Fachhändler installiert und in der Regel auch von ihnen betreut.

Das allein genügt jedoch nicht, um eine optimale Poolreinigung zu gewährleisten. Zusätzlich muss das Becken regelmäßig gesäubert werden. Experten raten, mindestens einmal pro Woche einen automatischen Poolsauger ins Becken zu lassen, der den Boden und die Wände bis zur Wasserlinie schrubbt und absaugt. An die Stellen, an die der Poolsauger nicht kommt (zum Beispiel die Einstiegstreppe), sollte man mit einem Schrubber manuell arbeiten. Schwimmt sichtbar größerer Schmutz auf der Wasseroberfläche (zum Beispiel Laub), sollten Sie vorher einen Kescher übers Wasser ziehen.

1. Die Wasseraufbereitung: Zentrale Aufgabe der Poolreinigung


Bei der Wasseraufbereitung handelt es sich um einen dauerhaften, im Kreislauf befindlichen Prozess aus Filtration und Desinfektion. Poolwasserexperte Martin Woelk von der Firma Tintometer: „Wichtig ist zum einen eine gleichmäßige Durchströmung des Beckens (Beckenhydraulik). Das heißt, Zu- und Abläufe eines Beckens sollten so konstruiert sein, dass das aufbereitete Wasser gleichmäßig alle Bereiche des Beckens erreicht und keine „Totzonen“ entstehen, in denen sich zum Beispiel vermehrt Algen bilden können.“ Ebenfalls wichtig ist der Zusatz von Frischwasser, vorzugsweise in Trinkwasserqualität. Rein rechnerisch sollten dies täglich etwa 30 Liter pro Badegast sein. Weitere wichtige Faktoren sind die Flockung und die Filtration, welche der mechanischen Reinigung des Schwimmbeckenwassers dient. Außerdem Desinfektion, Oxidation und pH-Wert-Regulierung.

Flockung: Im Schwimmbeckenwasser gibt es feinste, ungelöste Verschmutzungsstoffe, sogenannte Kolloide, die auch durch hochwirksame Filter nur unvollständig zurückgehalten werden können – wie zum Beispiel Körperfette, Kosmetika etc. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, solche  Feinststoffe im Filterbett zurückzuhalten: Man setzt dem Wasser vor der Filtration sogenannte Flockungsmittel zu. Dadurch werden viele dieser feinstverteilten Störstoffe entstabilisiert (elektrisch entladen). Es bilden sich Flocken, in welche diese Feinstoffe eingebunden werden und so ­herausgefiltert werden können.

Desinfektion und Oxidation: So bezeichnet man die Keimtötungsgeschwindigkeit eines Aufbereitungsmittels, zum Beispiel von Chlor. Bei einer ausreichenden Menge im Wasser ist Chlor in der Lage, nahezu 100 Prozent der Keime (Bakterien, Viren, Pilze) abzutöten beziehungsweise unschädlich zu machen, so dass eine gesundheitliche Gefährdung nahezu auszuschließen ist. Bei diesem Prozess wird ein Teil des freien, aktiven Chlors umgewandelt zu Chloraminen (gebundenes Chlor). Dieser Anteil des Chlors hat kaum noch Desinfektionswirkung, verursacht Haut- und Augenreizungen und ist Ursache für den unangenehmen Chlorgeruch. Daher entfernt man die Chloramine aus dem Wasser mithilfe der Oxidation: Gebundenes Chlor wird in andere Stoffe umgewandelt, die im Pool in bestimmten Konzentrationen nicht stören.

pH-Wert-Regulierung: Die ideale pH-Wert-Einstellung bei 7,0 bis 7,4 ist notwendig, damit alle Produkte aus dem Bereich der Desinfektion und Flockung funktionieren,
der Pool in seiner Konstruktion keinen Schaden nimmt wie etwa durch Korrosion oder Kalkausfällung, wir uns im Wasser wohlfühlen und die Haut nicht auslaugt (pH-Wert zu hoch) oder sich rötet (pH-Wert zu tief) und schließlich der Veralgung bereits vorgebeugt wird. Die richtigen Produkte zur pH-Wert Regulierung erhalten Sie beim Fachhändler.

2. Das Becken sauber machen: Reinigung der Poolmaterialien

Der Pool muss mit dem Pool Sauger regelmäßig gepflegt werden. Foto: Behncke GmbH
Der Pool muss mit dem Pool Sauger regelmäßig gepflegt werden. Foto: Behncke GmbH

Mit dem Swimmingpool verhält es sich wie mit dem Haus, der Wohnung, dem Garten oder dem Auto: Ohne regelmäßige Pflege verschmuddelt das wertvolle Eigentum zusehends und die Nutzung macht dann kaum noch Spaß. Darüber hinaus gefährdet ein zu laxer Umgang mit diesem Thema die Beschaffenheit von Material und Technik. Denn was verschmutzt, geht über kurz oder lang kaputt und muss für teuer Geld ersetzt werden.

