Nähe statt Messehalle – Unterwegs bei der Fachhändlerschulung von BAC pool Systems
Fotos und Text: Daniela Eichert
Große, lichte Hallen, der Geruch von Material, das Geräusch von Maschinen – und Menschen, die wissen, was sie tun. Wer das Werk von „BAC pool systems“ in Ettlingen betritt, merkt schnell: Hier geht es nicht um Inszenierung. Hier geht es um Substanz.
Mehrmals im Jahr lädt der Hersteller von Poolabdeckungen Fachhändler und Poolbauer zur Schulung ein. Doch „Schulung“ greift zu kurz. Es ist eher ein Werkstattgespräch. Ein Perspektivwechsel. Ein Eintauchen in Prozesse, die sonst hinter verschlossenen Hallentoren stattfinden.
Wo Theorie auf Werkbank trifft
Am Vormittag noch Kennzahlen, Normen, Energieeffizienz. Am Nachmittag stehen die Teilnehmer zwischen Zuschnitt, Näherei und Montage. Material wird angefasst, Quetschrohre erklärt, Befestigungen getestet. Man spricht über Randauflagen, Sonderformen, Schneelasten. Aus Katalogen werden greifbare Systeme.
„Dieser Austausch mit wenigen unserer Kunden oder potenziellen Kunden ist für uns oft wertvoller und nachhaltiger als der Besuch einer großen Fachmesse“, sagt Geschäftsführer Stephan Kortus. Nachhaltiger, weil Rückfragen gestellt werden. Nachhaltiger, weil Prozesse direkt optimiert werden. Nachhaltiger, weil aus Lieferanten Partner werden.
13.000 Quadratmeter Verantwortung
Das 2012 neu gebaute Werk in Ettlingen umfasst 13.000 Quadratmeter, davon 7700 in der Produktion und 600 in der Verwaltung. 55 Mitarbeitende arbeiten hier, weitere neun am Standort Oftringen in der Schweiz – für Service, Vertrieb, Montage. Kurze Wege, gerade für den stark nachgefragten Schweizer Markt. Doch entscheidend ist das Miteinander. „Ich habe das Glück, hier Geschäftsführer zu sein“, sagt Kortus. „Wir haben viele Kollegen, die schon lange im Team sind – echte alte Hasen. Gleichzeitig bringen junge Mitarbeitende frischen Wind hinein. Diese Mischung ist unbezahlbar.“
Teamgeist wird nicht plakatiert. Er zeigt sich im Umgangston, in klaren Abläufen, in der Selbstverständlichkeit gemeinsamer Lösungen.
Premium – aber mit Bodenhaftung
BAC steht für langlebige, individuell angepasste Poolabdeckungen. Innovation gehört dazu – aber nicht um jeden Preis. Bewährtes wird weiterentwickelt, nicht ersetzt. Zuverlässigkeit ist logistischer Anspruch: pünktliche Lieferung, persönliche Erreichbarkeit, klare Formulare, digitale Preislisten, ein unkomplizierter Händlerbereich. In der hauseigenen Näherei entstehen Maßanfertigungen. Windsicherungen sind optional und nachrüstbar. Salzwasserbecken stellen kein Problem dar, da das System oben auf dem Rand aufliegt. Für nahezu jeden Untergrund gibt es passende Befestigungen.
Und dann sind da die Sonderfälle. Ein Pool, mittig eine Säule – Wunsch des Bauherrn. Technisch eine Herausforderung. Für BAC kein Ausschlusskriterium. In der Produktion wird diskutiert, skizziert, getüftelt, bis eine Lösung gefunden ist. Möglich wird das durch eigene Fertigungstiefe – und Mitarbeitende, die bereit sind, ungewöhnliche Wege zu gehen.





Energieeffizienz: Argumente, die zählen
Ein Schwerpunkt des Schulungstages ist das Thema Energie: Ein Hallenbad hat 55 Prozent Energieverlust durch Verdunstung, ein Freibad: bis zu 80 Prozent. Der Energieaufwand für Entfeuchtung im Hallenbad wird mit 41 Prozent beziffert.
Bis zu 60 Prozent Energieeinsparung sind durch eine Abdeckung im Freibad möglich.
Alle solaren Abdeckungen erfüllen Energieeffizienzklasse A – ein starkes Argument in Zeiten steigender Energiekosten. Differenziert wird beraten: Rollladen für Wärmerückhalt, Rollschutz für Sicherheit.
Die Modelle „Rollmatic“ und „Twist“ sind nach der französischen Norm NF P90-308 zertifiziert. Sicherheit wird nicht optional gedacht. Kortus ist überzeugt: „In drei oder vier Jahren wird es keinen Pool mehr ohne Abdeckung geben.“
Drei Modelle, viele Möglichkeiten
Schließlich werden die Stars des Unternehmens präsentiert. Im Schulungsraum liegen sie nebeneinander – nicht als Prospekt, sondern zum Anfassen. Novatrend, Einsteigermodell für Becken unter zehn Meter. Multiversal, Mittelklasse mit 20 Zentimeter Randauflage, geeignet für nahezu jede Beckenform sowie Swiss Top, das Premiumsegment mit 25 Zentimeter Randauflage, ohne sichtbare Zwischenstangen.
Seitliche Quetschrohre sorgen für Stabilität, Schneeträger sind optional möglich – wobei Rollschutzsysteme regelmäßig von Schneelasten befreit werden müssen.
Die Botschaft an die Schulungsteilnehmer: Je präziser die Informationen zum Becken, desto besser das Ergebnis, das „BAC pool systems“ liefern kann. Formulare und Skizzen sind Grundlagen passgenauer Fertigung.
Die Menschen dahinter
Begleitet wird die Schulung von erfahrenen Köpfen: Andreas Knaisch (Leiter Arbeitsvorbereitung und Technik), Stefan Degenkolbe (Arbeitsvorbereitung),
Fatih Falay (Technische Entwicklung und Support), Simon Reiser (Verkaufsleiter). Sie erklären nicht nur Produkte, sondern Zusammenhänge.
Mehr Werkbank als Bühne
Am Ende bleibt ein Eindruck: Diese Schulung ist keine Produktshow. Sie ist Dialog. Detailarbeit. Partnerschaft. Hier setzt man auf Nähe, Zeit und Transparenz. Oder, wie Stephan Kortus es formuliert: „Nachhaltiger als jede Messe.“










