Die Wellness-Branche in der Corona-Krise

Pool bauen während der Corona-Krise
Der Sicherheitsabstand wird eingehalten! In der Poolbranche geht die Arbeit auf der Baustelle auch in der Corona-Krise unvermindert weiter. Foto: Peter Lang

Die Corona-Krise macht auch vor der Wellness-Branche nicht Halt. Inwiefern sind Hersteller und Schwimmbadbauer davon betroffen? Worauf müssen sich Kunden und Poolbesitzer in dieser speziellen Situation einstellen? Aktuelle Informationen von Herstellern und Schwimmbadbauern finden Sie in diesem Beitrag.

Öffnungszeiten und Kundentermine

Aufgrund der aktuellen Vorschriften mussten einige Händler ihre Fachmärkte und Ausstellungen schließen. Zum Beispiel hat Schwimmbad Henne aus Pforzheim seinen Fachmarkt bis zum 20. April geschlossen. Ähnlich bei Euro Wellness in Dortmund: Auch hier ist das Ladengeschäft momentan geschlossen.

Während beim Unternehmen Schleitzer baut Gärten aus München Kundentermine dank großem Besprechungsraum mit ausreichend Abstandsmöglichkeiten noch stattfinden, hat die Klafs GmbH Kundentermine in den Showrooms bis auf Weiteres ausgesetzt. Termine bei Kunden oder auf der Baustelle sind bei Klafs weiterhin möglich.

Das Geschäft bei Steinbauer Haustechnik und Schwimmbäder ist ebenfalls geschlossen. Die Beratungen erfolgen alle telefonisch, indem die Kunden Fotos vom Garten und vom Technikraum zusenden. „Wir weisen unsere Kunden auf die Homepage unserer Lieferanten und mailen auch benötigte Prospekte als PDF. Somit kann eine ziemlich ausführliche telefonische Beratung erfolgen und wir können dem Kunden ein Angebot erstellen“, so Franz Steinbauer.

Planen Sie also einen Besuch, empfiehlt es sich vorher beim Unternehmen anzurufen. Alternativ können Sie sich auf deren Webseite über die aktuelle Lage informieren.

Lieferservice

Neue Situationen erfordern neue Maßnahmen: So bietet Schleitzer baut Gärten aus München derzeit einen Lieferservice für Pflanzen und Schwimmteich-Technik an. Denn die Baumärkte in Bayern sind aufgrund von Corona derzeit ebenfalls geschlossen. Die Bestellung erfolgt telefonisch oder per E-Mail und ist ab einem Warenwert von 20 Euro kostenfrei und ist in einem Umkreis von 15 Kilometern möglich.

Auch Schwimmbad Henne nutzt diesen Service: Kunden können sich vorab auf dem Instagram-Profil des Unternehmens über das Sortiment informieren. Die Bestellung erfolgt dann ebenfalls telefonisch und die Kunden könnwen diese vor der Ladentüre samt Rechnung abholen.

Der Showroom von SSF Schwimmbad in Meerbusch
Der Showroom von SSF Schwimmbad in Meerbusch (NRW). Foto: Klafs GmbH

Auf Saunazubehör, Pflegeprodukte und Zusatzausstattungen müssen Kunden dank des Saunashops von Klafs nicht verzichten. Bestellungen können wie gewohnt über den Onlineshop getätigt werden.

Der Poolbauer SSF Schwimmbad GmbH mit seinen Filialen in Meerbusch (NRW) und Deizisau (BaWü) wendet sich mit diesen Worten an seine Kundschaft: „Ob Beratung, Kundendienst, Montage oder Verwaltung: Selbstverständlich sind unsere Experten weiterhin für Sie im Einsatz. Persönliche Beratungsgespräche in den jeweiligen Showrooms können derzeit leider nicht stattfinden. Terminabsprachen zu Besuchen bei Ihnen zu Hause oder auf Ihren Baustellen sind immer möglich.“

Arbeit im Büro

Hier ist, wie für viele Arbeiter in anderen Branchen, oft Home-Office angesagt. So auch bei Balena GmbH, Behncke GmbH und Schenk Schwimmbad & mehr, die ihren Innendienst komplett oder zumindest teilweise nach Hause verlagert haben.

