Biohotel Rupertus

Biohotel Rupertus ErholPol Aussenansicht Pool

Wir wollten sehen, wie weit Bio und Nachhaltigkeit gehen können. In den Zimmern, in der Küche im Garten und überall dazwischen ist das im klimaneutralen Biohotel Rupertus, dem von Familie Blumenkamp geführten Bio-Hotel, der Fall. Und die neue Wellnesslandschaft “ErholPol” im Biohotel Rupertus hat natürlich unser besonderes Interesse geweckt.

Wir waren für Euch Anfang Juli in Leogang für den Urlaub im schönen Salzburger Land. Von Fellbach aus sind es knappe 5 Stunden, den Verkehr rund um Stuttgart eingerechnet. Ist einmal das Pickerl gekauft und Salzburg erreicht, so ist man gefühlt auch fast schon da. Dann geht es am berühmten “Stanglwirt” vorbei in Richtung Leogang. Alternativ ist eine Anreise auch per Bahn problemlos möglich. Hier kann man sich dann am Bahnhof Leogang auch vom Hotelpersonal per E-Auto abholen lassen. Ein CO2-Ausgleich inkl. Zertifikat kann bei der Anreise mit Auto entrichtet werden. Die dortige Bergwelt, die wir vorher nicht besonders gut kannten, raubte uns den Atem: vor allem die vielen Mountainbike-Trails, aber auch das Angebot für Familien macht dieses kleine Paradies zum Geheimtipp.

Und wenn man von Geheimtipp spricht, dann ist man auch schnell beim Biohotel Rupertus. Schon allein der Name Biohotel machte uns neugierig. Auch das Rundum-Mindfulness-Package für einen Entspannungsurlaub, der eine langanhaltende Wirkung entfaltet, ist so eine Sache, die besonders spannend klingt.

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Bio mit Herz – und das spürt man

1977 als Gasthaus mit Zimmern von der Familie Herzog gestartet, ist das Biohotel heute ein Juwel am Platz. Die Eltern Sophie und Gottfried Herzog waren Quereinsteiger. Es wurde von Beginn an sehr viel in Eigenregie gemacht. Vater Gottfried arbeitete so beispielsweise tagsüber als Skilehrer. Das wäre heute so alles nicht mehr denkbar, erklärte uns Nadja Blumenkamp, die Tochter des Hauses, die 2012 die Führung des Hotels mit ihrem Mann Olaf übernommen hat, und uns sehr freundlich und aufmerksam empfängt und durchs Haus führt. Als Gast wird man hier schnell geduzt, und das „Sie“ gerät schnell in den Hintergrund. Ihr Mann Olaf sei hier im Urlaub hängen geblieben, erzählt sie uns. Das war schon vor über 20 Jahren. Seit 2020 ist er dann voll in den Betrieb eingestiegen. Er wird uns dann später die Technik der nagelneuen Wellnesslandschaft, mit dem Namen “ErholPol”, zeigen.  

Bio: weiter als Gesetze und Vorschriften erfordern – und aus tiefster Überzeugung

Der Anspruch war es, immer kompromisslos auf höchste Qualität zu setzen. Dann kommt Nadja schon auf die vielen „Skandälchen“ der Lebensmittelindustrie zu sprechen. Das gefiel schon den Eltern nicht, noch weniger dann ihr selbst. Sie hatte eine gute touristische Ausbildung genossen. Und schon im Jahr 2005 war man mit dem ersten Bio-Zertifikat gestartet. Das Thema Bio wurde dann auf alles im Hotel heruntergebrochen. Nur 100 Prozent Bioqualität sollte es sein. Das ist seitdem eine Herzensangelegenheit. Die Hausherrin ist voller Geschichten und man sieht, dass sie mit ihrem ganzen Herzen dabei ist.

Noch einmal auf die Skandale angesprochen, sagt sie, dass BSE so ein Schlüsselmoment gewesen sei. Rindfleisch wird für das Biohotel nur noch aus der Region vom Hof eines Familienmitglieds bezogen. Sie waren mit ihrer Ausrichtung unter den Bio-Pionieren. Bio sei Genuss, Farbe, bedeute Lebenslust. Dies äußere sich beispielsweise auch bei ihrem Apérol, der zwar nicht so stark orange gefärbt sei, da keine Farbstoffe drin sind, aber der hier „Veneziano“ getaufte hauseigene Apérol überzeuge dann doch jeden Gast. Keine Pepsi, keine Cola gäbe es im Hotel, dafür aber organische Limonaden. Das geht dann schon ein bisschen über das nur Regionale hinaus. Die Küchenchefs des Biohotels Rupertus arbeiten auch dafür zu 100 Prozent mit biologischen Produkten – nach Möglichkeit aus der Region. Es gäbe aber auch exotische Bio-Früchte bei ihnen. Es wird im Hotel aber auch viel eingekocht, so hat man den Garten auch im Winter präsent: Kompott statt Ananas. Und man freue sich, wenn die Gäste von sich aus am Frühstücksbuffet bei den regionalen Produkten zugreifen.

