Massage im Whirlpool
Massagedüsen im Whirlpool für den ganzen Körper. Foto: Spaform

Sie lockern Muskeln und beseitigen Verspannungen. Wie Whirlpools das anstellen, erfahren Sie hier.

Heute schon beim Masseur gewesen? Für die Whirlpool-Besitzer unter uns sollte sich eine solche Frage gar nicht stellen. Die aktuellen Massagesysteme der verschiedenen Hersteller sind inzwischen so effektiv, dass man bei einer regelmäßigen Nutzung des Spas ohne Weiteres auf die eine oder andere Sitzung beim Masseur verzichten kann.

Die Palette an verschiedenen Düsen reicht von kleinen punktuellen Exemplaren, über verschiedene Rotationsdüsen bis hin zu solchen für vollflächige Massagen. Dabei können die Düsen meistens noch in der Stärke variiert werden.

Generell lassen sich zwei hauptsächliche Massagearten unterscheiden: das Len-Gordon- und das Venturi-System. Bei der Len-Gordon-Massage wird vorgewärmte Luft über spezielle Air-Injector-Luftdüsen in den Whirlpool geblasen. Tausende prickelnder Luftbläschen verteilen sich über die Haut, fördern die Durchblutung und sorgen für Entspannung.

Durchblutungsförderung und Entspannung

Aufgrund der sanften Massage wird diese Art der Therapie oft in der Rehabilitation oder Geriatrie eingesetzt, da es in diesen Bereichen meistens nicht um eine muskelentkrampfende Massage, sondern um Durchblutungsförderung und Entspannung des Körpers geht.

Die von einigen meist amerikanischen Herstellern vertretene Einstellung, dass das Luftsystem nicht notwendig ist, da es nicht richtungsgerichtet massiert, kann medizinisch eindeutig widerlegt werden. Seine Wirkung beruht auf einer großflächigen, oberflächlichen Behandlung der Hautschichten.

Die oftmals dargelegte Meinung, dass ein Luftsystem das Wasser des Whirlpools auskühlt, entspricht nicht den Tatsachen, sondern kommt durch eine sensorische Täuschung zustande. Zwar führen die einströmenden Luftblasen zu einer Vergrößerung der Wasseroberfläche, was einen abkühlenden Effekt hat. Ähnliches ist auch beim Einsatz des Venturi-Jet-Massage-Systems zu beobachten.

Bei hochwertigen Systemen wird die angesaugte Luft jedoch über eine integrierte Heizspirale auf eine Temperatur von 40-45°C vorgewärmt. Bei einer durchschnittlichen Whirlpool-Temperatur von 36-38°C bewirkt dies deshalb keine Abkühlung.

Als Spezialität kann bei einem mit Luftsystem ausgestatteten Whirlpool der Luftstrom des Gebläses auf einzelne Jetsysteme verteilt werden. Das steigert die Intensität der Massage nochmals enorm. Beim Venturi-System wird das Whirlpoolwasser in der Wanne angesaugt, über eine Pumpe beschleunigt und durch verschiedene Massagedüsen wieder in das Becken zurückbefördert. Diesem Wasserstrom lässt sich über manuelle Luftregler teilweise angesaugte Luft beimischen, um die Massagewirkung zu steigern.

Pumpen mit Power

Je nach Anzahl und Art der Düsen werden in den meisten Whirlpools ein bis drei Jetpumpen eingesetzt. Dabei sollte ein besonderes Augenmerk auf die Leistung der Pumpe gelegt werden, da einige Hersteller mit teilweise utopischen Angaben (4PS, 5PS) versuchen, dem Kunden eine besonders hohe Leistung vorzuspiegeln.

Die seriösen Hersteller von portablen Whirlpools arbeiten mit Motoren von 1,1-2,2kW Leistung (ca. 1,5-3PS) bei 230V. Je nachdem, wie viele Pumpen eingesetzt werden, können entweder alle im Whirlpool vorhandenen Jetdüsen gleichzeitig betrieben werden, oder der ankommende Druck muss mithilfe eines Verteilers auf die einzelnen Sitze und Liegeflächen verteilt werden.

Die Luft- und Jetmassagesysteme mit ihren unterschiedlichen Düsenwirkungen lassen sich vielfältig kombinieren und bieten so die Voraussetzung für eine individuell zugeschnittene, optimale Wirkung der Hydrotherapie.

Auch bei der Anzahl der Düsen versuchen sich einige Anbieter mit Superlativen zu überbieten. Aber hier gilt ebenfalls: „Viel hilft nicht unbedingt immer viel.“ Es geht vielmehr nicht um die schiere Menge, sondern um die wirkungsvolle Anordnung. Außerdem spielt bei der Leistung des Systems sowohl die Anzahl pro Pumpensystem als auch die Beckenhydraulik eine entscheidende Rolle.

Prioritäten festlegen!

