Poolbeschichtung: So bleibt der Pool dicht

Poolbeschichtung_neu beschichten in der Praxis

Pools unterliegen einer ständigen Belastung: Während Gartenpools jede Art von Wetter aushalten müssen, setzt Innenpools die dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit zu. Nach vielen Jahren der Nutzung weisen die meisten Pools daher oft Verschleißerscheinungen und undichte Stellen auf. Eine neue Poolbeschichtung hilft nicht nur, diese entstandenen Lecks und Risse auszubessern – sie lässt den ganzen Pool in frischem Glanz erstrahlen. In unserem Artikel lesen Sie, wann es Zeit ist für eine neue Poolbeschichtung, welche Art von Beschichtung zum eigenen Pool passt und wie Ihnen das Auftragen gelingt.

Wie kann ich einen Pool abdichten?

Ist der Pool undicht, kommt es im schlimmsten Fall zum Wasserverlust und somit zu höheren Kosten. Das kann an einem Leck oder an Rissen in den Poolwänden liegen sowie durch Brüche in unterirdisch verlegten Rohren verursacht werden. Alte Kachel- oder Fliesenbecken und Becken mit Poolfolie sind besonders anfällig für Lecks und Schäden an der Beckenwand. Hier empfiehlt sich eine Poolbeschichtung. Diese dient nicht nur dazu, die undichten und porösen Stellen auszubessern. Sie sorgt außerdem dafür, dass das Becken in Zukunft dicht bleibt.

Poolbeschichtung_GFK-vorher
Bei in die Jahre gekommenen GFK-Becken sind undichte Stellen keine Seltenheit.
Poolbeschichtung_vorher Bild Pooltechnik
Mit der Zeit können auch die Rohre im Technikschacht des Pools undicht werden.

Was ist die beste Poolbeschichtung?

Bei der Frage nach der besten Poolbeschichtung kommt es besonders auf die Funktionalität an – zum Beispiel wie rutschfest und widerstandsfähig die Beschichtung ist und welchen Schutz sie dem Becken bietet. Daneben spielt die Frage nach der Optik eine wichtige Rolle: Die gewählte Poolbeschichtung muss an die Beckenform anpassbar sein. Und sie muss den eigenen Bedürfnissen entsprechen: das betrifft die Farbe und das Aussehen an sich sowie die Art und Weise, wie sie sich anfühlt. Denn die Badegäste wollen sich beim Baden natürlich wohlfühlen. Damit die Poolbeschichtung das Becken zuverlässig schützt, ist eine besondere Sorgfalt bei der Verarbeitung des Materials entscheidend. Das betrifft vor allem die richtige Dosierung und schließt die Vorbereitung des Untergrunds mit ein.

Poolbeschichtungen bestehen in der Regel aus Kunststoff, zum Beispiel aus eingefärbtem Glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Dieser wird aus Harzen und hochwertigen Glasfasern hergestellt. Die häufig verwendete Polyurea Beschichtung stellt zum Beispiel eine solche Kombination mehrerer Verbindungen dar. Daneben kommen 1-Komponenten-Kunststoffe zum Einsatz. Hierzu zählen zum Beispiel Polyurethan sowie Thermoplaste, und dabei insbesondere Thermopolymer-Pulver. Letzteres ermöglicht einen universellen Einsatz und eignet sich sogar für die Sanierung von Fliesenbecken. Hier findet eine Sanierung des Beckens von Grund auf statt: das erspart viel Arbeit mit gerissenen und losen Einzelfliesen. Der ganze Prozess dauert um die 2 Wochen. Natürlich eignet sich das Thermopolymer-Pulver ebenso für die Poolbeschichtung von GFK- und Sichtbetonbecken.

Keramische FliesenKunststoffbeschichtung
Vorteile– viele Gestaltungsmöglichkeiten
– frostbeständig
– farb- und lichtecht, bleichen nicht aus
– beständig gegen Chemikalien
– trittsicher
– leicht zu reinigen
– bestehen aus natürlichen Rohstoffen
– pflegeleicht
– fugen- und faltenfrei, Schmutz setzt sich nicht ab
– trittsicher
– glatte und weiche Haptik
– extrem beständig gegen Hitze, Salz und Chemikalien
– wasserdicht und langlebig
– farbecht
– frostsicher
– freie Formenwahl, Beschichtung passt sich dem Untergrund an
– viele Gestaltungsmöglichkeiten
– UV-stabil
Nachteile– reparaturanfällig
– teurer als Beschichtung
– lange Bau- und Trockenzeit
– fachgerechte Verlegung durch Fliesenleger unbedingt notwendig
– fachgerechte Anbringung notwendig

Was ist eine Polyurethan Beschichtung?

