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Susi

Den Pool durchs Jahr bringen: Serie Teil 4 - Reinigung und Pflege

18.09.2018

Eine saubere Sache: Der automatische Poolroboter reinigt das Schwimmbecken. Foto: Behncke GmbH

Mit dem Swimmingpool verhält es sich wie mit dem Haus, der Wohnung, dem Garten oder dem Auto: Ohne regelmäßige Pflege verschmuddelt das wertvolle Eigentum zusehends und die Nutzung macht dann kaum noch Spaß. Darüber hinaus gefährdet ein zu laxer Umgang mit diesem Thema die Beschaffenheit von Material und Technik. Denn was verschmutzt, geht über kurz oder lang kaputt und muss für teuer Geld ersetzt werden.

Im 4. Teil unserer Serie erklären wir, welche Pflegemaßnahmen für die Lebensdauer des Pools und den dauerhaften Badespaß unbedingt nötig sind und wie sie idealerweise gehandhabt werden. Im folgenden Interview erklärt Markus Weber, Geschäftsführer der Behncke GmbH, den richtigen Umgang mit dem automatischen Poolroboter.

Frage: Herr Weber, in welchen Intervallen sollten Poolbesitzer ihren Poolreiniger während der Badesaison ins Becken lassen?
Weber: Ein Poolreiniger ist wie ein Staubsauger und sollte, so oft der Besitzer das für nötig erachtet, benutzt werden. Die Reinigungshäufigkeit hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise, wie viele Badegäste den Pool benutzen oder in welcher Umgebung er positioniert ist – etwa in Waldnähe oder in der Nähe von Landwirtschaft. Ich empfehle deshalb guten Gewissens, eine Reinigung mindestens ein Mal wöchentlich vorzunehmen. Das verbessert auch die Wasserqualität.

Womit muss ein Poolroboter technisch ausgestattet sein, um allen Ansprüchen zu genügen?
Am wichtigsten ist die Reinigung des Poolbodens. Alle Verunreinigungen, die ins Wasser fallen, sammeln sich dort automatisch an. Die gängigen Poolroboter-Modelle übernehmen diese Säuberungsarbeiten zuverlässig. Es gibt außerdem weitere Modelle, die durch Raupenbänder klettern können und dadurch auch Wasserlinie und Wände putzen. Viele Modelle gibt es außerdem mit einem Bürstensystem mit der Bezeichnung "Active Brush". Bei ihnen drehen sich die Bürsten doppelt so schnell wie bei vergleichbaren Poolrobotern.

Wie muss der automatische Poolreiniger eingestellt sein, damit man möglichst wenig Arbeit hat, der Pool aber dennoch perfekt sauber wird? Und gibt es Handgriffe oder Einstellungen, die Poolbesitzer vor, während und nach der Reinigung noch vornehmen müssen?
Nach dem Kauf ist die Inbetriebnahme denkbar einfach. Bei Modellen mit Fernbedienung muss man die Parameter ein Mal einstellen, bei Robotern mit Caddy muss dieser montiert werden. Außerdem dürfen Poolbesitzer bei allen Saugern nicht vergessen, die Filterkartuschen vor der ersten Fahrt im Pool einzusetzen. Danach können sie die Reinigung dem Roboter überlassen.

Kann auch etwas schiefgehen und wenn ja, warum?
Poolreinigung mit Robotern ist wirklich eine denkbar unkomplizierte Angelegenheit. Wer sich von Anfang an mit seinem Gerät ein wenig auseinandersetzt, also zum Beispiel die Betriebsanleitung aufmerksam durchliest, kann seinem Reinigungsroboter den Rest der Arbeit überlassen. Selbst wenn der Pool ein sogenanntes Freiformbecken ist, also keine klassisch rechteckige Form hat, gibt es keinen Grund zur Sorge. Die namhaften Hersteller haben auch Roboter für anspruchsvolle Poolformen im Programm. Eine automatische Reinigung ist also auch hier kein Problem.

Markus Weber, Geschäftsführer der Behncke GmbH

Worauf ist bei der manuellen Poolreinigung zwingend zu achten?
Optimale Sauberkeit dient ja der Werterhaltung der Anlage. Zu reinigen gibt es also eine ganze Menge: Metallbestandteile und Beckenrand müssen regelmäßig gepflegt werden, damit sich dort kein Kalk ablagert. Und schließlich müssen Poolbesitzer den Beckenboden regelmäßig reinigen. Wer diese Arbeiten manuell durchführen möchte, muss die Aufgaben ganz klassisch mit dem Schrubber machen. Von meinem eigenen Pool weiß ich, dass man angesichts solcher Aufgaben sehr schnell einen Reinigungsroboter nicht mehr missen will.

Wenn sich an manchen Stellen im Becken zum Beispiel Algen oder Biofilm bilden, was ist dann zu tun?
Algenbefall erfordert schnelles Handeln. Eine Methode ist die Stoßchlorierung: Je nach Herstellerangaben und Pool mischt man die vorgegebene Menge über die Filteranlage ins Wasser. Gegebenenfalls ist eine Rückspülung der Filteranlage erforderlich. Der Weisheit letzter Schluss ist jedoch die komplette Entleerung und akribische Reinigung aller Komponenten. Wer Algenbefall vermeiden will, kommt um konstante, akribische Sauberkeit nicht herum. Wie wir wissen, wachsen Algen mit Licht. Wenn also niemand badet, kann auch eine Abdeckung gegen die ungewünschten Organismen helfen. Durch den Entzug von Phosphaten im Poolwasser kann man Algenbildung ebenfalls sehr wirksam vorbeugen.

