Poolbau im Garten: Schritt für Schritt zum eigenen Pool

Der Sommer ist in vollem Gange, das Thermometer klettert stetig nach oben. Der August startete sommerlich mit Temperaturen von bis zu 39 Grad. Wer träumt an diesen Tagen nicht von einem Sprung ins kühle Nass? Viele wünschen sich vor allem angesichts der immer heißer werdenden Sommer einen eigenen Pool für ihr Zuhause. Doch es gibt einiges beim Poolbau im Garten zu beachten. Wir zeigen Ihnen, was Sie vor und während dem Poolbau im Garten beachten müssen, damit ihr Projekt Pool erfolgreich wird.

Welcher Pool ist der Richtige?

Beim Poolbau im Garten steht die Frage nach der Beckenart an erster Stelle. Dabei gibt es nicht nur die verschiedenen Materialien zu beachten, sondern auch unterschiedliche Formen und die Arten der Wasseraufbereitung. Je nach Belieben gibt es die Möglichkeit eines Pools aus Beton, Styroporsteinen, Edelstahl oder Kunststoff. Bei den Formen sind dank der Materialvielfalt keine Grenzen gesetzt: Ob klassisch rechteckig, als Achtformbecken oder im „Infinity“-Stil, das ist letztendlich eine Frage des eigenen Geschmacks.

Die einzelnen Beckenarten mit ihren jeweiligen Vorteilen sehen Sie in der Bildergalerie.

Flexible Polyolefine (FPO)

Dieses Kunststoffmaterial ist robust, hat eine hohe Festigkeit und lange Haltbarkeit. Es ist sehr beständig gegenüber Wasserpflegemitteln und besticht vor allem durch sein geringes Gewicht: FPO-Pools können auch an schwer zu erreichenden Orten platziert werden.

Pool: Veltmann Pools / Foto: Patrik Hänggi

Foto: Rüegg Udo AG

Betonpool

Ein Pool aus Beton überzeugt besonders durch seine Stabilität. Zudem sind hier individuelle Formen möglich. Betonpools können mit einer PVC-Folie oder Mosaikplatten als Beckenauskleidung ausgestattet oder wie hier auf dem Bild, mit Sichtbeton gestaltet werden.

Pool + Foto: Rüegg Schwimmbäder

Eleganter Edelstahlpool von Berndorf Bäderbau. Foto: Tom Philippi

Edelstahl

Die wohl eleganteste Poolvariante ist der Edelstahlpool. Er ist frei formbar und liefert eine große gestalterische Freiheit bezüglich der Beckenform und -größe sowie beim Zubehör. Edelstahl ist außerdem langlebig und witterungsbeständig.


Pool: Berndorf Bäderbau / Foto: Tom Philippi

Bei dieser Variante eines Styroporpools von Hobby Pool wurde der Beckenumgang und -boden mit Ceramic ausgekleidet. Foto: Tom Philippi

Styroporbecken

Diese Beckenart wird aus Blöcken aus verdichtetem Styropor zusammengesetzt und mit Beton aufgefüllt (Schalungssystem). Die Vorteile liegen hier bei dem geringen Gewicht, einem einfachen Zusammenbau und dem niedrigen Energiebedarf aufgrund der guten Isolierung.

Pool: Hobby Pool / Foto: Tom Philippi

Knäbe Pool & Wellness Novacomet

Glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK)

Auch diese Form des Kunststoffs punktet mit einem geringen Gewicht sowie einer einfachen, kurzen Montage. GFK hat eine hohe Festigkeit und ist beständig gegenüber Wasserpflegemitteln, hat eine lange Haltbarkeit der Beckenform und ist stabil.

Pool: Novacomet / Foto: Tom Bendix

Polyvinylchlorid (PVC)

PVC ist die dritte, gängige Variante von Kunststoff in Pools. Es ist formstabil, besitzt eine angenehme, glatte Oberfläche und hat eine geringe Abnutzung. Des Weiteren ist PVC temperaturbeständig, diffusionsdicht und kann je nach Belieben befliest werden.

Pool: KWS / Foto: Bernd Hauers

Wie groß soll mein Pool werden?

Wie groß der Pool werden soll, hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab. Für den Vielschwimmer empfiehlt sich eine Länge von mindestens acht Metern. Die gängige Tiefe von 1,50 Metern ist dafür ausreichend. Wer keinen großen Wert auf langes Bahnenschwimmen legt, kann sich beim Poolbau im Garten für eine Rundform entscheiden. Diese Becken sind, wie im ersten Absatz beschrieben, kostengünstig und einfach zu installieren. Ansonsten variiert die Größe des Pools, je nach Platz und Wünschen des Poolbesitzers. So ist beispielsweise ein Minipool für kleine Gärten möglich.