Bei der Herstellung einer Polyurethan Beschichtung kommt eine 2K-Beschichtungsanlage zum Einsatz. Per Spritzverfahren wird die Beschichtung auf den unterschiedlichsten Untergründen aufgetragen, wodurch sie dehnfähig ist und sich gut an jegliche Form anpasst. Dem darunterliegenden Material bietet sie langfristigen Schutz durch…

  • … extreme mechanische Festigkeit
  • … Beständigkeit gegen Verschleiß
  • … Witterungs-, UV- und Temperaturbeständigkeit

Der Pflegeaufwand ist ebenfalls gering. Zudem weist diese Art der Beschichtung eine hohe Belastbarkeit auf und verhindert, dass Sie ausrutschen.

Kann man einen Pool streichen?

Ja, die Poolwände können Sie mit Schwimmbeckenfarbe bzw. Schutzlack anstreichen, zum Beispiel mit einem Lack auf Chlor-Kautschuk-Basis. Sichern Sie sich aber vorher dahingehend ab, dass die Farbe an der Oberfläche des Pools haftet. Das ist insbesondere bei PVC-Oberflächen wichtig. Eine Grundierung ist in den meisten Fällen ebenfalls notwendig. Je nach Zusammensetzung ermöglicht Schwimmbeckenfarbe einen wasserdichten Anstrich deines Pools. Außerdem weist sie eine hohe Beständigkeit auf. Dennoch eignet sich die Poolfarbe in der Regel nicht zum Abdichten, sondern nur als reiner Anstrich. Hinzu kommt, dass Sie die Farbe in der Regel alle ein bis drei Jahre erneuern müssen. Wer sich diesen Aufwand sparen möchte, wählt eine Poolbeschichtung als dauerhafte Lösung.

Wann brauche ich eine neue Poolbeschichtung?

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Pool eine neue Beschichtung benötigt. Oft nagt einfach der Zahn der Zeit an Beckenwänden und dem Boden. Da viele Pools beheizbar sind, nutzen Besitzer sie aufs Jahr gesehen auch länger und die Chemikalien im Poolwasser wirken durch den höheren Verbrauch stärker auf das Becken ein und greifen das Material an. In der Folge kommt es mit den Jahren zu einem oder mehreren dieser Mängel:

  • Der Poolboden löst sich ab
  • Die Beschichtung kreidet und sorgt für weiße Verfärbungen
  • Die Wände sind rau
  • Die Optik ist nicht mehr zufriedenstellend
  • Es besteht Osmose (bei GFK-Becken)
  • Es kommt zu Frostschäden (bei Außenbecken)

Speziell bei Betonbecken kommt es mit der Zeit möglicherweise zur Entstehung von Rostflecken. Ein weiteres gängiges Problem ist, dass die Becken stark aussanden. In dem Fall gibt es extreme Einträge von Sand aus dem Beton ins Poolwasser, sodass der Sandfilter in der Folge täglich rückgespült werden muss, was einen sehr hohen Chlorverbrauch nach sich zieht. Der hohe Chloreinsatz kann die unbehandelten Betonwände zusätzlich angreifen und den Zement auflösen und ausschwemmen. Eine Beschichtung ist hier also gleich aus mehreren Gründen sinnvoll.

Wie funktioniert das Beschichten?

Bei der Beschichtung des Pools kommt es darauf an, aus welchem Material das vorhandene Becken besteht und welche Oberfläche es aufweist. Die Beschichtung an sich funktioniert dann immer nach einem ähnlichen Prinzip.

