Grundlagen Wasseraufbereitung Schwimmteich
Pflanzen filtern die Nährstoffe aus dem Schwimmteichwasser. Foto: Weitz Wasserwelt

Die Wasseraufbereitung in Schwimmteichen erfolgt auf biologische Weise. Es finden die gleichen Prozesse statt wie in natürlichen Gewässern – dabei spielt die Selbstreinigungskraft des Wassers eine wichtige Rolle.

Generell versteht man unter dem Begriff „Wasseraufbereitung“ eine gezielte Einflussnahme auf die Wasserqualität, um eine sichere Nutzung der Badegelegenheit zu gewährleisten.Im Gegensatz zur chemischen Wasseraufbereitung klassischer Schwimmbecken wird das Badewasser von Schwimmteichen und Natur-Pools biologisch aufbereitet – sie haben ihre Vorbilder in der Natur.

In ihnen finden die gleichen Prozesse wie in natürlichen Gewässern statt und unterliegen somit den gleichen Naturgesetzen. Eine Reihe dieser Prozesse werden unter der Selbstreinigungskraft des Wassers zusammengefasst. Darunter versteht man die Fähigkeit von Gewässern beziehungsweise der darin vorkommenden Organismen, Nährstoffeinträge und anthropogene – alle durch den Menschen entstandene – Belastungen aufzunehmen und letztendlich zu mineralisieren. Gewisse Prozesse entfernen dabei tatsächlich Stoffe aus dem Wasser, bei anderen werden die Einträge in Biomasse gebunden. In beiden Fällen wird eine Eutrophierung des Gewässers verhindert, vorausgesetzt die Einträge überschreiten die Abbauleistung nicht.

Phosphor als limitierender Faktor
Phosphat ist eine der wichtigsten chemischen Verbindungen in Ökosystemen, Schwimmteiche bilden da keine Ausnahme. Eine Phosphorlimitierung in Schwimmteichen bietet sich an, da in vielen Feuchtgebieten Phosphor der limitierende, also begrenzende Faktor ist. Dabei bedeutet Limitierung, dass gezielt ein bestimmter Nährstoff in einen Mangel geführt und gehalten wird.

Im Gegensatz zu Kohlenstoff und Stickstoff sind die natürlichen Austragsmöglichkeiten von Phosphor jedoch begrenzt. Damit Schwimmteiche langfristig funktionieren, muss genügend Kapazität für die Bindung von Phosphor und der damit verbundenen Austragsmöglichkeiten geschaffen werden. Grundlage für die Nährstofflimitierung bildet das Minimumgesetz von Justus von Liebig, nach dem das Wachstum von Pflanzen durch die im Verhältnis knappste Ressource eingeschränkt wird. So können über die Phosphorlimitierung die biologischen Prozesse wie Algen- und Biofilmwuchs im Schwimmbereich reguliert werden.

Fließgewässer oder stehendes Gewässer
Wichtig ist, dass schon vor dem Bau eines Schwimmteiches oder NaturpPools das natürliche Vorbild gewählt wird und somit die Mechanismen für die Phosphorlimitierung festgelegt werden. Die natürlichen Vorbilder für Schwimmteiche sind stehende Gewässer und Fließgewässer. Fällt die Wahl auf das stehende Gewässer, so muss ein flächig bepflanzter Regenerationsbereich angelegt werden. In diesen Regenerationsbereichen können sehr viele Pflanzenarten eingesetzt werden, da in ihnen reduzierende Sedimente auftreten. Diese fördern den Pflanzenwuchs durch die Freisetzung von Nährstoffen. Außerdem ist eine Zone mit Unterwasserarten einzuplanen, da diese Phosphatspitzen abpuffern können. Dieser Schwimmteich-Typ zeichnet sich durch eine hohe Artenvielfalt an Plankton, Lurchen und Insekten aus.

Im Gegensatz dazu weisen Schwimmteiche des Fließgewässertyps kontinuierlich durchströmte Filteranlagen auf. In diesen Filteranlagen kann der Biofilm wachsen, welcher dem Wasser die Nährstoffe entzieht und somit zu einer Phosphorlimitierung führt. Für einen erfolgreichen Filterbetrieb ist eine gleichmäßige Durchströmung des Filters notwendig, da anaerobe Bereiche und somit eine Nährstoffrücklösung verhindert wird. Das Artenspektrum für Bepflanzungen ist beim Fließgewässertyp oftmals begrenzt, beziehungsweise kann hier sogar grundsätzlich auf eine Bepflanzung verzichtet werden.