Schwimmteich und Naturpool: Darauf kommt es an!

Naturpools und Schwimmteiche werden aufgrund des besonderen Badegefühls in natürlich weichem Wasser immer beliebter. Viele Eigentümer von Swimmingpools möchten diese deshalb in ein biologisch funktionierendes Badegewässer umbauen. Dabei liegt der Gedanke zugrunde, dass naturnahe Badegewässer weniger Arbeit machen, weniger Strom benötigen und nicht so oft gepflegt werden müssen. Doch diese Vorstellungen stimmen nicht immer mit der Realität überein.

Die Pflege

Naturpools benötigen wenig Pflege, wenn der Besitzer keine Probleme damit hat, am Boden und an den Rändern einen etwas glitschigen Belag zu haben und in einem leicht trüben Wasser zu schwimmen. Dabei ist trübes, aber nicht kristallklares Wasser durchaus von hoher Wasserqualität. Klares Wasser und saubere Ränder und Bodenflächen sind nur mit einem erheblichen Mehraufwand an Pflege zu erreichen. Auf jeden Fall werden in einem naturnahen Badegewässer immer Kleinst- und Kleinlebewesen vorhanden sein.

Ein Schwimmteich ohne Krebse, Frösche und Fische, die durch Fischlaich von Wasservögeln eingeschleppt werden, gibt es auf Dauer nicht. Dennoch bleibt es nicht aus, dass naturnahe Badegewässer einen gewissen Pflegeaufwand verursachen.

Die Reinigung



Zwischen Schwimmteichen und Naturpools gibt es übrigens signifikante Unterschiede: Während die Wasseraufbereitung bei Schwimmteichen im Wesentlichen von Pflanzen und Kleinstlebewesen in eigens dafür errichteten Regenerationszonen übernommen wird, das System also sich selbst und der Natur überlassen bleibt, wird die Wasserqualität von Naturpools durch den Einsatz einer biologischen Filtertechnik gewährleistet. Hinzu kommt ein Ruhebereich, in dem Kiesel, Steine und Pflanzen das Wasser filtern.

Die Reinigung ist indes nicht ohne Strom durchführbar: Die Filtertechnik erfordert den Einsatz einer Pumpe, die das Wasser umwälzt. Das Wasser muss ständig bewegt werden, um es mit Sauerstoff anzureichern. Laufen die Pumpen nur unregelmäßig, kommt es schnell zu erheblicher Algenbildung.

Alles was an Blättern oder Gartenschnitt in den Naturpool fällt, muss von Hand herausgeholt werden. Im Herbst empfiehlt es sich, entsprechende Schutznetze über dem Wasser zu spannen. Holzdielen und Liegeflächen, die zum Wasser hin so gebaut sind, dass über sie Regenwasser in den Pool fließt, sind für einen Naturpool nicht geeignet. Schmutz und andere Stoffe gelangen in das Wasser, was wiederum zu vermehrter Algenbildung führt.

Zur Wasseraufbereitung werden keine chemischen Stoffe verwendet. Dadurch ist das Wasser im naturnahen Badegewässer für Allergiker besser geeignet als das gechlorte Wasser im konventionellem Swimmingpool. Jedoch funktioniert ein Naturpool nur bis zu einer Wassertemperatur von 28 Grad Celsius.

Die Bauarten

Naturpools und Schwimmteiche können je nach Wunsch des Besitzers verschieden gestaltet werden. Es sind viele oder weniger naturnahe Becken möglich. Denkbar sind Poolbecken ohne oder nur mit vereinzelten Pflanzen oder ein Schwimmteich, der viele Pflanzen und Wassertiere beherbergt. Poolähnliche Beckenbauarten bieten sich an, wenn ein Swimmingpool zu einem Naturpool umgebaut werden soll.

Sinnvoll ist es, eine Flachwasserzone einzuplanen, die Wasserpflanzen in die Anlage integriert. Dadurch wird im Frühjahr das Wasser schneller erwärmt. Zusätzlich entziehen diese Pflanzen dem Wasser Nährstoffe, was zur Wasserreinhaltung beiträgt.

Die Außengestaltung

Die Außengestaltung kann individuell geplant werden. Pflanzenbeete oder der Einbau von Beleuchtungskörpern geben dem Badegewässer eine persönliche Note. Auf jeden Fall sollte sich der Naturpool perfekt in den Garten einfügen. Dazu benötigt er mindestens 50 bis 60 Quadratmeter Gartenfläche. Noch größere Varianten bleiben bei hohen Temperaturen kühler und bilden weniger Algen. Eine Mindesttiefe von zwei Metern verhindert, dass beim Schwimmen Sedimente schnell hochgewirbelt werden.

Direkt am Naturpool kann man eine Terrasse und einen Badesteg anlegen. Ein geschwungener Verlauf am Rand sorgt für eine besonders natürliche Optik. Zusammen mit der Bepflanzung in der Regenerationszone entsteht dann ein nahtloser Übergang zum Garten. Dunkle Teichfolien ergeben den Eindruck, dass das Wasser tief ist und lassen auch flachere Pools wie ein großes Gewässer aussehen.

Im Prinzip baut man sich mit einem Naturpool einen eigenen Badesee mit dazugehörigem Ökosystem. Sie können durch entsprechende Gestaltung zum Naherholungsgebiet im eigenen Garten werden.

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