Beim GFK-Becken ist es zunächst wichtig, die Oberfläche zu inspizieren. Finden sich Blasen, muss man diese aufschneiden, abschleifen und verspachteln. Anschließend befreit man die Fläche von Staub und sorgt dafür, dass sie trocken und glatt ist. Dann ist es Zeit, die Grundierung mit einer Ausgleichsspachtelmasse – wie zum Beispiel Epoxidharz – aufzutragen. Im nächsten Schritt erfolgt die eigentliche Beschichtung. Dabei gibt eine Fachkraft das Material zum Beispiel als Pulver in eine Maschine, in der es auf hohe Temperaturen gebracht und verflüssigt wird. Unter Hochdruck trägt sie die wasserdichte Beschichtung im gewünschten Farbton per Flammenwerfer auf Poolwände und Boden auf und erhält so eine fugenlose Beschichtung. Der gewählte Abstand zwischen der Einspritzdüse und der Oberfläche entscheidet, wie sich diese später anfühlt. Je nach Abstand hat das Becken eine eher glatte oder raue Oberfläche.

Bei der Sanierung eines Fliesenbeckens ist die Vorarbeit um einiges aufwändiger. Bei dieser Art von Becken lösen sich nach Jahren der Nutzung die einzelnen Glasmosaiken verstärkt von den Wänden. Nicht selten finden sich zudem schwarze und verschimmelte Fugen. Da das Herrichten der Mosaiken eine höheren finanziellen Aufwand bedeutet, als die Beschichtung mit einem System, entscheiden sich viele Poolbesitzer für die zweite Variante. Das auf Kunststoffpulver basierende ecoFINISH von der Firma Meyer Coatings ist zum Beispiel so ein Beschichtungssystem.

Zur Vorarbeit: Zunächst entfernt man alle Glasmosaiksteine von Wänden und dem Boden. Im nächsten Schritt schleift man jegliche Einbauteile ab, verputzt sie neu und glättet sie. Diese Arbeiten verlangen ein hohes Maß an Sorgfalt, um beispielsweise den Wasserfluss weiterhin zu gewährleisten. Auch hier ist das Auftragen einer Grundierung aus Epoxidharz notwendig, da es die Oberfläche versiegelt. Und es sorgt dafür, dass diese dem Druck des Poolwassers standhält. Schließlich beschichtet eine Fachkraft das Becken mit ecoFINISH. Dieser Vorgang entspricht dem Vorgehen beim GFK- oder Betonbecken. Am Ende ist das Becken abgedichtet und erstrahlt in neuem Glanz. Kommt es danach zu neuen Defekten, lassen sich diese mit ecoFINISH leicht ausbessern.

Poolbeschichtung_Fachkraft bringt Beschichtung an
Eine Fachkraft trägt die wasserdichte Beschichtung mit einem Flammenwerfer auf die Poolwand auf.

Wie lange dauert die Beschichtung?

Soll der Pool eine neue Beschichtung erhalten, umfasst die Sanierung folgende Schritte: Reinigung und Vorbereitung des Untergrunds, Aufbringen der Grundierung und der Kunststoffbeschichtung. In der Regel nimmt die Vorbereitung dabei am meisten Zeit in Anspruch. Wieviel Zeit das ist, entscheidet sich nach den Gegebenheiten vor Ort und dem Schadensausmaß. Bei einem kleinen Becken und geringen Schäden nehmen die Vorbereitungen nur wenige Tage in Anspruch. Eine umfassende und arbeitsintensive Vorbereitung dauert möglicherweise mehrere Wochen. Die Neubeschichtung ist dann meist zügig erledigt. In der Regel sind hierfür nochmal 2 Tage nötig. Praktisch ist, dass die Beschichtung nicht nur dafür sorgt, dass der Pool dicht ist. Der letzte Arbeitsgang enthält gleichzeitig das Finish.

Welche Poolfarben gibt es?

Typische Farben für die Poolbeschichtung sind Weiß-, Blau-, Grün-, Beige-, Schwarz- und Grautöne. Die Farbe der Beschichtung beeinflusst den Pool und das Poolwasser auf eine besondere Weise, denn sie lässt das Wasser in einem bestimmten Farbton schimmern und erzeugt dabei einen eigenen Farbeffekt.

