Compass Pools: Seminar 2024

Vom 30. Januar bis zum 2. Februar 2024 veranstaltete Compass Pools ein Seminar für ihre Fachhandelsgruppe. Im „X-Bionic“-Hotelkomplex und Olympischen Trainingscenter in der Slowakei hieß Compass Pools etwa 171 Gäste aus 15 Ländern herzlich willkommen.

Nach einem „Get together“ und der Begrüßung durch Franz Reps, dem Geschäftsführer von Compass Pools Deutschland, ging es am Folgetag mit dem Seminar los. Am 31. Januar begab sich die Gruppe nach dem Frühstück zum Werksgelände von Compass in Senec. Hier erwartete die Teilnehmer ein umfangreiches Programm, das einen Einblick in die gesamte Produktion bot. Händler und Partner hatten die Gelegenheit, ihre Produkte und Neuheiten vorzustellen.

Tibor Meszaros, Geschäftsführer von Compass Pools Europe, ließ hinter die Kulissen des Compass-Werks detailreich blicken. So ging er auf die vielen Auflagen ein, die man zu erfüllten hat. „Der Schutz der Mitarbeiter hat höchste Priorität“, sagte er. Nach einem Brand im Jahr 2015 wurde eine hochmoderne Produktion hochgezogen.

Mehrere Kontrollstufen für die Compass-Becken

Die Compass-Partner bekamen das Aufsprühen der verschiedenen Schichten der Compass-Becken zu sehen, auch, wie der berühmte Gelcoat aufgetragen wird. Um ein Becken fertig zu machen, braucht es insgesamt circa 12 Stunden. Qualitätskontrolle und eventuelle Korrekturen findet im Anschluss statt, wobei es mehrere Kontrollstufen gibt. Pro Schicht (7,5 Stunden) fertigt man in Senec 3 bis 4 Becken, wobei dieses Pensum von der Beckengröße abhängt.

Alle Parameter sind genau vorgeschrieben, hinterlegt und jeder Schritt der Beckenproduktion wird im Computer festgehalten. Zum Beispiel der Druck der Pumpen, die Temperatur in der Halle, die eingesetzten Materialien und ihre fest definierten Mengen.

Beim Gelcoat etwa sind zwei Mitarbeiter beschäftigt: einer sprüht, der andere kontrolliert, denn das gleichmäßiges Auftragen der einzelnen Schichten ist wesentlich und wird durch mehrfache Kontrolle abgesichert. So kann man auch bei Reklamationen alles genau nachvollziehen. „Wir lernen immer dazu, um uns kontinuierlich zu verbessern“, betont Tibor Meszaros.

Selbsttragendes Compass-Becken

Die in Compass-Pools zentrale Keramikschicht wird unter verschiedenen Temperatureinstellungen aufgetragen, das sorge schon für „die besondere Festigkeit des Materials“. Das ebenso eingesetzte Balsaholz hat trägt weiterhin zur Stabilität bei. Das spezielle Holz wird unter anderem beim Schiffsbau verwendet.

Daran anschließend stellte Franz Reps die selbsttragenden Becken vor, zum Beispiel Becken, welches die Firma Binder für die jüngste Poolmesse in Barcelona aufstellte. Auch den neuen Minipool mit frei zu platzierendem Skimmer zeigt er den Fachhändler. Übrigens ist auch der Einbau von Poolfenstern in Compass-Becken möglich.

Pooltechnik von Hayward für Compass

Nach der Mittagspause ging es zur Station von Kmobateva und deren „Naturepool“. Das chlorfreie System des israelischen Unternehmens, das über Compass Pools exklusiv in Deutschland vertrieben wird, sorgte für viel Interesse. Mikrobiologische Tests hätten gemäß Geschäftsführer Ishay Hinkis bewiesen, dass das Wasser in Trinkwasserqualität dauerhaft durch das Kmobateva-System erhalten werden kann.

Daraufhin folgte die Präsentation von Matthias Schilling, dem Technischen Leiter von Hayward Pool Europe, und Stefan Stangl von Compass Pools. Sie unterrichteten die Gruppe über neue Einheiten zur Filtersteuerung. Ein praktisches Beispiel anhand von „hochprozentigen Komponenten“ wurde vorgeführt. Alle Daten lassen sich bis zu 30 Tage zurückverfolgen. Die Werte können per Handy aktiv geändert werden. Somit kann sich der Fachhandel viele Fahrten zu den Kunden sparen. Gezeigt wurde auch der neue Steuerungskasten „Compass Power“ und ein neuer Filtersandkessel – beide Produkte werden von Hayward exklusiv für Compass hergestellt.

An der letzten Station des Tages ging es um Reparaturen, etwa bei der Gelcoat-Schicht, und einige praktische Handhabungstricks für die Fachhändler.

Vortragsreihe an Tag 2

Zu Beginn der Vortragsreihe an Tag 2 gab Franz Reps einen Rückblick auf 2023 sowie einen Ausblick auf das begonnene Jahr. Vorträge hielten Compass Pools Deutschland, Compass Pools Europe, Compass Australia, Speck Pumpen, Hayward, T&A, Kmobateva, Binder sowie Frank Eisele zum Thema Energieeffizienznorm.

