Pool einwintern: Das müssen Sie beachten

Es ist das Thema, welches die Poolbesitzer jeden Herbst beschäftigt: den Pool einwintern. Welche Varianten es beim Pool einwintern gibt und was sonst noch beachtet werden sollte, damit es im Frühjahr keine bösen Überraschungen gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Temperaturen werden kälter, die Tage kürzer und die Sonnenstunden damit weniger. Dann wird es Zeit, sich um ein bestimmtes Thema zu kümmern: den Pool einwintern. Pool einwintern ist ein sehr komplexes Thema, was von vielen verschiedenen Situationen abhängig ist. Jeder Besitzer muss daher selbst entscheiden, wie er seinen Pool am besten durch den Winter bringt. Welche Art der Besitzer machen möchte oder kann, hängt sowohl von dem zeitlichen Aufwand ab, der er darin investieren möchte, als auch von Gegebenheiten des Pools wie Poolart und Pooltechnik.

Warum ist das Pool einwintern überhaupt notwendig?

Zur Vermeidung von Algen- und Bakterienwachstum im Poolwasser, von Flecken auf der Beschichtung, von Kalkablagerungen sowie von Schäden an Wänden oder Rohrleitungen insbesondere durch Frost! Bis zu einer Außentemperatur von über 5° C im gesamten Winter besteht übrigens keine Frostgefahr!

Wann ist der beste Zeitpunkt den Pool einzuwintern?

 Wenn die Wassertemperatur in Ihrem Pool nahe 15° C liegt. Das heißt genauer, je nach Region zwi­schen Mitte Oktober und Mitte November. Befindet sich Ihr Pool in Südeuropa, gehen Sie natürlich vom dortigen Klima aus.

Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden?

Führen Sie zunächst eine Schockbehandlung durch. Ihr Ziel ist es, alle Algen und Bakterien im Becken abzutöten, um vor dem Winter ein perfektes, gesundes Wasser zu haben. Diese Behandlung muss am Vortag oder einige Stunden vor der Einwinterung durchgeführt werden. Dafür gibt es spezielle Granulate mit bestimmten Dosierungsregeln.

Wie mache ich meinen Pool am besten winterfest?

Grundsätzlich wird beim Pool einwintern zwischen aktiver und passiver Überwinterung unterschieden. Aktiv wird der Pool überwintert, wenn das Wasser im Winter nicht einfrieren kann, also bei Temperaturen über 5 Grad Celsius während des Winters. Ansonsten wird der Pool passiv überwintert. Die groben Unterschiede der beiden Varianten haben wir in nachfolgender Tabelle einmal für Sie zusammengefasst.

Aktive ÜberwinterungPassive Überwinterung
Der Pool bleibt in Betrieb, ebenso wie die Filterpumpe und die Mess-und RegeltechnikDer Pool bleibt nicht in Betrieb, Technik und Poolbesitzer haben Pause
Geringerer ReinigungsaufwandGrößerer Wasserverbrauch und Reinigungsaufwand (Boden säubern etc.)
Weniger Frischwasser im Frühjahr, um den Pool saisonfertig zu machenHöherer Aufwand im Herbst und Frühjahr (auch je nach Beckenkonstruktion)
Höherer Aufwand für technische KontrolleGeringerer Aufwand für technische Kontrolle
Größerer Energieverbrauch durch den Betrieb und das NachheizenEnergiesparenderer Maßnahme

Am besten sollten Sie im Vorfeld einen Kostenvergleich durchführen mit den Kosten, die für das Aus- und Einwintern durch einen Servicemitarbeiter entstehen, im Vergleich zu den Betriebskosten im Winter. Für das günstigere sollten Sie sich dann entscheiden. Das gilt aber vor allem nur dann, wenn Sie das technische Know-How nicht haben und somit die Maßnahmen zum Pool einwintern nicht selbst durchführen können.

Checkliste Aktive Überwinterung

Filteranlage/Technik

  • Filterlaufzeit auf Wintermodus umstellen --> Zwei Stunden morgens und abends läuft der Filter dann noch (Vorsicht: Bei Dauerfrost muss die Filteranlage dauerhaft in Betrieb genommen werden, damit der Pool durch die Wasserbewegung nicht gefriert)
  • Frischwasserventil demontieren
  • Wärmepumpe und Absorber sowie jeweilige Zuleitungen entleeren
  • Mess- und Regeltechnik bleibt für pH-Wert-Kontrolle und ggf. Hinzufügung von Desinfektionsmittel eingeschaltet
  • Rückspülung deaktivieren (Besitzer sollten dies trotzdem etwa einmal im Monat selbst machen)
  • Frischwassernachversorgung muss frostsicher gemacht werden (vor allem bei Skimmerbecken, da dort die Leitungen oft recht hoch verlegt und damit nicht gut vor Frost geschützt sind)
  • Die Dosieranlage bleibt weiterhin ganz normal in Betrieb, die Werte sollten aber in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden

