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Die Bauweisen von Badeteichen sind vielfältig. Die Anzahl an „neu entwickelten“ Produkten ist groß. Für den Kunden – egal ob privater oder öffentlicher Auftraggeber – ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten und für sein Projekt die richtige Bauart zu wählen.

Foto: Carsten Schmidt

Natürlich ist es schwierig an ein paar Eckdaten zu entscheiden, ob eine geplante Bauweise langfristig funktioniert oder nicht. Vielmehr ist zu prüfen, ob das geplante Gesamtkonzept stimmig ist. Letztendlich sind natürliche Gewässer das Vorbild für alle Schwimmteiche und Natur-Pools. Soll die Wasseraufbereitung auf natürliche Art und Weise und damit biologisch stattfinden, sollte man sich auf jeden Fall im Vorfeld mit diesen Reinigungsvorgängen beschäftigen.

Was sind „natürliche Reinigungsprozesse“?

In erster Linie kommen zwei Faktoren zum Tragen: Biofilm und Wasserpflanzen. Der Biofilm ist eine Schicht aus lebenden und abgestorbenen Kleinstlebewesen. Er siedelt sich auf allen nassen und feuchten Oberflächen wie beispielsweise Folien, Substratkörnern, Steinen, Wasserpflanzen an und wird in Form eines Belags sichtbar. Die Mikroorganismen des Biofilmes versorgen sich mit Nährstoffen aus dem nassen Milieu und reduzieren damit den Keimgehalt im Schwimmteichwasser.

Wasserpflanzen werden gemeinhin nach deren Standort und dessen Wassertiefe unterteilt. So spricht man von Röhricht-Uferpflanzen, vonFlachwasserpflanzen und von Unterwasser-Schwimmblattpflanzen. Zu den wesentlichen Aufgaben der Pflanzen sind Nährstoffverbrauch und Sauerstoffproduktion (vor allem der Unterwasserpflanzen), Gasaustausch und Beschattung der Wasserfläche zu zählen.

Wozu Technik?

Der Einsatz von Technik in NaturPools und Badeteichen erfolgt zum einen um die  Pflege zu erleichtern und um die Wasserqualität zu verbessern. Arbeiten wie das Abfischen von Laub oder das Entfernen von Sedimenten werden geringer, wenn mit einer Oberflächenabsaugung gearbeitet wird, die den Schmutz „automatisch“ entfernt. Eine Verbesserung der Wasserqualität wird durch das Durchströmen von Filterkörpern erzielt. Bei fachgerechter Konzeption wird so ein Nährstoffabbau und eine Keimreduzierung erreicht.

Fünf verschiedene Schwimmteichtypen

Die FLL (Forschungsanstalt Landschaftsentwicklung, Landschaftspflege e.V.) unterscheidet in ihrer „Empfehlung für Planung, Bau und Betrieb von privaten Schwimm- und Badeteichanlagen“ fünf verschiedene Schwimmteichtypen nach deren technischer Ausstattung.

1. Einkammersystem ohne Technik
Hierbei handelt es sich um den „Urtyp“ des Schwimmteiches, der sich aber auch heute noch einer großen Nachfrage erfreut. Zur Wasseraufbereitung wird keinerlei technische Unterstützung eingesetzt, diese erfolgt ausschließlich durch natürliche Faktoren wie Wasserpflanzen, Zooplankton, Mikroorganismen und Biofilm. Gerade bei diesen Anlagen ist eine ausreichende Größe und ein ausreichendes Wasservolumen entscheidend für eine zufriedenstellende Wasserqualität. Da mehr als 60 Prozent der Gesamtfläche als Aufbereitungsbereich dienen, ist diese Art des Schwimmteiches vor allem für Naturliebhaber mit ausreichend großem Grundstück geeignet. Es werden Wasserpflanzen in hoher Artenvielfalt angesiedelt, die diese Anlagen einem Naturgewässer sehr ähnlich machen. Eine Wasserbewegung erfolgt ausschließlich durch natürliche Faktoren wie Temperatur- beziehungsweise Konzentrationsgefälle, Wind oder den Einfluss von Badegästen.