Zum Rückblick: Im März reisten Franz Reps und sein Vater Josef nach Israel, um mehr über Kmobateva zu erfahren. Ein kurzes Video zur Wasserqualität von Compass-Pools mit Kmobateva-Technik und die persönliche Schilderung durch Franz Reps brachten den Fachhändlern das natürliche System aus Israel näher. Die Messeauftritte auf der „aquanale“ in Köln sowie der „Piscina Wellness“ in Barcelona waren weitere Highlights 2023.

Franz Reps erwähnte auch den Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen extremen Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen. Auch die Handelsströme und Lieferkettenengpässe seien davon stark betroffen. Trotzdem habe Compass weiter Pools in die Ukraine geliefert: immerhin 32 in 2023.

Die Krise betrifft auch den Energie- und Wasserverbrauch sind betroffen. Die bis April 2023 geltende Energiesparverordnung sorgte für eine stark rückläufige Nachfrage nach privaten Pools. In diesem Zusammenhang wurde das Video des bsw als positive Reaktion auf diese Situation abgespielt. Darin wird versucht, den Pool vom Energieschleuder-Image wegzuholen.

Energieverbrauch der Compass-Becken

Beim Thema Energie sagte Reps, Compass sei das einzige Unternehmen auf dem Markt, das sich den Energieverbrauch seiner Becken habe berechnen lassen. „Compass erreicht mit seinen Becken die Stufe A. Das können die Fachhändler den Endkunden kommunizieren.“ So wurde der „Compass Energie Simulator“ mit T&A-Unterstützung für die Fachhändler entwickelt: Stromverbrauch, Wasserverbrauch, Energiekosten können hiermit unter anderem berechnet werden.

Hayward in Person von Antonios Katsaros und Matthias Schilling eröffneten das Vortragsprogramm der Compass-Partner. Katsaros stellte Hayward als“ innovatives, international stark vertretenes Unternehmen“ vor. So stellte er die neue Fabrik in Barcelona mit dem Schwerpunkt der Wasseraufbereitungsprodukte vor. Des Weiteren ging er auf die zu Hayward gehörenden Firmen Kripsol (Umwälzpumpen) und Sugar Valley (Wasseraufbereitung) ein. Als „Gehirn des Pools“ stellte er die „Compass Water Station“ vor, mit der die gesamte Poolanlage gesteuert werden könne.

Entwicklungen von Hayward für Compass

Neu ist auch die „Compass Salt Water Station“, Hardware und Software wurden von Hayward komplett neu entwickelt. WLAN und Ethernet ermöglichen eine Poolsteuerung aus der Ferne. Die Anlage kann über das Modbus-Protokoll in Smarthome-Systeme integriert werden. Mit der „Control Station Panel“ können sie und auch klassische Dosieranlagen gesteuert werden.

Nach einer kurzen Vorstellung der frequenzgesteuerten Pumpen Katsaros und Schilling auf den Kartuschenfilter „Swim Clear“ zu sprechen. Wegen dessen geringen Widerstandes könne man auch kleinere Pumpen einbauen und so richtig Wasser sparen. „Kartuschenfilter können in Zeiten der Wasserknappheit zum großen Thema werden, außerdem muss man sie gerade ein Mal im Jahr reinigen.“

Speck Pumpen und „VirtualPools“

Danach stellte Sven Lingansch die vielen verschiedenen Pumpen aus dem Hause Speck vor. „Die richtige Pumpenauswahl“ sei wichtig für eine gute und effiziente Performance. Vor allem die frequenzgesteuerten Pumpen seiner Firma seien „überlegen“ auf dem Markt.

Nach einer kurzen Pause stellten Roeck Sander und Stefan Van Gerwen von „VirtualPools“ ihr Visualisierungs-Tool vor. Man lernte sich mit Compass im November auf der Messe in Barcelona kennen und entwickelt das Tool nun gemeinsam weiter, wobei eine eigene Version für Compass in der Entstehung sei. Mit ihr könne man „in den leeren Garten“ einen Pool mit Poolumrandung „hereinzaubern“, damit sich die Bauherren eine Vorstellung von ihrer künftigen Wellnessoase machen können.

„VirtualPools“ geht jedoch über reine Visualisierung hinaus. Dank „Augmented Reality“ kann man diverse Objekte rund um den Pool platzieren und so ein echtes „Summer Feeling“ am Computer entstehen lassen. „VirtualPools entwickelt kontinuierlich neue Funktionen, in Abhängigkeit vom Feedback der Benutzer.

Kmobateva: In der Natur lebendig

Es folgte der Vortrag von Ishay Hinkis von Kmobateva aus Israel: „The Next Gen“ of Living Water Pools“. Zunächst bedankte sich Ishay bei Compass für die gut angelaufene Zusammenarbeit und für die Unterstützung, die sie von Compass von Anfang an erhalten haben. Nach der langen Testphase in Israel und den Erfahrungen, die man dort gemacht hat, sei man nun reif, sich neuen Märkten zuzuwenden. Zu Beginn bediente man nur den Highend-Bereich, dank der Zusammenarbeit mit Compass kann man jetzt aber auch andere Schichten erreichen.