Und weil ein bisschen bio und regional viele bieten, der Gast aber im Unklaren belassen wird, wie viel er wirklich bekommt: Das Rupertus hat sich nicht nur für gelebte Nachhaltigkeit, sondern für konsequent 100 Prozent Bioqualität entschieden – wenn möglich von Bauern aus der Region. Das Küchenteam beherrscht zudem die Kunst, Lebensmittel beinahe restlos zu verarbeiten: weil auch „no food waste“ eine achtsame Lebenseinstellung ausmacht. Die Bemühungen um eine gleichwertig vegane wie gemischte Küche auf höchstem Niveau wurden übrigens mit einer Gault Millau-Haube belohnt. Wer nicht auf Fleisch verzichten will, bekommt im Rupertus Bio-Fleisch von regionalen Landwirten. Alternativ vielleicht mal Süßkartoffel-Cashewbällchen, Popcornkruste, Alpin-Ratatouille? Worte, die man im Rupertus erschmecken kann. Denn neugierig sein und ausprobieren lohnt hier immer. Getreu dem Leitsatz des Rupertus: „Wir möchten Teil der Veränderung sein, von der alle sprechen.“

Abseits des Mainstreams, bis ins Detail

Wir gehen dann zur Rezeption. Stoffe von Leitner Leinen setzen wohltuende Akzente zu dem Pult, der Decke aus Echtholz. Am Beispiel von Leitner erklärt uns Nadja, wie das Prinzip Bio von A bis Z im Hause umgesetzt wird. Sie ist Liebhaberin von Leitner-Produkten, weil diese den Leinen selbst in Österreich anbauen. Das Echte, die Qualität, das spürt man halt. Als Unternehmer*in entscheidet man jeden Tag, wen man unterstützen möchte. Leitner Leinen findet man so im ganzen Hause, in allen Zimmern wieder. Der Tonputz im Eingangsbereich stammt von einem regionalen Maler aus St. Pölten und unterstreicht diese Zielsetzung nur.  Die Einrichtung wurde insgesamt heimisch konzipiert – etwa mit Möbeln vom Leoganger Tischler im Innenbereich. Selbst bei den Gartenmöbeln, die bekanntlich meist aus China kommen, hat man hier genauer hingeschaut: „Sie kommen aus einem spanischen Familienunternehmen. Denn wir entscheiden auch in diesem Bereich sehr bewusst, wo unsere Kaufkraft hingeht“. Der Rupertus-Familie fällt immer noch etwas ein, was sie besser machen können und werden. Etwa Ressourcen schonen. So sind die Einsteckhüllen für die Zimmerkarten – sonst einmal beschriftet und dann entsorgt – im Rupertus aus bunten Stoffen genäht. Individuell wie die Zimmer und ihre Bewohner.

Im Shop an der Rezeption gibt es lauter handverlesene Produkte, wie z. B. die Dent Tabs, die uns ins Auge stechen. Da wird Bio zu Ende gedacht. Und Nadja entscheidet sich bewusst dafür.

Die Filzblumen an der Rezeption stammen von einer Firma aus Dänemark, die diese aus Peru bezieht und dort auf diese Weise Arbeitsplätze schafft. Alles liebevoll ausgesucht und zusammengestellt. 

Bio + Zirbenholz = Erholung pur

Foto: Biohotel Rupertus

Wir sind in einer der “Zirbensuiten” untergebracht. Die Terrasse mit Bergblick über dem Garten gelegen, Naturbetten und überall der Duft nach Zirbenholz werden uns von dieser geräumigen Suite sicherlich in Erinnerung bleiben. Denn alles zusammen führte zu einem tiefen, erholsamen Schlaf. Das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen weckte dann die Lebensgeister. Milch, Jogurt vom Bio-Bauern gleich in der Nähe. Auch hier sind die Speisen sorgfältig ausgesucht. Das bemerkt man sofort. Gäste, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, kommen hier ganz auf ihre Kosten. Vom Frühstück an ist die Familie da, die ja auch im Hotel wohnt, und schnell ist der Gast in dieser Urlaubs-Wohlfühlblase, die allen gut tut: den Gästen, den Mitarbeitern und der Familie selbst.

