Wasserpflege ist das A&O für einen sauberen Swimming-pool. Foto: Dryden Aqua
Wasserpflege ist das A&O für einen sauberen Swimming-pool. Foto: Dryden Aqua

Das Thema Wasserpflege ist eminent wichtig: Schließlich soll die Freude am eigenen Swimming-pool ungetrübt sein, eine einwandfreie Wasserqualität ist dafür entscheidend. Wie und mit welchen Mitteln dies am besten gelingt, lesen Sie in unserem Fachbeitrag.

Das Credo lautet: Schwimmbadwasser ist ein „Lebensmittel“! Der Badende lebt mit seinem ganzen Körper in diesem Wasser, er schluckt es, er riecht es, er bekommt es in die Ohren, die Nase und die Augen. Schwimmbadwasser ist Kreislaufwasser, zirkuliert in der Regel eine Saison und wird nur durch das Nachfüllen von Frischwasser nach der Filterrückspülung bzw. der natürlichen Verdunstung wieder „aufgefrischt“. Daher besteht die Notwendigkeit einer ausgewogenen Wasserpflege.

In öffentlichen Bädern wird dies gesetzlich geregelt und per automatischer Mess-, Regel- und Dosiertechnik umgesetzt und kontrolliert. Für den privaten Bereich übernimmt der Poolbesitzer die Verantwortung für das sorglose, gesunde Badevergnügen.

Ohne gute Filtration und Umwälzung verpufft die Wirkung der chemischen Aufbereitung

Die Wasserpflege kann man in drei Bereiche untergliedern, die aber alle einander bedingen:

  1. physikalische Wasseraufbereitung 
(Filterung, Umwälzung, Beckenhydraulik)
  2. chemische Wasseraufbereitung (pH-Wert, Desinfektion)
  3. zusätzliche Maßnahmen (Flockung, Algenverhütung).

Grundlage für eine perfekt funktionierende Wasserpflege ist sicher die Filtration und Umwälzung, denn ohne diese ist die chemische Aufbereitung nahezu wirkungslos. Jedoch muss man beachten, ein optisch klares Wasser (funktioniert mit guter Filtration) muss kein biologisch reines Wasser sein, es bedarf der chemischen Wasseraufbereitung.

Mit der chemischen Wasseraufbereitung schaffen wir die Voraussetzung für ein „gesundes“ Wasser. Die Basis für die Wasserpflege ist der richtige pH-Wert. Er schafft die Grundlage für die Wirkungsweise der eingesetzten Wasserpflegemittel.
Am besten lässt sich das am Chlor darstellen, das immer noch das gebräuchlichste und am weitesten verbreitete Desinfektionsmittel ist.

Hier zwei Beispiele zur Illustration: Bei einem pH-Wert von 6 liegt die Wirksamkeit des Chlores bei maximal 92 Prozent. Bei einem pH-Wert von 8 dagegen sinkt die Wirksamkeit des Chlores auf maximal 25 Prozent. Das heißt, Sie messen beim Beispiel zwei im Poolwasser 0,8 mg freies Chlor, es wirken aber nur 0,2 mg Chlor. Ähnlich verhält es sich auch bei anderen Desinfektionsmitteln.

Der pH-Wert bedarf deshalb einer ständigen Kontrolle, denn er kann sich permanent ändern: durch Regen, Sonne, Beheizung sowie andere Umwelteinflüsse.

Die Desinfektion wirkt nach der richtigen pH-Wert-Einstellung

Zusammenfassend kann man sagen: Die ideale pH-Wert-Einstellung bei 7,0 bis 7,4 ist notwendig, damit alle Produkte aus dem Bereich der Desinfektion und Flockung funktionieren, der Pool in seiner Konstruktion keinen Schaden nimmt wie etwa durch Korrosion oder Kalkausfällung, wir uns im Wasser wohlfühlen und die Haut nicht auslaugt (pH-Wert zu hoch) oder sich rötet (pH-Wert zu tief) und schließlich der Veralgung bereits vorgebeugt wird. Ein Tipp: Die richtigen Produkte zur pH-Wert Regulierung erhalten sie beim Fachhändler.

