Meeresluft gilt bekanntlich als gesund, das in ihr enthaltene Salz kann man schmecken, spüren, riechen und einatmen. Für alle, die nicht direkt am Meer leben, bietet der Aufenthalt in Salzräumen eine echte Alternative.

Salz wurde schon in der Antike als Heilmittel verwendet. Man kann Salzwasser trinken, darin baden, Salz kauen oder inhalieren, sich sogar damit einreiben oder eben Salzwände und -böden sowie Gradierwerke und Solezerstäuber in Saunen oder Wellnessräume integrieren. Die Frage stellt sich, welchen Mehrwert bringt dem Nutzer eine solche Anschaffung?

Um dem nachzugehen, habe ich mich für einen Selbstversuch in den Fellbacher Salzwelten entschieden. Entspannung und Energie soll der Ausflug kurz vor der Datenabgabe für die nächste Ausgabe der „Schwimmbad & Sauna“ bringen. So schlüpfe ich, nach einer freundlichen Begrüßung durch das Personal, in die im Vorraum bereitgelegten Wollsocken und nehme auf einer der Liegen im sogenannten „Salzstollen“ Platz.

Sogleich werde ich fürsorglich mit einer Decke zugedeckt und bekomme eine ausführliche Einführung in das hier angewandte System: Die reine, ionisierte Salzluft wird durch ein großes Gradierwerk, 32 Tonnen eingebautes Himalaya-Salz an den Wänden und Boden sowie Soleverneblern aus der Medizintechnik erzeugt. Mit einer vollautomatischen Steuerung werden die Zuführung des trockenen Salznebels, der gefilterten Luft, Musik und Lichteffekte optimal aufeinander abgestimmt, erklärt mir Herr Müller.

Kaum ist er mit seinen Ausführungen fertig und hat die restlichen Stammgäste versorgt, beginnt unsere Sitzung. Die hinterleuchteten Salzwände und -böden sorgen für eine beruhigende, warme Atmosphäre, der Raum ist auf angenehme 23 Grad geheizt. Außer den Klängen, die uns die nächsten 45 Minuten begleiten, ist nichts mehr zu hören. Ich befinde mich in einer anderen Welt, der schnelle Alltag scheint durch die geschlossenen Türen dieses Ortes weit weg zu sein.

Die Solevernebler beginnen die Luft anzureichern und nach einigen Minuten der Gewöhnung merke ich, wie ich tief durchatme und ruhig werde, ich lasse los. Tatsächlich verliere ich Gefühl für Raum und Zeit, und als ich langsam am Ende der Sitzung mit meinen Gedanken in den Raum zurückkehre, habe ich das Gefühl, besser durch meine vorher leicht verstopfte Nase zu atmen.

Die neu getankte Energie nehme ich mit in den Tag und habe mich bereits entschieden, dass ich das wiederhole. Vielleicht gönne ich mir beim nächsten Mal ein Salz-Öl-Peeling dazu, das ideal zum Entgiften und Entschlacken sein soll.