2. Einkammersystem mit Oberflächenströmung
Bei dieser Bauweise kommen Skimmer oder Rinnen zur Reinigung der Wasseroberfläche zum Einsatz. Verschmutzungen, die auf diese Weise entfernt werden, stehen im Teich nicht weiter als Nährstoffquelle zur Verfügung. Durch die Wasserbewegung werden Nährstoffe und Sauerstoff besser innerhalb des Wasserkörpers verteilt, was die Ernährungssituation von Pflanzen und Biofilm verbessert. Die Hauptarbeit der Wasserreinigung übernehmen nach wie vor die Wasserpflanzen, Mikroorganismen und das Zooplankton.

3. Einkammersystem mit durchströmten Aufbereitungsbereichen
Dieser Schwimmteichtyp ermöglicht wohl die größte Bandbreite an Ausführungsvarianten. Je nach Aufbau der Anlage und Intensität der Durchströmung kann das Gewässer einen naturnahen Charakter mit einer hohen Pflanzendichte und Vielfalt aufweisen. Neben der Technik als Pflegeerleichterung soll hier auch die Belastbarkeit des Teiches erhöht werden. Die Abbauprozesse in dem durchströmten Bodenkörper unterstützen die Reinigungsleistung von Pflanzen und Zooplankton. Der Biofilm – bei Typ I und II lediglich auf Oberflächen und Pflanzen vorhanden – wird durch die gezielt durchströmten Aufbereitungsbereiche vergrößert. Durch diese Maßnahmen ist es möglich, die Aufbereitungsbereiche im Verhältnis zum Nutzungsbereich zu verkleinern.

4. Mehrkammersystem mit teilweise ausgelagertem, gezielt durchströmtem Aufbereitungsbereich
Wird eine Badeteichanlage in zwei oder mehr Einzelbereiche aufgeteilt, ist eine Umwälzung des Wassers zwingend erforderlich. Der Wasseraustausch bzw. die Durchströmung des externen Aufbereitungsbereiches erfolgt in Folge von hydraulischen Berechnungen und Filterauslegungen. Dies macht in vielen Fällen auch den Einsatz mehrerer Pumpen erforderlich – eine zur gezielten Beschickung der Aufbereitungsbereiche, eine weitere zum Betrieb der Oberflächenabsaugung oder von Attraktionen. Der ausgelagerte Teil der Aufbereitung kann als Bodenfilter, als Freiwasserzone mit submersen Pflanzen (Pflanzen, die unter der  Wasserfläche wachsen) oder als Kombination aus verschiedenen Verfahren aufgebaut sein. Die Umwälzraten sind bei Mehrkammerbauweisen in der Regel höher als in Einkammersystemen. Diese Anlagen sind hydraulisch besser kontrollierbar und daher unter Umständen belastbarer.

5. Mehrkammersystem mit komplett ausgelagertem, durchströmtem Aufbereitungsbereich
Da mit einer vollständigen Trennung zwischen Nutzungs- und Aufbereitungsbereich gearbeitet wird, entspricht der Schwimmbereich einem Swimming-Pool. Hier sind keine Pflanzen integriert. Die Wasseraufbereitung erfolgt auf biologische Weise in den ausgelagerten Aufbereitungsbereichen. Die Rolle der Pflanzen zur Wasseraufbereitung tritt in den Hintergrund. Die Hauptleistung zur Wasseraufbereitung wird durch die Aktivität in Bodenfiltern/Filterkörpern sichergestellt. Da mit einer intensiven Oberflächenabsaugung – häufig mit Überlaufrinnen oder umlaufenden Rinnen – gearbeitet wird, können auch die Wassertiefen im Nutzungsbereich verringert werden. Die eingesetzte Technik zur Durchströmung des Nutzungsbereiches ist stark an die konventionelle Pool-Technik angelehnt: Einströmdüsen in den Beckenwänden oder im Boden, Wasserabzug über umlaufende Rinnen und das Arbeiten mit Schwallwasserbehältern.
Bei fachgerechter Planung und Bauausführung sind alle aufgeführten Typen funktionsfähig und es liegt letztendlich beim Kunden, welche Variante favorisiert wird. Die aufgeführten Werte sind nicht auf öffentliche Anlagen wie Hotelanlagen und Naturfreibäder übertragbar, sondern beziehen sich auf Badeteiche mit Familiennutzung und einer Wasseroberfläche von 100  bis 150 Quadratmeter.

Den vollständigen Bericht und viele attraktive Schwimmteiche & Natur-Pools finden Sie in naturpools 1/2009.

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