Sie heißen Naturpool, Biopool und Schwimmteich und unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Eines haben sie gemeinsam: Ihr Wasser reinigt sich mittels, biologischer Prozesse. Vorbild und Pate standen ihren Erfindern die Fließgewässer aus der Natur: Bäche, Flüsse und Seen.

Grob unterscheidet man zwischen Naturpool und Schwimmteich. Während beim Schwimmteich mehrheitlich Wasserpflanzen und Kleinstlebewesen das Badewasser reinigen, funktionieren Naturpools beziehungsweise Biopools mit ausgeklügelter Biotechnik. Ihre Entwickler haben sich diesbezüglich den Phänomenen der Natur bedient.

Der Schwimmteich als Ursprung des Naturpools

Den allerersten Schwimmteich baute sich der österreichische Öko-Philosoph Werner Gamerith anno 1983 selbst in seinen Garten. Die Idee: Das natürliche Badewasser fließt ohne technischen Hilfsmittel und nur mithilfe natürlicher Hydraulik und Wege durch einen biologischen Aufbereitungskreislauf. Dabei gelangt es durch eine aus Pflanzen bestehende Regenerationszone, die sich im Lauf der Zeit zu einem sich selbst regulierenden Ökosystem entwickelt. Die Pflanzen und die in dem Biotop angesiedelten Kleinstlebewesen entnehmen für ihre eigenen Bedürfnisse dem Wasser die von Menschen und äußeren Einflüssen eingetragenen Nährstoffe.

Die Nährstoffentnahme sorgt dafür, dass sich in dem Badewasser keine Algen bilden. So bleibt das Wasser immer klar und sauber. Der Schwimmteichbesitzer muss nur die gesättigten Pflanzen in der Regenerationszone regelmäßig zurückschneiden, damit sie neue Nährstoffe aufzunehmen in der Lage sind. Keinesfalls sollte die Zugaben von Mitteln dieses Gleichgewicht durcheinander bringen. Das Problem dieser Methode: Die Regenerationszone muss in etwa dieselbe Volumengröße haben wie die Schwimmzone.

Ein weiteres Merkmal des klassischen Schwimmteichs: Im Gegensatz zum klassischen Swimmingpool besteht seine Formen nicht aus klaren Linien, Ecken und Kanten. Vielmehr sind sie in individuellen, oft geschwungenen Formen gebaut wie ein Natursee. Die Schwimmzone ist erdmodelliert und mit abfallenden Rändern und Ufern. Ausgekleidet sind sie mit, umweltfreundlichen Folien, damit das Wasser nicht ins Erdreich abfließen kann.

Mit viel Technik: Vom Schwimmteich zum Naturpool

Im Laufe der Zeit fügte die Branche den Schwimmteiche technische Ausstattungen hinzu. Sie vereinfachten die Prozesse und minimierten das Flächenproblem. So baute man Skimmer zum Absaugen des Oberflächenwassers ein, um nicht auf die natürliche Wasserhydraulik angewiesen zu sein. Dazu nutzte man Pumpentechnik, um das Wasser in angemessenen Strömungsgeschwindigkeiten in den Kreislauf zu befördern.

Zwischenzeitlich wurde die biologische Aufbereitungstechnik derart modernisiert, dass die Pflanzen nur noch Dekorationszwecke erfüllen. Pumpen drücken das Wasser durch Kiesfilter und künstlich erzeugte Biofilmen reinigen es. Die Systeme benötigen teilweise nur noch soviel Platz wie die Technik konventioneller Swimmingpools. Allenfalls die Wasserqualität unterscheidet sich: natürliches Badewasser hier, chemisch desinfiziertes Badewasser dort. Diese Poolformen haben sich deshalb als „Naturpool“ oder „Biopool“ im Sprachgebrauch durchgesetzt.

Naturpool: Gebaut wie ein klassischer Swimmingpool

Die moderne Biotechnik erlaubt es, Naturpools wie herkömmliche Swimmingpools zu bauen: in klassischen Poolformen aus Beton mit Auskleidung oder sogar mit einem Kunststoff-Fertigbecken, an das sich Biotechnik problemlos anschließen lässt. Diese Pools lassen sich mit Wasserattraktionen wie Gegenstromanlage, Schwalldusche oder Massagedüsen ausstatten.

Mittlerweile unterscheiden die Fachleute je nach Aufbereitungstechnik fünf Kategorien von Schwimmteichen und Naturpools.

Diese Definitionen unterliegen einer permanenten Aktualisierung, es ergeben sich stets neue Erkenntnisse und Weiterentwicklungen. Diese Kategorien unterliegen bautechnischen Regularien. Es kommt immer mal vor, dass Schwimmteich nicht so „funktionieren“ wie vorgesehen. Damit es bei Auseindersetzungen mit dem Kunden und dem Naturpoolbauer seriös zugeht, sollten sich die Schwimmteich- und Naturpoolbauer an diese Regularien halten.

Naturpools: Von GaLaBauern errichtet

Schwimmteiche und Naturpools werden in aller Regel und aus der traditionellen Entwicklung heraus von Garten- und Landschaftsbauern umgesetzt. Sie sind fach- und sachkundig in Sachen Biologie, Pflanzenkunde und Gartengestaltung. Außerdem geht mit dem Bau eines Schwimmteichs oder Naturpools immer eine komplette Gartengestaltung einher.

Den Schwimmteich- und Naturpoolbauern ist es freigestellt, welche Systematik sie anwenden. Sie können entweder ihre eigene Systematik umsetzen oder sich einem Systemanbieter anschließen, der eine bestimmte Aufbereitungstechnik entwickelt und angepasst hat. In der Branche gibt es Anbieter, die seit Jahren bewährte Systeme zusammen mit ausgewählten Garten- und Landschaftsgestaltern umsetzen. Diese Systeme werden stetig weiterentwickelt und optimiert.

Pflege und Reinigung: A & O für funktionierende Naturpools

Biologischen Badegewässern eilt der negative Ruf voraus, über kurz oder lang „umzukippen“. Hin und wieder veralgt das Wasser. Manche Besitzer sahen sich deshalb genötigt, ihren Schwimmteich stillzulegen oder in einen konventionellen „Chemie-Pool“ umzubauen. Diese Umstände können viele Faktoren haben. Eines ist gewiss: Besitzer müssen ihren Schwimmteich oder Naturpool regelmäßig und sorgfältig pflegen.

Naturpool- oder Schwimmbesitzer sollten grundsätzlich eine Affinität zur Natur haben und sich gern mit Pflanzen und dem eigenen Garten beschäftigen. Welche Maßnahmen erforderlich sind, müssen die Erbauer und Fachleute von Anfang an gut und detailliert vermitteln. Im einfachsten Fall ist es sinnvoll, die Reinigungs- und Pflegearbeiten als Service des GaLa-Bauers in Empfang zu nehmen.

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