Poolpflege: Die Methoden der Wasseraufbereitung

Die richtige Wasseraufbereitung des eigenen Pools ist das A und O. Foto: Adobe Stock
Die richtige Wasseraufbereitung des eigenen Pools ist das A und O. Foto: Adobe Stock

Ein mit Wasser gefüllter Swimmingpool, den man längere Zeit einfach sich selbst überlässt, wäre irgendwann nicht mehr sehr einladend für die Schwimmer. Bei einem Schwimmbecken bringen nicht nur die Badenden ungewollt Mikroorganismen und Schmutzstoffe ins Wasser. Auch aus der Umwelt kommen Verunreinigungen wie Staub, Algensporen und andere Partikel.

Die nachstehende Grafik zeigt anschaulich die Grundzüge, nach denen die Aufbereitung von Schwimmbeckenwasser funktioniert. Es handelt sich um eine ganze Reihe von Maßnahmen, bei denen das Wasser in mehreren Stufen gereinigt, desinfiziert und immer wieder mit Frischwasser ergänzt wird.

Tintometer Wasserkreislauf

pH-Wert regelmäßig prüfen

Um die Wirksamkeit der Desinfektion zu überprüfen, sollten Pool- und Spabesitzer regelmäßige Analysen des Wassers durchführen. Dabei spielt neben verschiedenen Parametern auch der pH-Wert eine wichtige Rolle. Er gibt an, ob das Beckenwasser sauer oder alkalisch ist. Er ist entscheidend für die Desinfektionswirkung des freien Chlors (dazu das nebenstehende Schaubild von Dinotec). Wenn der pH-Wert unter 6,5 fällt (saurer Bereich), können Augenreizungen und Korrosionserscheinungen an metallischen Bauteilen auftreten. Bei Werten über 7,8 (alkalischer Bereich) kann es zu Wassereintrübungen und Kalkablagerungen kommen.

ph Wert Wasser Skala

Mit Salz und Strom Chlor erzeugen

Bei der Salzelektrolyse wird mithilfe von Salz und Strom direkt vor Ort Chlor hergestellt. Pionierarbeit hat hier die Firma Ospa geleistet. „Ospa hat dieses Verfahren in den späten 50er-Jahren als erste Firma für die Schwimmbad-Wasseraufbereitung anwendbar gemacht“, so Alexander Reuß, technischer Verkaufsleiter bei Ospa. „Die Ospa-Chlorozonanlage, wie sie hieß, vereinte hohe Sicherheit, hohe Desinfektionsleistung und vollautomatischen Betrieb in einem Gerät. Der Anwender hantiert dabei nur mit natürlichem Salz als Betriebsmittel, das er in das Gerät einfüllt. Gleichzeitig reduziert sich der Bedarf an pH-regulierenden Mitteln, was das Wasser natürlich und quellfrisch erscheinen lässt.“

Methode mit Magnesium

Auf Magnesium basiert die Methode „Mangavital“ von Zodiac. Mineralien lösen sich im Poolwasser auf. Glasfiltermaterial sorgt für eine sehr feine Filterung. Das mit Mineralien angereicherte Wasser wird mit einem chemischen Prozess, der Hydroxination, aufbereitet.

Das Ozon-Brom-Verfahren

Nach dem Ozon-Brom-Verfahren funktionieren die „Hydrozon“-Filteranlagen der Hydro-Elektrik Gmbh, die 1974 Ozonerzeuger für den Wasserkreislauf entwickelte. „Es gab damals keine einfach zu betreibende chlorfreie Wasseraufbereitung für private Bäder“, so Manfred Brugger von Hydro-Elektrik. „Die Kombination von Ozon mit Bromidsalz stellte sich als leistungsfähiges Verfahren heraus.“ Das Ozon entsteht durch Wechselstrom von über 20.000 Hertz (Grafik). Im Becken reagiert es mit Bromidionen und erzeugt das Desinfektionsmittel unterbromige Säure bzw. Hypobromit. Das Ozonmolekül besteht aus drei negativ geladenen Sauerstoffatomen. Im Grunde ist es ein Sauerstoffmolekül, das ein extra Sauerstoffatom durch elektrische Hochspannung (Aktivierungsenergie) erhalten hat. Die Oxidationswirkung entsteht dadurch, dass das zusätzliche Sauerstoffatom sehr schnell Bindungen mit anderen Stoffen eingeht.

Ozon Brom

Mit dem Filter dem Schmutz an den Kragen

Eine große Rolle im Gesamtkonzept der Wasseraufbereitung spielt die Filtration: eine mechanische Reinigung, die grobe und feinere Schmutzstoffe auffängt. Bei Poolfiltern sind es eine oder mehrere Schichten, durch die sich das Beckenwasser von oben seinen Weg bahnt. Ist es dann im unteren Teil des Geräts angekommen, hat es unerwünschte Verunreinigungen an die Filterschicht abgegeben. Bei der Ultrafiltration fließt das verschmutzte Wasser mit Druck durch eine Membran, die wie ein Sieb wirkt. Partikel, die größer sind als die Poren, hält der Filter zurück.