„Ob Beratung, Kundendienst, Montage oder Verwaltung: Selbstverständlich sind unsere Experten weiterhin für Sie im Einsatz.“
SSF Schwimmbad GmbH

Die Büromitarbeiter von Euro Wellness arbeiten ebenfalls im Home Office und tauschen sich regelmäßig per Videokonferenz oder E-Mail aus. Bei Sorg Schwimmbäder wird momentan zu zweit, mit ausreichend Abstand, im hauseigenen Büro weitergearbeitet.

Bei Steinbauer läuft alles wie gewohnt. Im Büro wird zu siebt unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes gearbeitet. Jeder hat sein eigenes Büro, sodass sich dies problemlos umsetzen lässt.

Pooltechnik-Primus Ospa hat seine Kundendienst-Mitarbeiter strengstens mit den hygienisch notwendigen Maßnahmen bei Kontaktaufnahme mit der Kundschaft geschult. Auf seiner Website hat Ospa dazu die Details veröffentlicht.

Arbeit auf der Baustelle

Bei Sorg gäbe es derzeit keine Einschränkungen auf der Baustelle, weder abgesagte Aufträge noch bei der Inbetriebnahme. Viele Kunden rufen an, wollen ihren Pool sogar früher haben. Gerade jetzt zu Ostern, weil sie Zuhause sind und nicht wegfahren können. Dies bestätigt auch Franz Steinbauer: „Wir schaffen kaum die vielen Auswinterungen, denn auf Grund des schönen Wetters möchten jetzt alle wieder in den Pool. Ich habe aber das Gefühl, dass wir weniger Anfragen haben, als letztes Jahr um diese Zeit“, schildert er die aktuelle Situation.

Ähnliches beobachtet auch die Thamm Schwimmbadtechnik: „Von den Kinderbesitzern sind schon einige in die Poolsaison gestartet, vier Wochen zuhause bleiben, da kann der Pool bei Schönwetter ablenken“, so Alev Thamm. Bei Thamm wird verstärkt auf die Hygiene und die Abstandsregelungen geachtet.

Bei Schenk haben sich die Mitarbeiter in verschiedene Teams aufgeteilt. Außerdem gelten hier verstärkte Hygienebedingungen und die Kunden bleiben den Baustellen fern. Bei Klafs werden alle Lieferungen, Montagen und Service-Arbeiten unter Beachtung und Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen und Regelungen der jeweiligen Länder und Regionen durchgeführt. So auch bei Steinbauer, wo auf den Baustellen ebenfalls der Sicherheitsabstand von 1,5 m eingehalten wird.

Produktion, Lieferzeiten, Lagerbestand

Die Balena GmbH garantiert momentan eine volle Lieferfähigkeit, da 80 Prozent der Materialien ohnehin aus Deutschland stammen. Auch die Produktionen bei Paradiso und Compass Pools läuft normal weiter.

Die Produktion läuft auch bei Saunahersteller Klafs normal weiter. Foto: Klafs GmbH

„Wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, den Fokus auf die Chancen zu lenken und die möglichen positiven Auswirkungen zu sehen. Aus diesem Blickwinkel sind Entscheidungen in allen Bereichen nicht nur risikominimierend, sondern vor allem zukunftsorientiert und mittelfristig ein Gewinn. Über allem steht natürlich die Sicherheit der Mitarbeiter und die Aufrechterhaltung des Betriebes.“
Benjamin Pfendt, Head of Marketing bei Beleuchtungshersteller Wibre

Die Firma Reps Pools profitiert von einem guten Lagerbestand, sodass ein normales Arbeiten uneingeschränkt möglich ist. Bei Schwimmbad Henne ergeben sich aufgrund der Krise vor allem Verschiebungen bei den Beckenlieferungen.

