Die Sauna: Eine heiße Angelegenheit

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Die Saunazeit rückt näher. Foto: Helo

Die Anschaffung der idealen Sauna für den privaten Gebrauch will sorgfältig geprüft sein. Im Folgenden erfahren Sie, was zu einer guten Sauna zwingend gehört. Ebenso erfahren Sie, wie sich die Bauweisen voneinander unterscheiden und wie Saunakabinen konstruiert sind.

Der Begriff Sauna kommt aus dem Finnischen und bedeutet „Raum aus Holz“. Doch Holz ist nicht gleich Holz. Vor allem nicht bei der Sauna. „Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Hölzer, die den anspruchsvollen Herausforderungen als Sauna­holz gewachsen sind“, weiß Till Determann, Geschäfts­führer von B+S Finnland Sauna. Eine Saunawand muss zwischen Innen- und Außenwand Temperatur­-Unterschiede von über 100 Grad Celsius ausgleichen können, ohne sich zu verziehen. “Eine Außensauna muss sogar Minusgrade aushalten. Manche Hölzer zerreißt das förmlich“, erklärt Determann.

Blockbohlen für die Massivholz-Sauna

In der Regel verwenden Saunahersteller deshalb ausgesuchte Hölzer aus den weltweit besten Wachstums­regionen, etwa die finnische Polarfichte oder die kanadische Hemlock­tanne. Ebenso eignen sich Nadelhölzer aus Alpen­regionen für den Saunabau. Bei all diesen Hölzern verwendet man nur besondere Teile für Saunakabinen – man bezeichnet sie in der Regel als Blockbohlen.

Für die Premium-Qualität einer Blockbohle ist das sogenannte Herz des Baumes das mit Abstand beste Stück Holz. Bei der Polarfichte sitzt es links und rechts der Baumstamm-Mitte. Mutter Natur hat es in langen Wintermonaten und kurzen Sommern hart trainiert. Hier sind hier die Jahresringe am dichtesten und das Holz am härtesten. Das bedeutet je Stamm zwei Premiumbohlen: eine links, die andere rechts der Mitte.

Das Holz muss atmen

Die aus diesen Hölzern geformten Blockbohlen müssen so gearbeitet sein, dass die Kabinenkonstruktion stabil, jedoch nicht starr ist. Das Holz muss atmen und arbeiten können. Die Blockbohlen sollen die Wärme exakt da halten, wo sie sein soll: im Inneren der Kabine. Das Holz nimmt die Wärme auf, und gibt sie als milde Strahlungswärme ab. Gleichzeitig reguliert das naturbelassene Holz die relative Luftfeuchtigkeit. Überschüssige Feuchtigkeit nimmt das Holz auf, speichert es und gibt es bei Bedarf ab.

So sorgt die Blockbohle für optimale Feuchtigkeitsverhältnisse. Nasenschleimhäute und Atemwege können sich so bestens regenerieren. Vom Typus her bezeichnet man die aus Blockbohlen gebauten Schwitzhäuser als Massivholz- oder Vollholz-Sauna. Kurzum: Die Wände einer Massivholz-Sauna bestehen vollständig aus naturgewachsenem Holz. Beim Saunabau verfolgt jeder Hersteller seine eigene Bauwiese und Konstruktion.

Die Elementsauna

Im Gegensatz zur Massivholz-Sauna baut der andere Saunatypus in der sogenannten Sandwichform auf. Man nennt sie Element- oder Systemsauna. Die Verkleidung der Innenseiten besteht aus 12 bis 16 Milli­meter starken Profilhölzern, etwa kanadischem Hemlockholz. Darauf folgt die Dämmung in Form einer Matte aus Mineralwolle und schließlich eine Dampfsperre aus Aluminium. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit durch die Profilhölzer in die Dämmschicht dringt.

Den Abschluss bildet die Außenseite, die aus optischen Gründen in der Regel aus Profilholz besteht. Als Außenverkleidung nehmen Hersteller lackierte Hartfaserplatten, Dekorplatten oder Gipskarton. Die Vorteile der Elementsauna: die besseren Dämmeigenschaften und der niedrigere Energieaufwand. Des Weiteren bietet die Bauweise ein hohes Maß an Indivi­dualität durch die verschiedenen Wandverkleidungen und alle erdenklich realisierbaren Grundrisse.

Der Saunaofen

Das zentrale technische Element ist der Saunaofen. Er sorgt für die richtige Temperatur in der Kabine. Beim Saunaaufbau ist es wichtig, dass die Heizleistung des Ofens auf die Größe der Kabine abgestimmt ist. Dabei gibt es zwei Arten von Saunaöfen: Die eine betreiben Sie mit Holz. Sie ist deshalb mit einem höheren Aufwand verbunden.

Die andere betreiben Sie mit elektrischem Strom, ihre Aufheizzeit ist darum wesentlich kürzer. Bei elektrischen Öfen wie dem „Bi-O Gracil“ von EOS Saunatechnik wandeln Heizelemente den Strom in Wärme um, die sie an die wärmespeichernden Saunasteine abgibt. Die Aufheizdauer sollte nicht länger als 30 Minuten betragen. Für Saunafans, die sich mehr Platz in der Kabine wünschen oder die der Anblick eines Ofens stört: Es gibt auch dezente Varianten wie Hinterwandöfen oder unter der Sitzbank platzierte Öfen.

Die Steuerung

Stellt der Saunaofen das Herz der Sauna dar, ist die Steuerung ihr Gehirn. Sie regelt alle Funktionen und vor allem die Sicherheit. Heutzutage ist sie ein kleiner Computer mit einem intuitiv zu bedienenden Touchscreen. Damit legen Sie je nach Ausstattung der Sauna die verschiedenen Badeformen (Finnische Sauna, Soft- oder Biosauna, Dampfbad, Infrarot, Klafs-„Sanarium“) fest. Ebenso die Temperaturen, die Feuchtigkeit, die Sicherheitsfunktionen, die Be­leuchtung oder das Soundsystem. Man kann eigene individuelle Wellness-Programme zu bestimmten ­Zeiten und pro Person definieren.

Saunas gelten inzwischen auch optisch und vom Material her als anspruchsvolle Designobjekte und Einrichtungsgegenstände. Deshalb gestalten die Hersteller die Steuerung ent­sprechend attraktiv und edel.

Saunasteuerungen gibt es als App für Smartphones und Tablets – und zwar für alle gängigen Betriebssysteme. Damit steuern Sie die Kabine von unterwegs aus. Etwa, um sie für den Saunagang nach der Rückkehr vom Spaziergang vorzubereiten. Eine Saunasteuerung muss selbsterklärend und so simpel zu bedienen sein, dass Fehlbedienungen unmöglich sind.

Emotionen in der Sauna

Emotional verstärken lässt sich das wohlige Gefühl des Saunierens, indem währenddessen alle Sinne berührt werden. So gibt es heute wenige Kabinen, die nicht mit Lichtelementen ausgestattet ist. Neben normalen, hitzebeständigen Lampen setzen die Hersteller häufig auf eine indirekte Beleuchtung. So bauen sie LED-Bänder in die Wände oder an anderen Stellen der Kabinen ein. Der Farbauswahl sind dabei keine kreativen Grenzen gesetzt.

Für Saunakabinen stellen die Hersteller unterschiedliche Beleuchtungsszenarien bereit: entweder mit verblendeten Lampen oder mit indirekter Beleuchtung. Auch mit Musik kann man sich beim Saunieren verwöhnen lassen, in der Regel über eine Bluetooth-Verbindung nach außen.

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