Energiesparlösungen für den Whirlpool

Energiesparen mit dem Whirlpool
Foto: Spahochdrei

Natürlich kann es das wohlig warme Wasser eines Whirlpools nicht zum energetischen Nulltarif geben. Aber es bestehen verschiedene Möglichkeiten, den Energieverbrauch zu minimieren.

Energiesparen und den Energieverbrauch senken ist heute in aller Munde. Auch im Bereich der Whirlpools hat sich der Gedanke in den Köpfen der Hersteller festgesetzt. Dabei sollte man sich nicht von marketingtechnischen Schlagworten beeindrucken lassen, wie beispielsweise „Recycling der verwendeten Materialien“, „Verwendung von energieeffizienten Materialien“ oder „Prospekte aus recyceltem Papier“. Wichtiger sind die tatsächlichen Möglichkeiten zur Energiesparung im alltäglichen Gebrauch des Whirlpools. Diese erstrecken sich von der Isolierung, über das Pumpen- und Heizungssystem bis hin zu wärmeisolierenden Abdeckungen.

Grundsätzlich sollte man als Endverbraucher eines nicht vergessen: Ein Whirlpool benötigt – genauso wie ein Schwimmbecken – Energie, und das um so mehr, je regelmäßiger er genutzt wird. Denn für das Whirlen müssen Pumpen betrieben werden. Außerdem erhöhen sich durch die Wasserbewegung und die fehlende Abdeckung die Wärmeverluste. Auf der anderen Seite erhält der Nutzer einen Gegenwert, der sich nicht in Geld aufrechnen lässt, nämlich gesundheitliches Wohlbefinden und Entspannung.

Wie sieht es konkret mit dem Energiebedarf eines Hottub aus? Ein gut isolierter Whirlpool verliert im Durchschnitt (je nach Umgebungstemperatur) pro Tag etwa 2°C, wenn die Isolierabdeckung aufliegt. Um diesen Verlust auszugleichen, müssen im optimalen Fall ca. 2,5 kW eingesetzt werden. Außerdem benötigt der Pool Energie nicht nur zum Aufheizen und Filtrieren. Speziell die Attraktionen wie Massagedüsen, Luftsprudler und Wasserfälle, verbrauchen im Betrieb bis zu 5 kW pro Stunde. In manchen Modellen sind dafür bis zu drei Massagepumpen und Gebläse im Einsatz.

Wärmeverluste beim Whirlen

Während des Whirlens geht zusätzlich Wärme in Form von Verdunstung über die Wasseroberfläche verloren. Bei einem Whirlpool mit ca. vier Quadratmetern Wasserfläche können sich diese Verluste je nach Außentemperatur auf 4 – 5° C in einer Stunde summieren.

Anhand dieser Zahlen lässt sich leicht die Notwendigkeit einer energieeffizienten Ausstattung eines Whirlpools erkennen. Die betrifft auch die Pumpen. Die auf dem Markt erhältlichen Modelle arbeiten heute entweder mit einer zweistufigen Filter-/Massagepumpe oder mit einer separaten 24-Stunden-Zirkulationspumpe. Während die 24-Stunden-Pumpen zwischen 80 und 100 W benötigen, das sind am Tag rund 2 kW, haben die zweistufigen Pumpen eine höhere Stromaufnahme (ca. 350 W), laufen aber im Normalfall nur zweimal drei Stunden am Tag und verbrauchen dadurch in etwa die gleiche Menge an Strom wie die 24-Stunden-Pumpen.

Die Heizungen in den verschiedenen Whirlpools schlagen mit 1,5-3 kW zu Buche, wobei der gesamte Energieverbrauch letztlich der gleiche ist, weil die kleineren Heizungen mit 1,5 kW doppelt so lange laufen müssen, um die gleiche Heizleistung zu erzeugen. Allerdings kann unter Umständen eine kleinere Heizung bei sehr kalten Außentemperaturen dazu führen, dass die Heizleistung (während des Betriebs ohne Abdeckung) nicht ausreicht, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Dann wird nichts aus dem dampfend warmen Sprudelbad im Freien.

Einige Hersteller bieten die Möglichkeit, einen separaten Wärmetauscher einzubauen, der mit Vor- und Rücklauf mit der Hausheizung verbunden wird. Dieses System verfügt auf der einen Seite über einen wesentlich höheren Wirkungsgrad und wird auf der anderen Seite durch die Heizung über Gas oder Öl und somit kostengünstiger betrieben.

Rundherum optimal isoliert

Eine Isolierung – sowohl hinter der Verkleidung, als auch im Bodenbereich – ist elementar. Denn über seine Außenflächen verliert der Whirlpool außerhalb der Nutzungszeiten am meisten Energie. Hierbei haben sich Dämmungen mit hoch verdichtetem Polyurethan(PU)-Schaum oder mit Polystyrol bewährt.
Grundsätzlich unterscheidet der Markt zwischen Whirlpools mit Vollausschäumung oder mit mehreren Isolationsschichten und zwischenliegenden Luftpolstern. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile.