Becken/Außenanlage

  • Der Wasserstand bleibt so wie in der normalen Saison, muss aber weiterhin beobachtet und ggf. korrigiert werden
  • Bodenablauf öffnen
  • Gegenstromanlage und Schwalldusche entleeren und ggf. demontieren

Checkliste passive Überwinterung

Filteranlage/Technik

  • Nicht nur das Becken, sondern auch Filteranlage und Technik müssen geschützt werden
  • Filteranlage inklusive Filterbehälter daher entleeren und nochmal mit frischem Wasser durchspüle, um eventuelle chemische Rückstände durch das Poolwasser zu entfernen
  • Filterbehälter nach Entleerung noch zum Austrocknen offen stehen lassen
  • Kein Extrazusatz von Chemikalien zuführen, sondern im Frühjahr eine Stoßchlorung zur Desinfektion vornehmen
  • Dosieranlage außer Betrieb nehmen und Sonden konservieren
  • Dosierleitungen gründlich ausspülen, damit alle Chemikalien ausgeführt werden
  • Wärmepumpe entleeren und ggf. entfernen

Becken/Außenanlage

  • Wasserstand im Becken absenken
  • Rohrleitungen schützen, entleeren und mit speziellen Verschlusstopfen verschließen
  • Frischwassernachspeisung frostsicher machen
  • Bodenablauf im Becken vorhanden (Bodenablauf circa 60 cm in der Erde bedeutet frostsicher, es reicht den Wasserstand dann unter den Skimmer abzusinken)
  • Skimmer verschließen, denn durch Regenwasser und Schneeschmelze kann der Wasserspiegel auch steigen und Wasser in die Rohrleitungen gelangen --> Verschlusstopfen drauf machen
  • Eine Winterabdeckung eignet sich gut, damit keine UV-Strahlung durchkommt
  • Schwalldusche und Gegenstromanlage entleeren und ggf. demontieren

Ist der Technikraum geeignet für eine aktive Überwinterung?

Das kommt ganz auf den Standort an, in dem die Technik untergebracht ist. Steht die Technik unüberdacht im Freien oder in einem Carport, dann ist es schwierig diese frostfrei über den Winter zu bekommen. Anders verhält es sich dagegen in frostfreien Technikräumen oder sogar im Haus selbst. Dann ist es selbstverständlich kein Problem. Trotzdem sollte vielleicht auch hier für zusätzliche Wärme durch einen Heizkörper gesorgt werden, wenn diese zum Beispiel in einem kalten Kellerraum gelagert wird. Es muss unbedingt für Frostsicherheit gesorgt werden. Im Technikraum sind alle elektronischen Bauteile verbaut, wie Filterpumpe, Filtersteuerung und ggf. Mess- und Regeltechnik.

Wie verhält es sich mit dem restlichen Poolzubehör?

Mess-Regel- und Dosiertechnik

Demontie­ren Sie die Messsonden und setzen Sie diese wieder in die Schutzhaube, gefüllt mit der Auf­bewahrungslösung. Entleeren Sie die Messzelle und die Messleitungen. Und vergessen Sie den Vorfilter nicht! Spülen Sie bei den Do­sierpumpen das Ansaugsieb, die Dosierlei­tung, den Dosierkopf und den Injektor, indem Sie die Dosierpumpe einige Minuten lang mit Wasser laufen lassen. Entleeren Sie anschlie­ßend den Kreislauf. Bei Schlauchdosierpum­pen verfahren Sie genauso. Prüfen Sie dabei die Dosierschläuche.

Elektrolysegerät

Entfernen Sie die Zelle und reinigen Sie diese mit dem empfohlenen Reini­gungsmittel des Herstellers. Nehmen Sie kei­nesfalls Salzsäure! Das kann die Platten be­schädigen.

Poolabdeckung

Hier spielen beim Pool einwintern einige Faktoren eine Rolle. Ist der Pool komplett bedeckt? Wie groß wäre der Schmutzeintrag? Ist eine Winterabdeckung vorhanden? Hier sollte unbedingt der Hersteller kontaktiert werden und mit ihm abgesprochen werden, denn nicht jede Poolabdeckung darf einfrieren. Selbst wenn die Abdeckung einfrieren darf, dürfen einige Materialien nicht bewegt werden, da diese dann in der Regel einen Defekt zur Folge haben, wie es zum Beispiel bei Rolladenabdeckungen der Fall ist. Im jedem Fall sollten Sie sich überlegen für das Pool einwintern eine spezielle Winterabdeckung zu besorgen.

Was bringt eine zusätzliche Poolüberdachung?

