Das Hallenbad managen. Foto: Tom Philippi
Das Hallenbad managen. Foto: Tom Philippi

In Teil 5 unserer Serie kümmern wir uns um das Hallenbad. Unser Hallenbad-Experte Franz Steinbauer hat allein in den vergangenen 20 Jahren mehr als 100 private und öffentliche Hallenbäder realisiert. Im Folgenden erklärt er, worauf es bei der Planung einer privaten Schwimmhalle ankommt und wie der schöne neue Wellnessbesitz im Anschluss optimal gemanagt und gepflegt wird.

I. Gebäudeplanung

Platzanforderungen + Technikraum

Hierbei ist eine ausführliche Abstimmung Kunde, Architekt und Poolbauer nötig, denn der erforderliche Platz für die Schwimmbadtechnik muss vorhanden sein. Viele unerfahrene Kunden und Architekten wissen nicht, dass die Technik viel Raum beansprucht. Speziell die Entfeuchtungsanlage benötigt viel Platz für das Gerät selber und auch für die Zu- und Abluftkanäle. Auch der Schwallwasserbehälter, falls ein Becken mit Überlaufrinne gewählt wird, was wir bei privaten Hallenbädernn immer empfehlen, muss unterhalb des Beckens in einem großen Technikraum verbaut werden. Idealerweise hat der Technikraum unter dem Schwimmbecken die gleiche Größe wie der Pool darüber und im Optimalfall ist das Becken im Untergrund rundum zugänglich.

Entfeuchtung + Schallschutz

Um Feuchteschäden zu vermeiden und auch Energie zu sparen, sollte ein optimales Dämmungssystem zum Einsatz kommen. Wir empfehlen das System „ISO“, mit dem der  Energieverbrauch bei einem circa 30 Grad warmen Hallenbad nicht größer ist, als bei einem Wohnraum mit normaler Raumtemperatur von 20° C. Durch die Dampfsperre von „ISO““kann keine Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen, und auch der Schallschutz ist verbessert. Bei der Entfeuchtungsanlage (hierfür wird die meiste Energie benötigt) ist ein hoher Wärmerückgewinnungsgrad besonders wichtig. Hier spielt die Auslegung der Kanäle eine große Rolle, da bei zu kleinen Kanälen die Luftgeschwindigkeit und damit auch der Geräuschpegel ansteigt. Eine exakte Berechnung ist daher äußerst wichtig. Hier vertrauen wir seit 20 Jahren auf die fachliche Unterstützung der Firma Mollerus. Damit es keinen Chlorgeruch in den Wohnräumen gibt, wird etwas mehr Luft aus dem Hallenbad abgesaugt als eingeblasen, wodurch ein geringer Unterdruck entsteht.

Beheizung + Energie

Die Beheizung des Poolwassers benötigt nur ein Drittel soviel Energie, wie die Klimageräte zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit. Sie kann mit allen möglichen Heizsystemen erfolgen und muss vor Ort mit dem Kunden abgestimmt werden. Verstärkt kommen hier Heizsysteme mit Niedertemperatur zur Ausführung, wobei dann auch die Wärmetauscher für Schwimmbad und Lüftung genau berechnet und ausreichend groß dimensioniert werden müssen. Dabei sollte man nicht nur die Anschaffungskosten berücksichtigen, sondern auch die Unterhaltskosten. Solaranlagen, Wärmepumpen oder auch Blockheizkraftwerke sind Optionen. Nach all meinen jahrelangen Erfahrungen empfehle ich, ein Hallenbad immer im Erdgeschoss und nicht im Kellergeschoss zu bauen, da natürliches Tageslicht nie wirklich durch künstliches Licht ersetzt werden kann. Ebenso sorgt der freie Blick in den Garten für ein besseres Wohlbefinden.

Ambiente + Poolbeleuchtung

Um ein angenehmes Ambiente auch am Abend zu erreichen, ist die Poolbeleuchtung ein zentraler Aspekt, bei Swimmingpools im Keller gar entscheidend. Unter Umständen könnte man hierfür auch einen Lichtplaner hinzuziehen. Ich empfehle immer LED-Farbscheinwerfer, da mit ihnen unterschiedliche Stimmungen erzeugt werden können. Dabei sollte auf jeden Fall die Raumbeleuchtung mit der Unterwasserbeleuchtung harmonisch abgestimmt werden. Mit Unterwasserscheinwerfern im Beckenboden, die an der Decke wunderschöne und angenehme Spiegelungen durch die Wasserbewegungen erzeugen, entsteht ein herrliches Ambiente! Wenn die Räume Tageslicht bekommen, reichen meist ein umlaufendes LED-Band an der Decke und die Unterwasserscheinwerfer im Becken aus. Wandstrahler können das Ganze sinnvoll ergänzen. Auch Relaxzonen lassen sich durch passende Lichtquellen gemütlich einrichten.