Bei einem vollausgeschäumten Whirlpool ist die Isolation etwas größer, man kann jedoch im Fall einer Reparatur an den Schlauchsystemen die jeweiligen Düsen kaum erreichen und muss oft einen großen Teil des Schaumes entfernen. Zudem fungiert bei vielen Whirlpools die Vollausschäumung auch als Verstärkung der Whirlpoolschale, so dass die fehlende Ausschäumung nach einer Reparatur eine Schwächung der Struktur zur Folge haben kann.

Ein doppelt isolierter Whirlpool ist mit einer Innen- und einer Außenisolation versehen. Zwischen diesen befindet sich eine isolierende Luftschicht, die zusätzlich von der Abwärme der Pumpen profitiert. Die Dämmung kann auch aus mehreren Schichten bestehen. Aggregate und Rohrleitungen sind bei diesem System einfach zugänglich und die Stabilität der Whirlpool-Schale nimmt dabei keinen Schaden. Die Isolation ist geringfügig schlechter als bei der Vollverschäumung, was zu etwas höheren Energiekosten führen kann.

Zusätzlich sollte der Bodenbereich mit Isolationsmaterial ausgestattet werden, damit der Whirlpool gegen die Kälte vom Boden geschützt ist. Wenn Zweifel an einer ausreichenden Dämmung von unten bestehen, kann sich der Besitzer mit PU-Platten behelfen, die er vor dem Aufstellen des Pools auf dem Boden auslegt.

Obligater Deckel

Die Ausstattung mit einer stabilen Abdeckung (Regen- oder Schneelast) gehört ebenfalls zur Grundausstattung eines guten Whirlpools. Die Isolierabdeckung sollte ca. 10 cm dick und in der Mitte etwas erhöht sein, damit Regen- sowie Schmelzwasser abfließen können. Die meisten Abdeckungen sind in der Hälfte faltbar und lassen sich dadurch einfach zusammenlegen. Als Zubehör wird von vielen Herstellern ein Cover-Lifter angeboten, mit dem sich der Hottub leicht abdecken lässt.

Sehr kontrovers wird die Frage diskutiert, ob es sich lohnt, die Heizung zwischen den Whirlsitzungen auszuschalten, so dass die Wassertemperatur durch die unvermeidlichen Wärmeverluste allmählich absinkt (ca. 1 – 2° C pro Tag). Vor dem geplanten Sprudelbad wird der Hottub dann wieder auf angenehme 36 – 37° C gebracht. Manche Whirlpools bieten über ihre elektronische Steuerung einen sogenannten „Economy Modus“ an, mit dem sich dies vorab programmieren lässt.

Dabei sollte man allerdings bedenken, dass das Aufheizen zusätzliche Energie verbraucht und deshalb der Einspareffekt bei regelmäßiger Nutzung (dreimal und mehr pro Woche) gegen Null tendiert. Der Komfort, spontan ein Whirlbad nehmen zu können, fällt jedoch weg. Bei längerer Abwesenheit wie zum Beispiel im Urlaub lohnt sich eine Temperaturabsenkung aber durchaus.

Der Markt ist ständig in Bewegung und einige Hersteller arbeiten schon an zusätzlichen Möglichkeiten, die Energiekosten zu senken. Es wird beispielsweise versucht, über den Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe den normalen Filter- und Heizbetrieb zu unterstützen. Leider sind die bisher angebotenen Geräte in vielen Fällen zu sperrig und in der Anschaffung recht teuer, so dass sie zwar im laufenden Betrieb Energie einsparen, sich wirtschaftlich aber erst nach langer Zeit amortisieren.

Integrierter Stromerzeuger

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Photovoltaik-Folien in oder auf der Isolierabdeckung. Da sich die Abdeckung die meiste Zeit des Tages auf dem Pool befindet, können diese Strom für den Betrieb der Pumpen produzieren. Voraussetzung hierfür ist aber die Positionierung des Whirlpo
ols im Freien, damit er viel Sonnenstrahlung absorbieren kann. Wie bei der Wärmepumpe sind bei der Solarfolie die Anschaffungskosten im Verhältnis zur Effizienz relativ hoch, so dass man in diesem Fall die Entwicklungen in der Photovoltaik abwarten und auf bessere Effizienz hoffen muss.

Bei aller Berücksichtigung von Energieeffizienz sowie dem Kosten-/Nutzenfaktor sollten Käufer bei der Anschaffung eines Whirlpools jedoch folgende Überlegungen nicht außer Acht lassen: Was ist mir die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden wert? Welchen Gegenwert bekomme ich rund ums Jahr für einen dann doch recht überschaubaren Betrag an Energiekosten?
Autor: Ralph Ziegler

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