Mit einer Poolüberdachung ist das Becken zwar gut gegen Schmutz und Kälte geschützt, aber nicht gegen UV-Lichteinstrahlung und Algenbildung. Bei einer passiven Überwinterung ist eine Kombination aus Poolüberdachung und Poolabdeckung also sinnvoll und bietet doppelten Schutz. Bei einer aktiven Überwinterung ist eine Abdeckung zusätzlich zur Poolüberdachung nicht notwendig.

Wärmepumpe

Beim Pool einwintern spielt auch die Wärmepumpe eine entscheidende Rolle. Bei der aktiven Überwinterung lohnt sich diese allerdings weniger fürs Heizen und sollte entleert werden. Entleeren Sie den Hydraulik­kreislauf, entfernen Sie das gesamte Wasser aus dem Wärmetauscher (durch Absaugen mit einem Schlauch), damit sich keine Wasserrückstände bilden. Noch eventuell vorhandenes Restwasser kann dann zwar gefrieren, aber kein Schaden am Gerät verursachen.

Schützen Sie die Wärmepumpe vor Witterungseinflüssen, in­dem Sie einen Luftdurchlass ermöglichen, um die Auswirkungen von Korrosion zu begren­zen. Zusätzlich können Sie die Wärmepumpe noch mit einer Winterhaube abdecken. Oder de­montieren Sie sie, um sie an einem gut ge­schützten, wohltemperierten Ort zu lagern.

Gegenstromanlage/Schwalldusche

Wie Sie den beiden Checklisten bereits entnehmen konnten, werden die beiden Objekte bei beiden Überwinterungsformen entleert und meistens auch abgebaut für eine frostsichere Überwinterung. Eine Schwalldusche besteht meistens aus Edelstahl und eine Überwinterung draußen ist dadurch schlecht für das Material. Die Pumpe für die Gegenstromanlage kann nur am Ort stehen bleiben, wenn Sie gut geschützt ist. Ansonsten zuerst den Schieber schließen und den Entleerungsstopfen entfernen (am besten mit Klebeband an der Pumpe befestigen, damit er nicht verloren geht). Anschließend das Wasser leerlaufen lassen, dafür müssen Sie die Verschraubung lösen. Zum Schluss noch die elektrischen Zuleitungen und die Sicherung ausschalten und komplett demontieren.

Kann man das Wasser im Winter im Pool lassen?

Das ist nicht zwingend notwendig, denn vor allem beim aktiven Überwintern, kann das Wasser in der Regel in der darauffolgenden Badesaison noch einmal verwendet werden. Beim Pool einwintern spielt das Thema trotzdem eine Rolle, aufgrund dem Druck vom Grundwasser, wodurch der Pool nach oben gedrückt werden kann. Dabei kommt es wieder auf die Beckenform an. Fertigbecken auf Kunststoff dürfen nicht über eine längere Zeit entleert werden. Gleichzeitig kann das Wasser dort eher einfrieren, da die Beckenwände nicht gerade sind. Somit wird eher weniger Druck auf die Wand ausgeübt. Anders sieht es bei Stahlwandbecken oder Folienbecken aus, hier kann ein Druck entstehen und es kann zum Schaden kommen.

Besonderheit Filteranlage

Bei manchen Filteranlagen gibt es mittlerweile eine Funktion, wodurch es sich weder um die aktive noch die passive Überwinterung handelt. Die Filteranlage wird dafür zunächst komplett deaktiviert und nur dann eingeschaltet, wenn wirklich Frostgefahr herrscht. Das sorgt zum einen für geringere Laufzeiten und zum anderen für die Verringerung des Energieverbrauchs. Gesteuert wird dies meist über einen Außenfühler am Gerät. An diesem kann der Besitzer dann die Temperatur einstellen, ab wie viel Grad die Filteranlage in Betrieb gehen soll.

Fazit: Wie und warum sollten Sie den Pool einwintern?

Sobald die Poolsaison zu Ende geht, sollten die Besitzer ans Pool einwintern denken. Das ist wichtig, damit frostempfindliche Komponenten bei Minusgraden nicht kaputt gehen. Außerdem erleichtern Sie sich durch eine korrekte Überwinterung die Arbeiten im Frühjahr, um den Pool saisonfertig zu bekommen. Je nach den bei Ihnen vorliegenden Gegebenheiten können Sie entweder aktiv oder passiv überwintern, wobei Sie einige Dinge beachten müssen.

Im Prinzip sorgt die Überwinterung insbesondere dafür, das Schwimmbadwasser und die Pooltechnik vor den Auswirkungen der winterlichen Witterung zu schützen. Was genau zu tun ist und welche Art der Überwinterung für ihren Pool geeigneter ist, besprechen Sie am besten mit den jeweiligen Fachleuten, zum Beispiel mit dem Unternehmen, das ihren Pool gebaut und in Betrieb genommen hat. Ansonsten empfehlen wir für das Pool einwintern, die Angaben in den mit Ihren Geräten gelieferten Anleitungen genau zu befolgen.

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