Minipool Thalia mit Pool Isolierung von Nemo Pool/Topras
Beim Poolbau im Garten bietet sich für kleinere Gärten die platzsparende Variante des Minipools an. Becken: Novacomet Modell Thalia

Wo ist der perfekte Standort?

Der richtige Standort beim Poolbau im Garten ist entscheidend, wenn es um Komfort und Nutzwert geht. Generell gilt: möglichst sonnig und windstill, nicht direkt unter Bäumen. Eine sonnige Lage trägt zum Wohlbefinden der Badegäste bei, zudem kann man die kostenlose Sonnenenergie zur Erwärmung des Wassers nutzen. Durch eine windgeschützte Lage vermeiden Sie Wärmeverluste des Wassers. Wenn in der Nähe des Schwimmbeckens wenig Bäume oder Büsche stehen, erleichtert dies die Poolpflege enorm. Dann gibt es weniger Laub, das man aus dem Wasser fischen muss. Noch ein Tipp: Kurze Wegstrecken zwischen Pool und Haus sind bequem und erleichtern die optische Anbindung an die Terrasse. Überprüfen Sie zudem unbedingt die Bodenbeschaffenheit. Bei der Platzierung des Technikraums gilt es unnötig lange Leitungen zu vermeiden, er sollte trocken, frostfrei, be- und entlüftet sein.

Wie funktioniert die Wasseraufbereitung?

Beim Poolbau im Garten müssen Sie sich zwingend mit dem Thema der Wasseraufbereitung auseinandersetzen. Grundsätzlich wird zwischen zwei Varianten unterschieden: Das technisch einfachere und somit kostengünstigere Prinzip ist der Skimmer. Wie in der Grafik zu sehen, wird hier mithilfe der Umwälzpumpe (3) das Bodenwasser über den Bodenablauf (1) und den Skimmer (2) in die Filteranlage (4) befördert. Danach geht das Wasser in gereinigtem Zustand durch die Wärmepumpe (5) und anschließend über die Einströmdüsen (7) zurück in das Becken. Ergänzend kommt hier oft eine Salzelektrolyseeinheit (6) zur Desinfektion des Wassers zum Einsatz.

Poolbau im Garten: So sieht die Wasseraufbereitung mittels Skimmer aus. Grafik: Fluidra

Bei der Überlaufrinne wird das Oberflächenwasser direkt von der Rinne aufgenommen und zur Filteranlage befördert. Dies ist effizient und vermeidet zusätzlich den unschönen Schmutzrand am Becken. Die Überlaufrinne benötigt jedoch aufgrund des Einbaus mehr Platz als der Skimmer. Ein Pluspunkt der Überlaufrinne sind die gestalterischen Möglichkeiten. Eine Variante ist die hochliegende Rinne, die eine nahtlose Verbindung von Wasser und Beckenrand schafft.

Beim Poolbau im Garten sollten Sie außerdem den Aspekt der Wasserreinigung nicht außer Acht lassen. Um das Poolwasser sauber zu halten, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Sie können ihren Pool z.B. klassisch mit Chlor in Form von Tabletten, Granulat etc. reinigen. Oder Sie nutzen chemiefreie Varianten wie den Sandfilter, die UV-Desinfektion oder die Salzelektrolyse. Detaillierte Informationen zur Poolpflege finden Sie in unserem Beitrag Pool sauber halten: So gelingt die Poolpflege. Zur Überwachung der Wasserwerte empfiehlt sich eine automatische Mess- und Regeltechnik. Damit erhalten Sie die Informationen direkt auf ihr Smartphone und können dann die Werte anpassen.

Welche Poolattraktionen will ich in meinem Pool?

Wer vor hat, den Pool überwiegend sportlich zu nutzen, kann sich für den Einbau einer Gegenstromanlage entscheiden. Je nach Leistung, Design und Einbauvariante gibt es hier unterschiedliche Varianten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der Einbau- und der Einhänge-Anlage. Letztere eignet sich vor allem für das günstige Nachrüsten bestehender Pools. Auch Massagedüsen oder Schwallduschen stellen eine nette Aufwertung des Pools dar. Sie sorgen für Entspannung, reduzieren Verspannungen und lindern Schmerzen. Für ein gemütliches Ambiente sorgt eine LED-Beleuchtung mit Unterwasserscheinwerfern, die im Pool je nach Beckenmaterial unterschiedliche Akzente setzt.