Welche Pflegemaßnahmen für die Lebensdauer des Pools und den dauerhaften
Badespaß unbedingt nötig sind und wie sie idealerweise gehandhabt
werden erklärt, Petra Ketzer von der Firma „Rund ums Schwimmbad“ bei Ulm: „Zuerst ist es wichtig, die Wasserwerte zu messen, dazu bringen wir zu unseren Kunden immer die entsprechenden Tabs mit. Sie zeigen an, in welche Richtung wir eventuell nachdosieren müssen.“

Poolreinigung auch mal klassisch mit dem Schrubber

Optimale Sauberkeit dient der Werterhaltung der Poolanlage. Zu reinigen gibt es
also eine ganze Menge: Metallbestandteile und Beckenrand müssen regelmäßig gepflegt werden, damit sich dort kein Kalk ablagert. Und schließlich müssen Poolbesitzer den Beckenboden regelmäßig reinigen. Wer diese Arbeiten manuell durchführen möchte, muss die Aufgaben ganz klassisch mit dem Schrubber machen. Damit kommt besonders gut in die Ecken und Kanten und auch die Einstiegstreppe lässt sich damit gut reinigen.

Anschließend wird der automatische Poolroboter ins Wasser gelassen. Er ist für die großen Flächen (Boden und Wände) zuständig. Dabei hängt vom Beckenmaterial ab, welche Bürsten der Roboter benötigt (Folienbecken, Kunststoffbecken, Edelstahlbecken, gefliestes Becken). Die Dauer der Poolreinigung hängt im Wesentlichen davon ab, in welchem Zustand sich der Pool befindet.
Eine besondere Art der Pflege bedürfen übrigens Edelstahl-Einbauten im Pool: Aufgrund der Stoffe, die zur Wassertaufbereitung nötig sind, können aus Edelstahl gefertigte Elemente wie Einstiegsleiter, Handlauf oder Verblendungen von Wasserattraktionen korrodieren, also rosten. Mit speziellen, für Edelstahl komponierten Mitteln, sollten sie regelmäßig gepflegt werden.

3. Der automatische Poolsauger: Ohne ihn klappt keine Poolreinigung

Die Bedienung der Poolreiniger erfolgt zeitgemäß smart und kabellos entweder per Fernbedienung oder, wie im Bild, digital per Smartphone und App. Foto: Behncke GmbH
Automatische Poolsauger machen die Pflege des Schwimmbads für die Besitzer einfach und komfortabel. Die modernen Reinigungsroboter säubern Poolboden und Wände selbstständig und effektiv Boden und Wände, wann immer nötig.
Wichtig ist der richtige Umgang mit dem automatischen Poolroboter. Markus Weber, Geschäftsführer der Behncke GmbH, einem großen Händler von Poolzubehör: Ein Poolreiniger ist wie ein Staubsauger und sollte, so oft der Besitzer das für nötig erachtet, benutzt werden. Die Reinigungshäufigkeit hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise, wie viele Badegäste den Pool benutzen oder in welcher Umgebung er positioniert ist – etwa in Waldnähe oder in der Nähe von Landwirtschaft. Ich empfehle deshalb, eine Reinigung mindestens ein Mal wöchentlich vorzunehmen. Das verbessert auch die Wasserqualität.“
Die unersetzlichen Putzroboter arbeiten mit 24 oder 30 Volt betriebenen Elektromotoren. Einfachere Modelle sind in der Regel mit nur einem Motor ausgestattet, hochwertigere Geräte mit bis zu drei Motoren, wovon dann zwei für den Antrieb und einer für die Pumpe zuständig sind.

Beim Kauf eines Poolreinigers stellt man sich unweigerlich die Frage, wie ein Verheddern des langen Kabels zu vermeiden ist. Hierfür sind die Geräte entweder mit einem sogenannten „Swivel“-Drehgelenk ausgestattet oder der Reiniger ist so programmiert, dass er sich merkt, wie viele Rechtsdrehungen er gemacht hat, die er dann mit ebenso vielen Linkswendungen wieder ausgleicht.

Poolsauger sind individuell programmierbar

Die wendigen Roboter bewegen sich selbstständig im Wasser und können per Fernbedienung oder digital über eine App gesteuert und programmiert werden. Das Angebot an Reinigungs-Programmen variiert: Es gibt Reiniger mit nur einem Standardprogramm, solche mit mehreren Programm­-Optionen, die sich vor allem in ihrer Laufzeit unterscheiden, sowie mit individuell programmierbaren Reinigungsabläufen.

Die Walzen sind an der Vorder- und Hinterseite, bei manchen Reinigern auch zusätzlich an der Geräteunterseite angebracht. Sie bestehen vorwiegend aus PVC und lassen sich in der Regel problemlos bei Oberflächen wie Kunststofffolien einsetzen. Für Pools mit besonders glatten Flächen, etwa Glas oder Keramik, bieten die Hersteller meist spezielle Walzen an. Um ein optimales Reinigungsergebnis zu erreichen, sollten sie auf die Bodenart ausgerichtet sein. Achten Sie beim Kauf eines Poolsauger auch auf die Handhabung der Filterkartusche. Am einfachsten lässt sie sich von oben entnehmen, eine Füllstandsanzeige ist zwar angenehm, aber da Experten eher raten, den Filter nach jedem Reinigungsvorgang zu reinigen, nicht zwingend notwendig. Und noch ein Tipp: Auf einem Transport-Caddy lässt sich der Reiniger bequem und rückenschonend in seine Garage transportieren.

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