Bei einem Whirlpool mit sehr vielen Düsen muss in den meisten Fällen über ein Verteilerventil eine Priorität des Massagesystems festgelegt werden. Das heißt, es können nicht alle im Whirlpoool enthaltenen Düsen mit gleicher Leistung laufen, was insbesondere bei der gleichzeitigen Nutzung mit mehreren Personen für den einen oder anderen bedeuten kann: Massage nur mit halber Kraft.

Da sich die Bedürfnisse der Nutzer in unseren Breitengraden manchmal von denen anderer Kulturen unterscheiden, sind viele Hersteller von Whirlpools inzwischen dazu übergegangen, mehr Überlegungen zur therapeutischen Wirkung der einzelnen Düsen anzustellen als zu deren Optik oder Anzahl.

Da es bei der Massage hauptsächlich um eine hydrotherapeutische Behandlung der Muskeln gehen soll, ist zum Beispiel eine auf die Wirbelsäule zielende Anordnung der Düsen wenig sinnvoll und wirkt unter Umständen eher kontraproduktiv, da dies zu Reizungen führen könnte. Zweckvoller ist dagegen eine Platzierung entlang der großen Rückenmuskeln rechts und links der Wirbelsäule.

Aufgrund der „Venturi-Wirkung“ der Massagedüsen in den heutigen Whirlpools hat fast jede Jetdüse einen runden Auslass. Dieser ist in seinem Durchmesser variabel, wodurch auch eine unterschiedliche Stärke des Massagestrahls entsteht. Im Allgemeinen bedeutet ein kleiner Durchmesser des Düsenauslasses eine stärkere, punktuelle Massage.

Je größer der Durchmesser, desto sanfter und großflächiger wird die Massage. Bei einigen Herstellern ist der Auslass noch durch eine Blende verkleidet. Dadurch lassen sich in Verbindung mit einer beweglichen Düse rotierende, großflächige Massagen erzielen oder der Eindruck einer auf- und ablaufenden Massage erzeugen.

Im Rotationsverfahren

Grundsätzlich sollten in einem Whirlpool verschiedene Düsenarten angeboten werden, damit der Nutzer die verschiedenen Partien des Körpers je nach Wunsch mit unterschiedlicher Stärke bearbeiten kann. Auch sollte die Ausstattung der einzelnen Sitz- oder Liegemöglichkeiten variieren, so dass der Badende sich in einer Art Rotationsverfahren von Sitz zu Sitz bewegen kann und dabei in den Genuss ganz unterschiedlicher Massagen mit einem möglichst ganzheitlichen Effekt auf den Körper kommt.

Es gibt Hersteller die sich sogar Gedanken über den zeitlichen Ablauf eines Whirlbades machen und ihre Pools dementsprechend ausstatten (Acht Phasen des Whirlbadens bei Riviera Pool, siehe S&S 1/2-10 Seite 72). Andere versuchen die Zielrichtung der Düsen durch eine spezielle Positionierung in der Liegefläche so zu gestalten, dass die Massagewirkung zielgerichtet vom Ende der Extremitäten zur Körpermitte verläuft, um dadurch den venösen und lymphatischen Rückfluss zum Herzen zu unterstützen (ergonomische Liege von Spaform).

Bei einigen können automatisch ablaufende Programme individuell auf die Bedürfnisse des Nutzers eingestellt werden. Diese Programme lassen sich dann bequem auf Knopfdruck abrufen („dynamic Sequencer“ von Dimension One). Auch eine automatisch auf- und ablaufende Massage im Rückenbereich der Liege- oder Sitzfläche wird angeboten („Moto-Massage“ von Hot Spring).

Wasserfälle und Schwallduschen

Eine weitere Art der Wassermassage liefern sogenannte Wasserfälle oder Schwallduschen, bei denen meistens der Nacken oder der obere Rückenbereich über einen sanften Schwall wohltuend beruhigt wird. Weiterhin gibt es Wasserattraktionen (Fontänen, Wasserpilze oder Vernebler), die zwar keine hydrotherapeutische oder massierende Wirkung haben, jedoch die Psyche des Nutzers beeinflussen können und dadurch eine beruhigende oder belebende Komponente beinhalten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass aufgrund der Vielfalt der am Mar
kt erhältlichen Systeme sich jeder Interessent genau informieren sollte, damit der Genuss am Whirlbaden später ungetrübt ist. Eine gründliche Beratung beim Spezialisten ist hierfür unabdingbar. Ein guter Händler wird dann auch zu einem Probebad einladen, bei dem letztendlich jeder die für ihn beste und angenehmste Wirkung der verschiedenen Systeme am eigenen Körper testen kann.

Auf keinen Fall sollte die Entscheidung für das eine oder andere Modell nur aufgrund von Prospekten oder anhand des Preises getroffen werden, sonst droht unter Umständen im Nachhinein ein böses Erwachen. Nichts ist ärgerlicher, als später beim Whirlen festzustellen, dass der erworbene Pool nicht zu den eigenen Bedürfnissen oder Erwartungen passt.