Worauf muss ich beim Poolbau im Garten achten?

  • Pool vorab detailliert planen (Mit Einbezug der Gartenanlage)
  • Ausreichend Zeit einkalkulieren aber nicht stressen lassen
  • Wasser-, Stromanschluss und Platz für Technik(-raum) sichern
  • Baugenehmigung einholen (meist für Pools ab 100 Kubikmeter nötig)
  • Eventuelle Sondergenehmigungen für Anlieferung

Einbau eines Fertigbeckens Schritt für Schritt

  • Aushub und betonieren der Bodenplatte
  • Einheben und Verrohren des Beckens
  • Becken mit 30-40 cm Wasser befüllen und Isolierbeton einfüllen
  • Isolierbeton trocknen lassen
  • Becken komplett mit Wasser befüllen und den Ringbalken betonieren
  • Schwimmbadtechnik und Wärmepumpe aufstellen, verrohren und anschließen
  • Außenanlagen fertigstellen
  • Pool entleeren, reinigen und neu befüllen sowie Einweisung in die Technik

Was kostet der Poolbau im Garten?

Wenn Sie an Ihrem Schwimmbecken dauerhaft Freude haben wollen, sollten Sie beim Poolbau im Garten nicht am falschen Ende sparen. Wie bei vielem gilt auch hier meist: „Billig gekauft ist teuer gekauft.“ Ein hochwertiger Pool ist eine Anlage mit moderner technischer Ausstattung und Materialien, die auf langlebigen Einsatz ausgelegt sind. Deshalb lohnt es sich, eine Fachfirma Ihres Vertrauens zu beauftragen. Gerade wenn man Pool und Garten gleichzeitig neu anlegen will, werden von den Interessierten die Baukosten oft stark unterschätzt. Eine abschnittsweise Umsetzung aus Kostengründen ist nur begrenzt machbar. Warten Sie also lieber noch ein paar Jahre, bis die finanziellen Mittel für ein komplettes Bauprojekt vorhanden sind.

Nachfolgend finden Sie eine Tabelle mit Kostenbeispielen von verschiedenen Fertigbecken. Hierbei handelt es sich um die reinen Beckenpreise, hinzu kommen die Kosten für Baumeister-, Fliesen-, Heizungs-, Sanitär-, Putz-, Maler-, Elektroarbeiten sowie gegebenenfalls die Gartengestaltung.


Beckenart
ZubehörPreis in EuroHersteller-Beispiel
Aufstellbecken aus gewebeverstärkter FolieSkimmerbecken, Sandfilteranlage, Einlaufdüse, Vakuumsauger, LED-UnterwasserscheinwerferAb
6.000
Piscine Laghetto
Keramik-FertigbeckenSet mit High-Level-Skimmer, Einlaufdüse, Bodenablauf, Poolsteuerung, 2 LED-Unterwasserscheinwerfer, Sandfilteranlage, Wärmepumpe, RollladenkanteAb 17.500 Compass Pools
Becken aus Hart PVCSet mit Skimmer, Einbautreppe, Scheinwerfer, Einlaufdüsen, Rolllade, Ansaugungen, BodenablaufAb 40.000 KWS
Edelstahl-SkimmerbeckenIndividuell anpassbar in Bezug auf Rollnische, Einbauten und WasserattraktionenAb 25.000 Gassner
Becken aus einer Beton-Kunststoff-VerbundkonstruktionNicht als Set erhältlich, alle Attraktionen optional wählbarAb 30.000 Steuler
GFK SkimmerbeckenDiverse Ausführungen, Rollladenkante und Schacht für Rollladenabdeckung integriertAb 14.200 Novacomet

Ob es ein Aufstellbecken oder ein teilweise beziehungsweise vollständig in den Boden gelassener Pool werden soll, ist entscheidend für die beim Poolbau im Garten anfallenden Erdarbeiten. Hier fallen die Kosten je nach Lage, Zugänglichkeit und Bodenbeschaffenheit unterschiedlich aus. Bei einer Hanglage müssen Sie beispielsweise mehr Geld in die Hand nehmen, als bei einer geraden Gartenfläche. Ein Erdaushub für den Pool kostet mindestens 4.000 bis 6.000 Euro.

