Die Wasserpflege ist das A und O für einen unbeschwerten Genuss von Swimming-pool und Whirlpool. Foto: Tom Philippi
Die Wasserpflege ist das A und O für einen unbeschwerten Genuss von Swimming-pool und Whirlpool. Foto: Tom Philippi

Das Thema Wasserhygiene ist das A und O für einen unbeschwerten Genuss des eigenen Swimmingpools oder Whirlpools. Entsprechend wichtig ist die Wasserdesinfektion. Um deren Wirksamkeit zu überprüfen, sollte jeder Besitzer eines Swimmingpools oder Spas regel­mäßige Wasseranalysen durchführen. Martin Woelk von Tintometer beschreibt im Folgenden die wichtigsten Parameter der Wasserhygiene.

Grundvoraussetzung für gesundes Baden und Schwimmen ist eine moderne Wasseraufbereitung. Natürlich sollte das Aufbereitungsergebnis regelmäßig überprüft werden, um insbesondere unter dem Aspekt wechselnder Betriebsumstände, zum Beispiel durch die Anzahl der Badegäste, Witterungsbedingungen, Art der Desinfektion etc., im Idealfall festzustellen, dass die Wasseraufbereitung optimal ist. Bei Abweichungen von den empfohlenen Sollwerten bei den Hygiene-Hilfsparametern können Maßnahmen ergriffen werden, um ein mögliches Gesundheitsrisiko von vornherein auszuschließen.

Was kann man sich unter dem Begriff Hygiene-Hilfsparameter vorstellen? Unter Hygiene versteht man im Allgemeinen Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Infektionskrankheiten – in diesem Kontext also die Wasseraufbereitung. Hilfsparameter sind Kenngrößen, anhand derer die Wasserqualität messbar wird. Nachfolgend ein kleiner Exkurs in die Bedeutung der wichtigsten Nachweismethoden:

Freies Chlor

Freies Chlor gilt als wirksames Mittel zur Desinfektion und Oxidation von Wasser in Swimmingpools und Spas. Wie oft und wie viel Chlor zugegeben werden muss, hängt davon ab, wie häufig das Becken benutzt wird. Andere Faktoren sind zum Beispiel die Wassertemperatur, Sonneneinstrahlung und Frischwasserzusatz. Das im Wasser gebildete freie Chlor gewährleistet eine befristete Desinfektionswirkung und ist nahezu geruchlos. Der empfohlene Messbereich bewegt sich zwischen 0,3 und 2,0 mg/l in Abhängigkeit davon, ob anorganisches oder organisches Chlor (stabilisiertes Chlor) verwendet wird. Die Messung des freien Chlores parallel mit der des pH-Wertes wird üblicherweise mit dem Pooltester durchgeführt. 

Gebundenes Chlor

Bei der chemischen Reaktion von freiem Chlor mit organischen Verunreinigungen entstehen Chlorverbindungen, sogenanntes gebundenes Chlor oder Chloramine. Diese Chloramine rufen Haut- und Augenreizungen hervor und verursachen den unangenehmen „Chlorgeruch“. Gebundenes Chlor verfügt kaum noch über eine Desinfektionswirkung. Um Mikroorganismen abzutöten oder unschädlich zu machen und gebundenes Chlor abzubauen, muss das Beckenwasser regelmäßig nachgechlort werden. Der Gehalt an gebundenem Chlor sollte minimiert (>0,2 mg/l) werden, im Idealfall nicht nachweisbar sein. 

Gesamtchlor

Gesamtchlor ist die Summe aus freiem und gebundenem Chlor. Zuerst wird das freie Chlor bestimmt, anschließend das Gesamtchlor. Die Differenz aus den beiden Werten ist der Gehalt an gebundenem Chlor. 

pH-Wert

 Der pH-Wert gibt an, ob das Beckenwasser sauer oder alkalisch ist und ist entscheidend für die Desinfektionswirkung des freien Chlores. Wenn der pH-Wert unter 6,5 fällt (saurer Bereich) treten Augenreizungen auf. Außerdem können an metallischen Bauteilen Korrosionserscheinungen auftreten. Bei pH-Werten über 7,8 (alkalischer Bereich) verliert das freie Chlor immer mehr an Wirksamkeit. Es kann zu Wassereintrübungen und Kalkablagerungen kommen. Als ideal gilt ein pH-Bereich zwischen 7,0 und 7,4.