Die Desinfektion dient der Schaffung von hygienisch sauberem Wasser und beginnt nach der richtigen pH-Werteinstellung. Das Desinfektionsmittel tötet Bakterien, Keime, Viren und verhindert so die Ausbildung von Pilzen, Biofilmen und Algen. Als Desinfektionsmittel werden in der Praxis folgende Produkte eingesetzt:

  • Chlor
  • Brom
  • Aktivsauerstoff
  • 
PHMB-Produkte, sogenannte Biguanide 
(PolyHexanMethylenBiguanid)

Chlor ist ein universell einsetzbares und erprobtes Desinfektionsmittel, welches man als Tabletten in unterschiedlicher Größe, eventuell kombiniert mit Flockungsmittel (nicht geeignet für Kartuschenfilter) und/oder Algenschutz, bzw. Granulat einsetzen kann. Flüssiges Chlor wird speziell bei der automatischen Dosierung angewendet. Desweiteren gibt es spezielle „schnelllösliche Chlorprodukte“, die unter anderem für Stoßchlorung bei starker Trübung oder Veralgung Anwendung finden. Achtung: Verbrauchtes (gebundenes Chlor) im Wasser führt zu unangenehmem Chlorgeruch, dem man durch regelmäßige Frischwasserzufuhr, zum ­Beispiel nach der Rückspülung entgegen wirkt.

Brom, Aktivsauerstoff und andere Desinfektionsmittel

Ein Hinweis zu Brom: die Tablette bzw. der Stick löst sich im Wasser nur langsam auf und wird daher in einer sogenannten „Bromschleuse“ aufgelöst und über ein Dosierventil dem Wasserkreislauf zugegeben.

Aktivsauerstoff ist eine hautfreundliche, geruchlose, sanfte Art der Desinfektion, dabei handelt es sich um sauerstoffabspaltende Verbindungen wie Wasserstoffperoxid oder Persulfat. Angeboten werden die Produkte als Tabletten, Granulat und in flüssiger Form für die automatische Dosierung. PHMB-Produkte gibt es von einigen Herstellern. Die Anwendung ist unter Berücksichtigung der Herstellerhinweise einfach und sicher. Das Produkt ist nicht mit Chlor kombinierbar.

Neben diesen Produkten werden zur Unterstützung bzw. Senkung des Chemikalienverbrauches die Verfahren zur Desinfektion durch Ozon bzw. UV zum Einsatz gebracht. Beide Verfahren sind ergänzend, da keine Depotwirkung (bleibendes Desinfektionspotenzial) von ihnen ausgeht.

Für den klaren Durchblick im Wasser sorgt das Flockungsmittel. Dieses bindet kleinste Schwebeteilchen zu größeren Einheiten, die auf diese Weise gefiltert werden können.

Algizide dienen hauptsächlich der Verhinderung von Algenbildung und nicht der Algenbekämpfung. Bei starkem Algenbefall hilft im Prinzip nur eine Stoßchlorierung. Alle Prozesse sind auch im privaten Bereich teilweise oder auch komplett automatisierbar.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Wasseraufbereitung ist ein komplexer Prozess, der bereits bei der Planung des Pools Berücksichtigung finden muss:

  1. Art der Desinfektion (mit Chlor oder chlorfrei),
  2. Welches Wasser kommt zum Einsatz (Ortswasseranalyse empfohlen), so wird zum Beispiel von Brunnenwasser abgeraten, da hier meist ein sehr hoher Mineraliengehalt zu verzeichnen ist, wodurch es zu unschönen Verfärbungen im Pool kommen kann.
  3. Ausreichende Auslegung des Technikraumes.

In Zusammenarbeit mit dem Fachhändler werden individuelle, den ört­lichen Gegebenheiten angepasste Lösungen angeboten.