So auch bei der Behncke GmbH, aufgrund der nur zur Hälfte besetzten Produktion müssen Kunden hier mit Lieferverzögerungen rechnen. Die Mitarbeiter der SSF Schwimmbad GmbH können alle Lieferungen, Montagen und Service-Einsätze, so wörtlich, „wie geplant unter Beachtung und Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen und Regelungen der jeweiligen Länder und Regionen in gewohnter Qualität durchgeführt werden.“

Klug vorausgeplant

Beim Beckenhersteller Niveko aus Tschechien laufen Produktion und Lieferservice unvermindert weiter – auch der Export nach Deutschland. „Dennoch haben wir auch bei uns Schutzmaßnahmen zu akzeptieren“, sagt Marketinchef Lukas Velecky. „Unsere Büromitarbeiter arbeiten im Moment von zu Hause und wir kommunizieren online miteinander.“ Auch bei Berndorf Bäderbau, dem Hersteller hochwertiger Edelstahlpools aus Österreich, geht die Produktion. Wie es dort gerade weiterläuft, schildert Berndorf in einem Imagefilm auf Instagram.

Als Schwimmbadhändler hat Sorg unterdessen klug vorausgeplant, um Lieferproblemen entgegenzusteuern: „Die Kunden haben Angst vor Lieferschwierigkeiten und wollen sicher gehen, dass ihr Pool auch realisiert werden kann. Da haben wir aber bereits vorausschauend geplant und ausreichend Material geordert, um diese Situation zu umgehen“, sagt Firmenchefin Beatrice Sorg.

Krisenstab bei Wibre

Die Firma Wibre, großer Hersteller von Beleuchtungstechnik, hat nach anfänglichem Abwarten einen Krisenstab zusammengestellt. „So konnten wir sehr schnell Maßnahmen einleiten und Entscheidungen treffen“, sagt Benjamin Pfendt, Head of Marketing bei Wibre. „Wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, den Fokus auf die Chancen zu lenken und die möglichen positiven Auswirkungen zu sehen.

Aus diesem Blickwinkel sind Entscheidungen in allen Bereichen nicht nur risikominimierend, sondern vor allem zukunftsorientiert und mittelfristig ein Gewinn. Über allem steht natürlich die Sicherheit der Mitarbeiter und die Aufrechterhaltung des Betriebes.“

Aus diesem Grunde arbeite man im „Trenn-Schicht-System“ und größtenteils vom Home Office aus. Durch unterschiedliche Maßnahmen könne man den Kunden deshalb „unseren bestmöglichen Service“ bieten. „So sind wir beispielsweise per Video-Meetings weltweit live bei unseren Kunden digital unterwegs, selbst von zu Hause aus.“

Die Auswirkung und die Zeit danach

Wie schätzt Wibre die Auswirkungen der Krise für Wibre ein? Benjamin Pfendt: „Wahrscheinlich etwas zeitversetzt, aber das steht natürlich in den Sternen. Im Moment läuft unsere Produktion annähernd normal, was die Kapazität betrifft, die Arbeitsweise ist natürlich durch die Schichtarbeit und weit greifenden Hygienemaßnahmen eine Umstellung.

Im Verkauf merken wir dass viele internationale Vertriebspartner und Kunden eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten, und dadurch sich Projekte verzögern. Auf der anderen Seite werden zum Beispiel Revisionen vorgezogen, da alle öffentlichen Schwimmbäder geschlossen haben. Die Auswirkungen treffen also vorrangig erstmal die Arbeitsweise der Mitarbeiter.“

Auch mit der Abschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen wartet Wibre noch ab. „Wir hoffen auf einen schnellen Rückgang der Pandemie und dass sich die wirtschaftlichen Folgen für unsere Partner und Kunden und für uns in Grenzen halten“, sagt Pfendt. „Ganz klar wird die Krise wirtschaftliche Auswirkungen haben, aber wie unsere Scheinwerfer den härtesten Bedingungen standhalten, so ist auch unser Familien-Unternehmen solide aufgestellt. Daher hoffen wir das Beste und nutzen unsere Chancen.“

Das postet die Branche zum Thema Corona

Sehen Sie in unserer Bildergalerie, wie die Firmen aus der Branche mit der aktuellen Situation umgehen und dies per Facebook oder Instagram kundtun. Viele Firmen sind dabei sehr kreativ und unterstützen die Allgemeinheit, wie etwa Vöroka, Polyfaser und Whirlcare mit seiner Tochter WCI Forschung & Entwicklung. Die Firmen haben aus der Not eine Tugend gemacht und produzieren Schutzvorrichtungen. Chapeau!

Der Artikel wird laufend aktualisiert

Redaktion: Vivian Kuhn, Peter Lang, Joachim Scheible

Scroll to Top