Wie und wie häufig muss der Poolroboter gepflegt und gewartet sein, damit dieser möglichst lange einen guten Job verrichtet?
Bei entsprechender Wartung und Pflege haben Poolbesitzer sehr lange Freude an ihrem automatischen Reinigungsroboter. Konkrete Ratschläge unterscheiden sich jedoch von Modell zu Modell. Wer allerdings die Filtrierung konsequent sauber hält, hat schon die halbe Miete.

Welche Teile am Poolroboter verschleißen am häufigsten und wie äußert sich das?
Es gibt keine Teile an Poolrobotern, die schneller als andere verschleißen. Bei entsprechender Wartung und Pflege sind die automatischen Reiniger wirklich sehr langlebig. Vor kurzem war ein 26 Jahre alter Poolroboter im Maytronics-Servicecenter zur Reparatur. Jetzt dreht er wieder wie gewohnt im Schwimmbecken des Besitzers seine Runden.

Welchen Service sollten die Hersteller mindestens leisten?
Da kann ich nur für unser Maytronics-Servicecenter in Putzbrunn sprechen: Kein Roboter verlässt nach der Reparatur das Haus, ohne im Testbecken nicht noch eine Generalprobe absolviert zu haben. Die zuständigen Kollegen dort sind umfassend geschult und sehr erfahren im Umgang mit Reinigungsrobotern. Und immer bereit, den Kunden schnell, pragmatisch und unbürokratisch Unterstützung mit ihren automatischen Reinigungsroboter zu leisten.

Zur Poolreinigung gehört auch die Rückspülung des Filters und die Funktionsfähigkeit des Skimmers. Was ist hierbei zu tun?
Privaten Poolbesitzern empfehle ich eine wöchentliche Rückspülung; für den Vorgang können Sie ungefähr drei Minuten veranschlagen. Den Skimmer reinigen Sie am besten manuell, indem Sie den Siebkorb aus der Serviceöffnung holen und den aufgefangenen Schmutz entfernen. Meistens ist dieser in einer Serviceöffnung in der Poolumrandung untergebracht. Die Behncke GmbH etwa stellt einen Skimmer her, dessen Siebkorb über einen Fronteinschub entfernt werden kann.

Markus Weber ist Geschäftsführer der Behncke GmbH aus Putzbrunn
bei München. Behncke ist einer der größten Hersteller und Händler von
Schwimmbad-Komponenten
auf dem deutschsprachigen Markt. Im Bereich
Poolreinigung vertritt sie die israelische Firma Maytronics und deren Poolroboter-Linie der Marke "Dolphin".

Der Artikel erschien in der Ausgabe 9/10-2018 von SCHWIMMBAD+SAUNA (hier bestellen!)


Weitere Artikel zum Thema Poolreinigung:

Marktübersicht Poolreiniger

Pflege muss sein: Tipps für die richtige Reinigung des Pools

Automatische Poolreinigung: Einsatz unter Wasser

Über die Pflege von Edelstahl am Pool


Bisher erschienene Artikel der Serie "Den Pool durchs Jahr bringen":

Teil 1: Der Start in die Saison (erschienen in SCHWIMMBAD+SAUNA, Ausgabe 3/4-2018)

Teil 2: Energie-Management (erschienen in SCHWIMMBAD+SAUNA, Ausgabe 5/6-2018)

Teil 3: Den Pool steuern und regeln (erschienen in SCHWIMMBAD+SAUNA, Ausgabe 7/8-2018)

 

In der nachstehenden Bildergalerie zeigt die Schwimmbad-Fachhändlerin Petra Ketzer von der Firma "Rund ums Schwimmbad" aus Ulm, wie sie eine Poolpflege als Dienstleistung beim Kunden durchführt.

Erste Maßnahme ist die Prüfung der Wasserwerte. „Wir machen das immer manuell und bringen die Tabs dazu mit.“ Foto: Joachim Scheible
Wichtig ist vor allem der pH-Wert des Wassers. Bei Abweichungen vom Idealwert wird nachdosiert. Foto: Joachim Scheible
Dann folgt die Beckenreinigung. Mit dem Handschrubber reinigt sie die Treppe sowie alle Ecken und Kanten. Foto: Joachim Scheible
Jetzt kann Petra Ketzer den automatischen Poolroboter ins Wasser lassen. Er ist für die großen Flächen zuständig. Foto: Joachim Scheible
Als Partnerin von Zodiac verwendet sie ein Modell der Marke „Vortex“. Per einfachem Tastendruck legt er los. Foto: Joachim Scheible
Vom Beckenmaterial (Kunststoff, Folie oder Edelstahl) hängt ab, welche Bürsten der Roboter benötigt. Foto: Joachim Scheible
Automatische Poolroboter reinigen selbstständig Beckenboden und -wände. Sie wissen, was zu tun ist! Foto: Joachim Scheible
Dann wird der Filterkorb gereinigt und das Gehäuse von innen etwas ausgepritzt. Zum Schluss führt Petra Ketzer eine Rückspülung der Filteranlage des Pools durch. Foto: Joachim Scheible
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