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Pflege muss sein: Tipps für die richtige Reinigung des Pools

25.04.2016

Klares, gepflegtes Poolwasser beschert Badefreuden pur. Foto: Tintometer

Schließlich möchte niemand in Mitten von Algen, Insekten oder Kalkablagerungen plantschen. Diese bilden sich relativ schnell, wenn die Reinigung vernachlässigt wird. Wir stellen fünf Schritte vor, die zu einem sauberen Pool führen. Badewasser im Pool lässt sich aus ökologischen Gründen nicht ständig austauschen, weshalb Experten hier vom sogenannten Kreislaufwasser sprechen.

Um ein optimales Badevergnügen zu gewährleisten, sollte jeder Poolbesitzer in regelmäßigen Abständen eine Wasseranalyse und Wasserpflege durchführen. Die wichtigsten Parameter die zu überprüfen sind, sind der pH-Wert, der Chlorgehalt, die Alkalität und der Gehalt an Cyanursäure. Zur Desinfektion, Regulierung des pH-Werts und der Beseitigung von Algen und Flockungen existieren zudem eine Bandbreite an entsprechenden Wasserpflegemitteln. 

1. Die Regulierung des pH-Wertes

Wer einen sauberen Pool haben möchte, muss zuerst auf den richtigen pH-Wert des Wassers achten. Ein pH-Wert zwischen 7,0 bis 7,4 ist ideal. Ist der Wert zu niedrig oder zu hoch, kann dies unangenehme Folgen für den Schwimmenden sowie den Pool haben (siehe Tabelle). Daher empfiehlt es sich, mit einem Pooltester den Wert ein- bis zweimal die Woche zu überprüfen. Hilfsmittel wie pH-Senker- oder Heber – in Granulat- oder Flüssigform – helfen, um das Wasser zu regulieren.

Achtung! Einige Pflege- und Desinfektionsmittel wirken nur bei bestimmten pH-Werten – stimmt der Wert nicht, verlieren sie ihre Wirkung.

Hier eine Übersicht der Folgen bei zu niedrigen sowie zu hohen pH-Werten:

Übersicht über die Folgen von pH-Werten. Tabelle: seo2b

2. Desinfizieren

Bakterien und Keimen mit chemischen Mitteln den Garaus machen: Verschmutztes und warmes Poolwasser bieten Bakterien und Keimen einen perfekten Nährboden, um sich schnell zu vermehren. Aus diesem Grund ist es ratsam, dem Pool regelmäßig Chlor hinzuzufügen – es ist die bekannteste Desinfektionsmethode im Schwimmbadbereich.

Oftmals wird dem Chlor als Stabilisator Cyanursäure beigefügt, um es vor einem schnellen Abbau durch die UV-Strahlung zu schützen. Die chemische Keule desinfiziert das Wasser, hat aber je nach Handhabung des Chlormittels (Granulat oder Tabletten) eine andere Konsistenz. 

Wird Granulat verwendet, bedarf es einer regelmäßigen Kontrolle des Chlorgehalts. Falls der Chlorwert abweicht, ist es ratsam, dem Wasser unverzüglich Chlor beizufügen. Dabei eignet sich das Granulat entweder für die Neufüllung des Pools nach dem Frühjahrsputz oder als Hilfsmittel, wenn die Pflege ein wenig gelitten hat. Wenn sich Algen gebildet haben, kann eine Stoßchlorung sinnvoll sein.

Kommen Chlortabletten zum Einsatz, entfällt die tägliche Messung. Sie werden lediglich in einen Dosierschwimmer oder Skimmer gesetzt, die das Chlor kontinuierlich ins Wasser geben. Der Wert sollte zwischen 0,5 und 1,0 Milligramm pro Liter (mg/l) liegen.

Moderne Pooltestgeräte zeigen im Nu alle wichtigen Parameter des Poolwassers an. Foto: Tintometer

Alternative Methoden

Salzelektrolyse: Wer aus Gründen der Hautverträglichkeit nicht möchte, dass Chlor direkt dem Badewasser beigemischt wird, kann auf die alternative Methode der Salzelektrolyse zurückgreifen. Dabei wird im Zuge der Wasseraufbereitung die Desinfektion per Beigabe von natürlichem Kochsalz erzeugt. In einer Elektrolysezelle wird das gelöste Salz mithilfe elektrischen Stroms umgesetzt, wobei das zur Desinfektion benötigte Chlorgas entsteht. Einen ausführlichen Artikel zu dem Thema lesen Sie in SCHWIMMBAD + SAUNA, Ausgabe 1/2-2016 (hier bestellen!).