Die Reinigung des Filters erfolgt mit der sogennanten Rückspülung. Hier wird die Fließrichtung des Wassers umgekehrt und die Fließgeschwindigkeit erhöht. Sie wirbelt das Material auf und die Partikel reiben sich aneinander. So löst sich Schmutz ab, das vorbeifließende Wasser bringt ihn in die Kanalisation. Frischwasser setzt beim Klarspülen das ausgeleitete Spülwasser. Die beiden Grafiken von Sopra zeigen links die Fließrichtung des Wassers beim Filtern, rechts die Fließrichtung beim Rückspülen.

Wasser Filter Sopra

Die Stoßchlorung

Poolbesitzer kennen die Probleme, die die Frische des Beckenwassers deutlich beeinträchtigen können, wie beispielsweise. grünes Poolwasser – ein Anzeichen, das auf Algen im Pool hindeutet. Eine Ursache dafür sind viele organische Belastungsstoffe und zu wenig Desinfektionsmittel im Poolwasser. Eine häufige Maßnahme dabei ist die Stoßchlorung. Das ist die bewusste Überdosierung des Chlorgehalts außerhalb der Badezeiten, um den Prozess der Desinfektion und Oxidation zu ­beschleunigen.

So funktioniert die Hydrolyse

Im Bereich Wasseraufbereitung ist die Firma Sugar Valley aus Barcelona ein Partner von  Midas Pool Products. Sugar Valley beschreibt die Hydrolysegeräte wie folgt: „Ein Wasseraufbereitungssystem und eine Steuerung für Schwimmbecken. Diese Wasseraufbereitung kombiniert Hydrolyse und Ionisierung. Mit dem Hydrolyse-System werden Oxidationsmittel (wie z.B. Sauerstoff oder Peroxid) aus Süßwasser mit einem sehr leichten Salzgehalt produziert. Auf diese Weise werden in der Zelle die im Wasser vorhandenen organischen Stoffe und Krankheitserreger oxidiert und entfernt. Die erzeugten Desinfektionsmittel verwandeln sich auf ihrem Weg zurück ins Schwimmbecken wieder in Wasser und Salz. Die Kupfer/Silber-Ionisierung gewährleistet eine konstante Ausflockung der Schwebepartikel, wodurch ein außerordentlich klares und transparentes Wasser entsteht.“

Bestrahlung mit ultraviolettem Licht

Bei der UV-Desinfektion wird das zu desinfizierende Wasser mit ultraviolettem Licht bestrahlt.  Es handelt sich also um ein rein physikalisches, chemiefreies Verfahren zur Wasserdesinfektion. Die UV-Strahlen inaktivieren in Sekundenschnelle die Zellen der im Wasser befindlichen Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Kleinstlebewesen, die keine Resistenzen gegen das UV-Licht entwickeln können. Das gebundene Chlor, welches den typischen Schwimmbadgeruch erzeugt, wird photochemisch abgebaut.

Reinigung wie in der Natur

Einströmen, umwälzen, durchströmen, belüften und rückspülen – so lautet das ­Erfolgsrezept für klares Wasser in Naturpools und Schwimmteichen. Innovative Schnellfilter vereinen diese Schritte in einem kompakten System. Dabei schafft ­diese Art von Filterung ein Badeerlebnis ohne Chemie im algenarmen Wasser. „Natur und Ökologie korrespondieren mit moderner Bauweise und ausgefeilter Technik. Baden ohne Tiere und Pflanzen, aber mit biologischer Filterung ohne Chemie. Mehr als 90 Prozent der Teichanlage lassen sich als Schwimmzone nutzen: mit ­innovativen Schnellfiltern ist dies kein leeres Versprechen für Wasser­gartenfans mit kleinem und großem Grundstück“, erklärt Michael Meßner, Geschäftsführer der auf den Bau von Naturpools und Schwimmteichen spezialisierten Teich-i-tekten GmbH.„Um ein biologisches Gleichgewicht als Basis für klares Badewasser herzustellen, wird der Naturpool in einen Badebereich und in einen Aufbereitungsbereich unterteilt. Dazu wird das nährstoffreiche Badewasser in die Aufbereitungszone, die mit einem speziellen Substrat aufgefüllt ist, umgewälzt und nach dem Nährstoffabbau zurückgewälzt. Der Wasseraustausch und die Durchströmung des Aufbereitungsbereiches erfolgen nach genauen hydraulischen Berechnungen und Filterempfehlungen unter Einsatz einer oder mehrerer Pumpen und eines Kompressors, der Luft als Katalysator zuführt. Die Pumpen werden dabei immer außerhalb des Naturpools aufgestellt. Der hohe technische Aufwand rechnet sich: Je mehr Technik, desto besser lassen sich Wasserwerte und damit Pflegearbeiten optimieren.“

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