Einen wichtigen Unterschied gibt es dabei zwischen Innen- und Außenpools: Während dunkle Farbtöne bei Außenpools enorm edel wirken können, empfehlen sich bei innenliegenden Pools eher helle Farbtöne. Denn hier herrschen andere Lichtverhältnisse. So können Sie den Pool mit einer Beschichtung aus Beige- oder Sandtönen gut in Szene setzen. Dieser Farbton erzeugt türkisfarbene Reflexionen im Wasser und sorgt für ein echtes Karibik-Feeling. Bei einer grauen Poolbeschichtung strahlt das Poolwasser in sanften Blautönen. Besonders luxuriös wirkt der Pool mit einer schwarzen oder anthrazitfarbenen Beschichtung, denn sie erzeugt eine elegante Spiegelung auf dem Wasser. Auch mit einem speziellen Muster, wie zum Beispiel in Schiefermarmor-Optik, erzeugt man den Spiegeleffekt und schafft daneben eine Illusion von großer Tiefe. Im Gegensatz dazu stehen Pools mit heller oder weißer Beschichtung: Hier ist der Boden gut zu erkennen, das Poolwasser scheint weißlich und erzeugt intensive Schimmereffekte.

Das Beschichtungssystem ecoFINISH gibt es zum Beispiel in rund 18 Farbtönen. Zusätzlich sind persönliche und individuelle Farben möglich sowie das Anbringen von Logos oder Mustern – wie etwa Beton-Optik.

Poolbeschichtung_neuer Pool mit dunkler Beschichtung
Eine schwarze oder anthrazitfarbene Poolbeschichtung lässt den Pool besonders edel wirken.

Poolbeschichtung_Beschichtung-in-weiss
Neuer Putz, Estrich, Grundierung und ecoFINISH Poolbeschichtung in der Farbe Weiß lassen dieses Becken in neuem Glanz erstrahlen
Poolbeschichtung_neuer Pool mit Muster
Individuelle Muster und Logos sind ebenfalls möglich.

Wie lang ist die Trocknungszeit?

Handelsübliche Schwimmbeckenfarben, bzw. Schutzlacke haben ganz individuelle Trocknungszeiten. Bis zur vollständigen Trocknung von Farbe oder Lack vergehen teils bis zu 14 Tagen. In der Regel weisen beide zwar eine gute Beständigkeit auf, dennoch müssen Poolbesitzer sie nach wenigen Jahren abermals erneuern. Eine viel längere Lebensdauer besitzen dagegen Poolbeschichtungen aus Polyurethan oder Thermopolymer. Dazu muss man das Material ordnungsgemäß auftragen und alle Verarbeitungsbedingungen einhalten. Es empfiehlt sich, diese Arbeit einem Profi zu überlassen. Eine Beschichtung aus Thermopolymer muss nach dem Aufsprühen nur trocknen und haftet dann fest auf Wänden und Boden und ist außerdem direkt wasserdicht. Das Becken können Sie anschließend sofort mit Wasser befüllen, es bedarf keiner zusätzlichen Wartezeit.

Ein weiterer Vorteil: Die Beschichtung lässt sich leicht reparieren, falls ein Riss auftritt. Dazu wärmen Sie die entsprechende Stelle an und sprühen eine neue Schicht auf, welche sich problemlos mit der alten verbindet. In der Regel müssem Sie dazu nur einen Teil des Wassers aus dem Becken ablassen.

Fazit Poolbeschichtung

Wenn der Pool nicht mehr ansehnlich oder gar undicht ist, wird es Zeit für eine neue Poolbeschichtung. Geeignet für nahezu jede Beckenart ist zum Beispiel das Beschichtungssystem ecoFINISH auf Basis von Thermopolymerpulver. Das Verfahren ermöglicht eine schnelle und nachhaltige Sanierung des Pools, sodass das Becken wieder eine schöne Farbe hat und zum Schwimmen einlädt.

Bei der Sanierung fallen folgende Schritte an: Zunächst bereitet man den Untergrund vor und reinigt ihn gründlich. Anschließend bringt eine Fachkraft nacheinander Epoxidharz und das Beschichtungssystem auf der Basis von Kunststoffpulver auf. So kombiniert, erzeugen die beiden Schichten eine besonders starke Bindung. Poolbeschichtungen gibt es in vielen unterschiedlichen Farbtönen. Je nachdem für welchen Farbton Sie sich entscheiden, beobachten Sie beim Poolwasser einen besonderen Effekt: So erzeugen zum Beispiel sehr dunkle Beschichtungen einen Spiegeleffekt. Sandtöne lassen das Wasser türkisblau schimmern und bringen Karibik-Flair in den heimischen Garten.

Poolbeschichtung_karabikflair im heimischen Garten

Alle Bilder: Meyer Coatings GmbH

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