Technik + System

Sonderlösungen und das Zusammenspiel der verschiedenen Hausbus-Systeme mit anderen Technikkomponenten, wie etwa Rollo-Abdeckungen, sind mit Ospa-Technik gut in den Griff zu bekommen und für den Betreiber leicht zu bedienen. Das Chlor wird an Ort und Stelle mit preiswertem Kochsalz erzeugt und es gelangt nur das reine, mit Sauerstoff angereicherte Chlor durch Unterdruck ins Becken. Nach unseren Erfahrungen entsteht hautschonendes Badewasser in Trinkwasserqualität.

II. Hallenbad-Management

Technik + System

Die Ospa-Anlage funktioniert zwar vollautomatisch, sollte aber dennoch mindestens alle 14 Tage besichtigt werden. Dabei können die erforderlichen Betriebsmittel nachgefüllt werden. Bei unserer Technik beschränkt es sich auf ein paar Schäufelchen Salz in das „Blue-Clear“-Gerät. Das Nachfüllen der Betriebsmittel sollte auch immer regelmäßig erfolgen und nicht erst dann, wenn die Anzeige am Bildschirm dazu auffordert. Dies schont die Schwimmbadtechnik und gewährleistet einen störungsfreien Betrieb sowie eine einwandfreie Wasserqualität. Die elektronisch angezeigten Messwerte sollten übrigens alle ein bis zwei Monate manuell mit dem mitgelieferten Messkoffer überprüft werden.

Poolreinigung + Poolpflege

Grundregel: Der Badebereich sollte nie mit Straßenschuhen betreten werden! Auch wenn kein Schmutz im Becken zu sehen ist, sollte der Pool Sauger alle drei bis vier Wochen Boden und Wände reinigen. Zudem ist eine regelmäßige Reinigung des Beckenumgangs und der Überlaufrinne erforderlich. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Reinigungsmittel ins Becken gelangen. Dies würde die Wasserqualität äußerst negativ beeinflussen. Ebenso könnte das Filtermaterial beschädigt werden und müsste komplett erneuert werden. Das automatische Rinnenreinigungssytem von Ospa muss nur über den Bildschirm vor dem Reinigen aktiviert werden und deaktiviert sich nach einer fest eingestellten Zeit wieder von selbst. Bei Whirlpools besteht ein etwas höherer Pflegeaufwand, da bei Wassertemperaturen um die 37° C höhere Belastungen auftreten können. Das Dampfbad wird nach Benutzung nur mit dem Wasserschlauch, der hier immer montiert sein sollte, abgespritzt und die Glastür mit einem Gummiwischer abgezogen. Bei Sauna und Infrarotkabine muss meist nur der Boden gereinigt werden, der in der Regel gefliest ist.

Wartung + Service

Die regelmäßige Wartung der gesamten Technik durch einen geschulten Fachmann ist sehr wichtig. Beim Rundum-Sorglos-Paket ist der komplette Service inklusive: Anlagenkontrolle, Betriebsmittel nachfüllen, Reinigung des Schwallwasserbehälters und der Vorsiebe. Meist sorgt eine moderne, optimal eingestellte Mess- und Regeltechnik für sichere Wasseraufbereitung und optimale Wasserqualität. Wir verkaufen kein Hallenbad ohne Mess- und Regeltechnik, wobei wir bei unseren Ospa-Anlagen immer auch eine freie Chlormessung haben, wie es im öffentlichen Bereich Vorschrift ist. Der Besitzer sollte allerdings ab und zu die Wasserwerte manuell kontrollieren, da im Laufe der Zeit die Messzellen verschleißen. Bei herkömmlicher Chlordosierung, die wir aber nur sehr selten verbauen, muss immer wieder der Chlorkanister ausgetauscht werden. Außerdem werden pH-Mittel und häufig auch Flockungsmittel benötigt.

Der Artikel erschien auch in der Ausgabe 11/12-2018 von SCHWIMMBAD+SAUNA (hier bestellen!)

Redaktion: Joachim Scheible
Fotos: Tom Philippi, Tom Bendix, Joachim Scheible, Dr. Nüsken Chemie GmbH, Ospa Schwimmbadtechnik GmbH

Bisher erschienene Artikel der Serie „Den Pool durchs Jahr bringen“:

Teil 1: Der Start in die Saison (erschienen in SCHWIMMBAD+SAUNA, Ausgabe 3/4-2018)

Teil 2: Energie-Management (erschienen in SCHWIMMBAD+SAUNA, Ausgabe 5/6-2018)

Teil 3: Den Pool steuern und regeln (erschienen in SCHWIMMBAD+SAUNA, Ausgabe 7/8-2018)

Teil 4: Den Außenpool reinigen und pflegen (erschienen in SCHWIMMBAD+SAUNA, Ausgabe 9/10-2018)

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