Kmobateva bedeutet “in der Natur lebendig”. „Frisches und lebendiges Wasser bei einem einfachen und leicht zu installierenden System“, so umschreibt Hinkis sein System. Die Poolbesitzer sollen damit ihre eigene natürliche Quelle im Garten haben. Da das System chlorfrei funktioniert, könne Compass nun Kunden erreichen, die nicht in Chlor schwimmen möchten. Das vorinstallierte System hilft zudem Kosten einsparen.

Die Oberfläche von Compass-Pools sei für das Kmobateva-System äußerst gut geeignet. In diesem Jahr wird man in Israel 25 Compass-Pools mit dieser Technik ausstatten. Die Pools werden online vom Hersteller überwacht, so können Schwimmbadbauer schnell Unterstützung bei technischen Problemen erhalte. Bei jeder Erstinstallation werden man dabei sein und Hilfe leisten. In Italien heißt das System übrigens „Bluezen“.

In Zukunft werde man verstärkt mikrobiologische Tests durchführen. „Wir gehen davon aus, dass Chlor damit aus den Pools verschwinden wird. Die klimatischen Veränderungen werden außerdem dazu führen, dass bei steigender Wasserknappheit das Chlor noch mehr in Frage gestellt wird.

Frank Eisele, Binder, T&A

Frank Eisele vom Technischen Beirat des bsw referierte dann über die neue Energieeffizienznorm DIN EN 17645. Energieeffizienz sei zwar kein Muss, doch mit dem neuen Label könne der Schwimmbadbau gut arbeiten. Er erklärte die Berechnungen und die Struktur der Norm.

Im Anschluss präsentierte Felix Binder die Turbinenschwimmanlage „HydroStar“ und ermutigte die Fachhändler, ihre Kunden zum Probeschwimmen einzuladen. Joeri Dils von T&A aus Belgien stellte dann seine jüngst gewachsene Firmengruppe und deren Produkte vor. In puncto Energieeffizienz stellt man den Fachhändlern einen Energierechner zur Verfügung.

Anthony Cross, CEO von Compass Australia, sein Produktionsleiter Daniel Poulter und Damien Cheyne (Custom Project Manager) waren aus Australien angereist, dem Ursprungsland von Compass Pools. In seinem sehr humorvollen Vortrag ließ Cross die Geschichte des Unternehmens Revue passieren. Begonnen hat alles durch Mewett, der Anfang der 80er Jahre aus einem Schiffsbauunternehmen den Poolhersteller formte.

Weltweit 50.000 Pools

Heute, 44 Jahre später, zählt man über 50.000 Compass-Pools weltweit. Bis zu 30 Meter lange Becken (in drei Teilen angeliefert) kann man produzieren und verbauen. Dazu zeigte er herausragende Poolprojekte in „Down under“, stellte die Vorzüge des Gelcoats und erneuerte das „Freundschaftsversprechen“ zwischen Compass Australia und Compass Europe mit Tibor Meszaros.

Jener Meszaros kam anschließend erneut auf die Qualitätskontrollen zu sprechen. Dabei habe man das Konzept von Compass Australien übernommen. Die Kontrolle der Einsatzstoffe und Rohstoffe ist als Erweiterung anzusehen etwa oder mit dem „Armourshield Upgrade“ werden permanent Tests in Australien durchgeführt.

Franz Reps ergriff dann nochmal das Wort. Sein Thema: Individuelle Pools der „Beachline“. Es sei möglich, Beckenböden zu bedrucken, etwa mit Firmenwappen, Logos. Jeder Firma kann ihr eigenes Poolmodell gestalten. Zum Beispiel können Luftsprudelkanäle individuell an den Treppen verarbeitet werden. Das neueste Kind ist der neue Poolroboter von Compass. Bei Tests war die charakteristische Stehstufe die besondere Herausforderung. Man hat dann das für die eigenen Pools passende Modell gewählt und OEM labeln lassen.

Paralympics-Teilnehmer Gerd Schönfelder

Den Abschlussvortrag hielt „Special Guest“ Gerd Schönfelder, mit 16 Goldmedaillen erfolgreichster Paralympics-Teilnehmer. Seine tragische Geschichte und die Art und Weise, wie er mit seinem Schicksalsschlag umgegangen ist, fesselte alle Teilnehmer. Im Jahr 1989 verlor er bei einem Unfall einen Arm, und eigentlich sei es kaum vorstellbar gewesen, wie so ein Leben weitergehen können. Entscheidend sei gewesen, wie seine Familie für ihn da war. Er verdeutlichte den Teilnehmern, worauf es ankommt, um Widrigkeiten und schweren Situationen zu trotzen.

Am Abend wurden im Rahmen eines Galadiners die umsatzstärksten Compass-Händler des Jahres 2023 geehrt.

Die folgenden Bildergalerie gibt das Compass Pools Seminar 2024 wider

Tag 2: Das Seminarprogramm


Compass Photo Awards 2023


Tag 1: Fabrikbesuch bei Compass in Senec


Scroll to Top