Alltag auf Stand-by – Wellness vom Feinsten

Foto: Biohotel Rupertus

Wir von SCHWIMMBAD+SAUNA sind natürlich wegen der neuen Wellnesslandschaft hier. Der Name “ErholPol” ist schon gut gewählt und gibt einen Eindruck, was einen hier erwartet. Es ist Anfang Juli, und die Bio-Garten-Wellnesslandschaft, die sich auf mehrere Ebenen erstreckt, beherbergt als Ort der Entspannung so einige „Lieblingsplätze“. Alles hier ist ideal darauf ausgerichtet, um Kraft zu tanken und zur Ruhe zu kommen. Genau das ist ja der Bereich, um den es bei uns geht. Bis vor einem Jahr hatte man im “Rupertus” noch einen Naturpool im Außenbereich. Das stellte sich vor allem im Sommer und im Winter als schwierig dar. Was fehlte, war ein richtiger Infinity-Indoor- und Outdoorpool, der ganzjährig genutzt werden kann. Wetterunabhängiges Sommerfeeling inmitten eines blühenden Gartens war die Vision. Im Lockdown hatte man viel Zeit zu überlegen, wo man strategisch hinwolle. Man setzte sich mit der Familie an einen Tisch und fasste gemeinsam den Beschluss, in die Krise hinein eine große Investition zu stemmen und einen modernen Wellnessbereich anzubauen. Das war der Weg. Mit neuem Elan sollte mit der als ideal empfundenen Zimmerzahl von 50 neu durchgestartet werden. Lieblingshotel und Zuhause – sollten hier zu einer Einheit verschmelzen.

Sie entschieden sich für ein Fliesenbecken und gegen ein Edelstahlbecken. Der beheizte Infinity-Indoor- wie Outdoorpool mit Schilf- und Bergblick auf den Hausberg Palfen und herrlichen 22 Metern Länge lädt heute bei jedem Wetter zum Bahnenziehen ein. Aber der gesamte Wellnessbereich begeistert uns: Der Panorama-Ruheraum mit diesem einzigartigen Holzduft und Blick durch die riesigen Panoramafenster auf die Leoganger Steinberge ist schon Event genug. Die ausladenden Sofas aus Italien hier, im besonderen Grünton, sind wundervoll und laden zum Hineinfallen und Genießen ein. Der großzügige Adults-only-Bereich inklusive runder Panoramasauna mit Eisbrunnen und Nacktterrasse auf dem zweiten Obergeschoss und Ruheräumen auf verschiedenen Ebenen, die stilvoll variieren, laden zum Ausspannen und zum Zur-Ruhe-Kommen ein. Die beeindruckendste Sauna aus unserer Sicht, ist dann auch die ganz rund gehaltene 90° C Adults-only-Panoramasauna auf dem Dach des Wellnessbereichs mit Nacktterrasse und Eisbrunnen. Aber auch die gemütliche 75° – 85° C Zirbensauna ist top. Dazu noch das Dampfbad, mit der Möglichkeit sich ein Peeling zu gönnen oder die Infrarotkabine mit 6 Sitzen. Den bestehenden Wellnessbereich komplettieren aber auch die neue Familien-Kräutersauna mit „Nestern“ am Pool und in einem neuen Ruheraum, der Fitnessraum mit Gartenblick mit neuen Geräten von Techno-Gym und das Spielzimmer für die Kleinen mit direktem Ausgang in den Garten.

Den neuen Wellness- und Poolbereich empfinden wir als perfekten Ausgleich zum Aktivsein. Yoga am Morgen erfreue sich bei den Hotelgästen besonderer Beliebtheit, sagt uns Nadja. Das ist hochwertigstes Understatement. Überhaupt wird das Wellnessangebot weit gedacht: Sport, Yoga sowie der hauseigene Fitnessraum sind fester Bestandteil des Angebots. Auch das hochprofessionelle Angebot an E-Bikes, über Trailrunning, Yoga, Golfen und Wandern gehören hier zum Potpourri an schier unendlichen Wellnessmöglichkeiten, die sich einem öffnen, dazu.  

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Nadja meint, dass wenn ein Gast nach seiner Radtour zurückkomme, die Schuhe ausziehe, um mit den Füßen das Gras zu fühlen, dann wisse sie, dass der Gast angekommen sei. Das Biohotel Rupertus ist ein lockeres Haus. Hier streift man den Alltag ab, um endlich loszulassen.

Foto: Biohotel Rupertus

Die schicken Gartenmöbel in der Schwimmhalle und im Außenbereich haben auch ihre Geschichte. Da war nämlich das Unglück im Suezkanal maßgeblich. Wegen der Blockade wurden sie dazu angeregt, darüber nachzudenken, ob es nicht angebracht sei, Gartenmöbel, die in Europa produziert werden, vorzuziehen. Ein Familienunternehmen aus Spanien wurde dann als passender Lieferant ausgewählt. Man ließ sie individuell produzieren. Der sanfte rosa Farbton wirkt auch selbst bei Regen schön. Alte Gartenmöbel werden so auch wieder neu bespannt und weiterverwendet. 

Und auch ganz klar: Solch ein Wellnessbereich ist eine Herausforderung für ein klimaneutrales Hotel, das sich klimapositiv zu sein zum Ziel gesetzt hat, „Wir heizen im neuen Wellnessbereich wie im restlichen Hotel biologisch durch unser Biomasse-Heizwerk und planen eine weitere Photovoltaikanlage. Auch eine Anlage zur Wärmerückgewinnung wurde installiert“, erzählt uns Olaf Blumenkamp.

Foto: Biohotel Rupertus
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