Hinzu kommen folgende Kosten:

  • Betonplatte (je nach Dicke und Stärke): ca. 2.000 Euro
  • Isolierung und Wärmedämmung: 2.500 bis 4.000 Euro
  • Verrohrung (Standardbecken ohne Attraktionen): 2.500 bis 3.000 Euro
  • Filteranlage: ca. 2.500 Euro
  • Mess- und Regeltechnik: 2.500 bis 5.000 Euro

Grob geschätzt müssen Sie bei der gesamten Gartengestaltung einer Standardanlage inklusive Bodenplatte, Erdaushub, Fliesenarbeiten, Rollrasen etc. 15.000 bis 20.000 Euro einkalkulieren.

Welche zusätzlichen Kosten kommen beim Poolbau im Garten auf mich zu?

Eines dürfen Sie als zukünftiger Poolbesitzer nicht vergessen: Die Poolpflege. Diese ist abhängig von vielen Faktoren: Je nach Beckengröße, Wassertemperatur, Dauer der Nutzung, Umgebung, Wetter, Art der Wasseraufbereitung (manuell oder automatische Mess- und Regeltechnik) ergibt sich ein unterschiedlicher Kostenaufwand. Bei einem vier mal acht Meter großen Becken mit manueller Pflege betragen die Kosten für Wasserpflegemittel circa 200 bis 400 Euro.

Für die Beheizung des Pools stehen mehrere Varianten zur Verfügung. Am gängigsten sind Wärmepumpe, Wärmetauscher und Solarabsorber. Hier überzeugt vor allem Letztere aufgrund der niedrigen Unterhaltskosten, Solarabsorber sind jedoch verhältnismäßig teuer in der Anschaffung. Am häufigsten wird eine Wärmepumpe eingesetzt, welche (je nach Modell) die Wärme direkt aus der Umgebungsluft bezieht. Der Preis geht bei 800 Euro für eine einfache Wärmepumpe los und reicht bis 15.000 Euro für eine Pumpe vom Premiumhersteller.

Wenn Sie beim Poolbau im Garten auf Dauer sparen wollen, raten wir Ihnen zu einer Poolabdeckung. Denn nach Einbau einer Rolllade reduzieren sich die Betriebskosten meist um die Hälfte. Häufig fällt hier die Wahl auf eine Rollladenabdeckung. Diese sorgt dafür, dass das Wasser nicht verdunstet, die Wärme im Pool gespeichert wird und kein Schmutz von außen in das Becken gelangt. Zudem bietet die Abdeckung Sicherheit und ist somit interessant für Familien mit Kindern. Wer einen Solarrollladen als Abdeckung nutzt, spart gleich doppelt: Zum einen geht weniger Wärme verloren, zum anderen dient die gewonnene Sonnenenergie zum Erwärmen des Pools. Diese sind ab 10.000 Euro beim Hersteller erhältlich (z.B. Rollo Solar).

Laufende Kosten pro Saison 150 Tage (Standardbecken 8,0 x 4,0 x 1,5 Meter, mit Abdeckung):

Poolpflegemittel200 – 400 €
Poolbeheizung Beispiel WärmepumpeStrom: ca. 700 €
Öl: ca. 900 €
Gas: ca. 800 €
Stromkosten für Filterpumpeca. 200 €
WasserkostenPoolfüllung: ca. 200 € (Durchschnittswert Wasser in Deutschland)
Filterrückspülung: ca. 35 €
Wiederinbetriebnahme zu Saisonstart500 – 600 € ohne Reinigung
ca. 1.000 € Inklusive Reinigung des Pools zu Saisonende und bei Saisonstart

Fazit

Für Wasserratten ist ein eigener Pool eine große Bereicherung. Doch der Poolbau im Garten bringt einiges an Arbeit, Zeit und vor allem Kosten mit sich. Wichtig ist, sich Gedanken über den eigenen Pool zu machen und dann mit einer klaren Vorstellung an das Projekt Poolbau heranzugehen. Egal ob bei der Beckenart, der Wasseraufbereitung oder den Attraktionen – die Welt der Swimmingpools bietet zahlreiche Möglichkeiten. Die technischen Aspekte sowie die Poolpflege stellen so manchen Laien vor eine große Herausforderung. Wer sich hierbei vorab gut informiert und einen professionellen Poolbauer zu Rate zieht, ist abgesichert. Dann steht dem Poolbau im Garten – theoretisch – nichts mehr im Wege.

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