Text: Rainer Fröhlich

Bayrol: Variabler Chloreinsatz

Für die konventionelle Desinfektion mit Chlor hat Bayrol ein umfangreiches Sortiment.
„Varitab“ ist eine 300 g-Multifunktions-Chlortablette, die u.a. für die Stoßdesinfektion des Sandfilters, die Dauerdesinfektion des Poolwassers, die Flockung sowie die Härte- und Chlorstabilisierung eingesetzt wird (ca. alle zwei Wochen). Das Granulat „Complete & Easy“ sorgt für die wöchentliche Desinfektion des Poolwassers sowie für die Algenverhütung. Foto: www.bayrol.de

Topras: Intuitiv und automatisch

„TopMatic“ von Topras ist ein automatisches Mess- und Regelsystem für pH-Wert und Desinfektion. Sobald Abweichungen von den Grenzwerten vorliegen, informiert das System durch ein akustisches und optisches Signal. Die Bedi
enung der „TopMatic“ erfolgt intuitiv, auf einem großen, vierzeiligen Display lassen sich alle Werte bequem ablesen. Foto: www.topras.de

Peraqua: Selbstreinigendes System

Vollautomatisch, hygienisch und komfortabel – das sind die Attribute der selbstreinigenden Salzelektrolysesysteme von Peraqua. Die kompakte Bauweise ist auf den Einsatz in Technikräumen abgestimmt. Hochwertige Bauteile wie Elektroden aus Titan sorgen für eine lange Lebensdauer. Übersichtliche Displays dokumentieren die wichtigsten Werte wie Temperatur, Salzniveau oder den Zustand der selbstreinigenden Zelle auf einen Blick. Foto: www.peraqua.com

Chemoform: Bio-Flocken

„Delphin Multiflock Bio“ ist ein biologisch abbaubares Flockungsmittel – es bildet große filterbare Flocken, entfernt gebundene Phosphate und Schwermetalle (Kupfer) und beseitigt Sonnenmilchrückstände aus dem Wasser. Das Produkt basiert komplett auf nachwachsenden Rohstoffen und kann mit allen Desinfektionsmethoden kombiniert werden.  Foto: www.chemoform.de

Dinotec: Ozon-basiert

„din-o-zon K2″ basiert auf Ozon-Technik und steht für eine umweltentlastende, hygienisch saubere Schwimmbadwasserpflege. Damit wird der Einsatz chemischer Wasserpflegemittel deutlich reduziert. Ozon wird auf physikalischem Weg aus Luftsauerstoff gewonnen und zerfällt nach der Reaktion mit Bakterien und organischen Stoffen wieder zu Sauerstoff. Die Ozonherstellung wird von dem Gerät unmittelbar am Einsatzort und immer nur in den erforderlichen Mengen realisiert. Foto: www.dinotec.de

Dryden Aqua: Sorgt für Flockung

APF (All Poly Floc) ist ein Koagulations- und Flockungsmittel. Es flockt kleinste Trübstoffe zu großen filtrierbaren Flocken und koaguliert auch gelöste Stoffe wie Phosphate. Richtig angewendet kann APF den Verbrauch an Oxidationsmitteln um bis zu 80 Prozent reduzieren. Die Dosierung sollte über eine Flockungspumpe erfolgen. Im optimalen Fall wird APF über einen ZPM-Mischer ­(statischer Mischer) vor dem Filter zugegeben. Foto: www.drydenaqua.com

Pentair: Chlor aus Tafelsalz

Mit „iChlor“ hat Pentair einen Salz-Chlorgenerator im Angebot, der normales Tafelsalz für die Chlorproduktion verwendet. Dabei ist die Desinfektionsleistung die gleiche wie bei der manuellen Chlorzugabe. Auf einer Anzeige kann der Salzgehalt, die Zellensauberkeit, der Desinfektionsausstoß und der Wasserdurchfluss kontrolliert werden. Integrierte Sensoren sorgen dafür, dass der Wasserdurchfluss für eine sichere Chlorproduktion ausreichend ist. Das Gerät eignet sich für Pools bis 75 000 Liter. Foto: www.pentair.com

Saltmaster: Weniger Salz

„Aqualine Fresh“ ist eine Rohrzellen-Elektrolyseanlage. Dank einer neu beschichteten Elektrolysezelle arbeitet das Gerät sehr effizient, das heißt es ist deutlich weniger Salz für die Chlorproduktion erforderlich. Das Gerät ist in zwei Varianten erhältlich: AF 15 erzeugt 15 Gramm Chlor pro Stunde, AF 22 im gleichen Zeitraum 22 Gramm. Foto: www.saltmaster.at