Aktivsauerstoff: Eine weitere Alternative ist die Nutzung von Aktivsauerstoff, wie das Onlinemagazin Wohnnet schreibt. Hierbei handle es sich um „chemische Substanzen, die aus Peroxiden Aktivsauerstoff abspalten“. In der richtigen Dosierung kommt es einer Desinfektion mit Chlor gleich, wobei der Aktivsauerstoff hautfreundlicher, geruchsloser und sanfter ist.

Achtung! Für die richtige Dosierung des Pflegemittels muss man wissen, wie viel Kubikmeter Wasser der eigene Pool umfasst. Deshalb ist je nach Beckentyp eine Berechnung notwendig. Denn zu viel Chlor verursacht Hautreizungen oder Bindehautentzündungen.

3. Kampf den Algen

Glitschig, grün, trüb und unansehnlich – Algen entstehen schnell. Ursächlich hierfür können unter anderem die falsche Pflege, ein niedriger Chlorgehalt im Wasser oder ein abweichender pH-Wert sein. Um Algenbildung vorzubeugen, ist es empfehlenswert, neben einem Chlorgehalt von 1,0 bis 3,0 mg/l auch Algizide einzusetzen. Dabei ist auf die Dosierung der Herstellerangaben zu achten.

Was tun, wenn das Wasser grün und trüb ist? An dieser Stelle kann nur noch eine Stoßchlorung helfen, bei der der pH-Wert des Wassers 7,2 betragen muss. Darüber hinaus sollte das Wasser nicht beheizt sein, jedoch eine Temperatur von 15 Grad Celsius aufweisen. Bevor der Poolbesitzer Chlor (egal, ob als Tabletten, Granulat oder Flüssigpräparat) ins Wasser hinzugibt, ist es sinnvoll den Filter vorher ausreichend durchzuspülen, damit sich dort keine Algen ablagern. Ist dieser Schritt abgehakt, empfiehlt es sich, so viel Chlor rein zu kippen, bis das Wasser sich grau färbt.

Danach ist zu prüfen, ob das Wasser einen pH-Wert zwischen 7,0 und 7,4 aufweist. Ist dies nicht der Fall, kommen pH-Senker oder -Heber zum Einsatz, um den richtigen Wert zu erreichen. Am Ende wird das Algizid ins Wasser gefüllt. Das verhindert eine erneute Algenbildung. Sollte die Algenbildung zu hartnäckig sein, ist es sinnvoll, den Pool komplett zu entleeren und gründlich zu reinigen.

4. Flockung verhindern

Kleine Schmutzpartikel lassen sich vom Filter oftmals nicht erfassen. Das hat zur Folge, dass sie sich im Becken ansammeln und für trübes Wasser sorgen. Diese Flocken-Bildung wird durch den Einsatz von Flockungsmitteln verhindert. Sie binden die kleinen Partikel, was zur Folge hat, dass sie groß genug sind, um von der Filteranlage – nur bei Sandfiltern möglich – aufgenommen zu werden. Neben der Dosierung des Flockungsmittels und einer angemessenen Filtergeschwindigkeit ist auch der pH-Wert wichtig, um die Bildung der Schmutzpartikel zu verhindern.

5. Mit dem Filtersystem klar Schiff machen

Es heißt, dass die Filteranlage das Herzstück jeder Wasseraufbereitung ist. Damit diese auch bestmöglich funktioniert, muss laut Anbieter pooltotal auf seiner Webseite die Filteranlage auch passend zur Poolgröße gewählt werden. In Deutschland hat sich der Sandfilter als gängigste Filterart bewehrt.

Damit das Wasser von sämtlichen Schmutz befreit wird, empfiehlt es sich, die Anlage zwei- bis dreimal täglich anzustellen. Die Filterlaufzeit richtet sich hierbei nach dem Volumen des Pools sowie der Umwälzleistung des Filters. Dabei gilt: je langsamer, desto besser. Generell lässt sich festhalten, dass die optimale Filtrationsdauer bei vielen Swimmingpools neun bis zehn Stunden pro Tag beträgt.

Um den Filter nicht zu verdrecken, sollten Poolbesitzer mindestens einmal in der Woche eine Filterspülung durchführen – am besten für fünf Minuten. So ersparen sie sich die Zugabe von Pflegemitteln. Wird die Reinigung des Filters vernachlässigt, verschlechtert sich die Wasserqualität: Keime entstehen und gelangen somit ins Wasser, was den Verbrauch an Desinfektionsmitteln erhöht.

Wenn alle Kriterien der Wasserpflege sorgfältig beachtet wurden, ist das Poolwasser dauerhaft so klar und sauber wie in diesem Schwimmbecken. Foto: Tom Philippi

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