Alkalität

Als Alkalität wird das Säurebindungsvermögen des Beckenwassers bezeichnet. Sie ist Teil der Gesamthärte und wird auch als temporäre, also vorübergehende Härte bezeichnet. Hohe Werte an Alkalität verhindern starke Schwankungen des pH-Wertes. Bei einer hohen Alkalität ist der pH-Wert nur schwer zu beeinflussen. Bei niedriger Alkalität können bereits geringe Zugaben von Säuren oder Laugen starke pH-Wertschwankungen auslösen.
Die Alkalität wirkt sich also auf die Stabilität des pH-Wertes aus und der pH-Wert wiederum bestimmt die Desin
fektionswirkung des freien Chlores. Die Alkalität sollte in einem Bereich von 100 – 160 mg/l Calciumcarbonat (CaCO3) eingestellt sein, das entspricht ca. 6 – 9 Grad deutscher Härte.

Vollständige Wasseruntersuchung

Für den anspruchsvollen privaten Schwimmbad- und/oder Whirlpoolnutzer, der sämtliche oben aufgeführten Hygiene-Hilfsparameter bestimmen möchte, empfiehlt sich der elektronische Pooltester. Es handelt sich hierbei um ein photometrisches Messprinzip unter Verwendung langzeitstabiler Reagenztabletten.
Wenn sämtliche Werte sich innerhalb der empfohlenen Messbereiche bewegen entsprechend den Empfehlungen der Hersteller von Wasserpflegemitteln, ist ein Höchstmaß an einwandfreier Wasserqualität auf der einen Seite und die langfristige Aufrechterhaltung der Bausubstanz einschließlich aller Komponenten gegeben.

Bayrol: Teststreifen für die Schnellanalyse

 Bayrol bietet insgesamt drei Quicktests an, mit denen unterschiedliche Wasserparameter schnell ermittelt ­werden können. Beim Quicktest (Mitte) sind dies die Werte freies Chlor, pH-Wert, Alkalinität und Algizide. Der „Bayrosoft Quicktest“ hilft bei der Wasserpflege mit flüssigem Sauerstoff, der „Aquabrome Quicktest“ ermittelt die Werte bei der Wasserpflege mit Brom. www.bayrol.de

Chemoform: Desinfektion mit Chlor oder Brom

Die Firma Chemoform bietet eine breite Palette an Desinfektionsprodukten für Wasser von Swimming-pool und Whirlpool an. Zwei Beispiele: „Chlor-Tab2“ ist eine Zwei-Komponenten-Tablette zur Schock- und Dauerchlorung mit Flockmittelzusatz.  Die blaue Phase der Tablette ist schnelllöslich und bewirkt eine Dauerdesinfektion und Hochchlorung. Die weiße Phase ist langsamlöslich und gewährleistet eine Dauerdesinfektion. Als Alternative zu Chlor wird gerne auch Brom genutzt. Die Tabletten lösen sich langsam und rückstandsfrei auf und werden zur Dauerdesinfektion eingesetzt. Die Dosierung erfolgt über eine Brom-Dosierstation, einen Dosierschwimmer oder den Skimmer. Brom sollte niemals mit anderen Chemikalien gemischt werden. www.chemoform.com

Pool-i.d.: Farbskala der Wasserwerte

Pooltester und Teststreifen sind ein beliebtes Mittel zur schnellen Wasseranalyse des Swimmingpools. Der Pooltester „PT 100“ von Pool-i.d. misst über eine Farbskala den Wert von pH, Chlor sowie Brom. Es gibt acht pH-Skalenwerte sowie 16 Chlor- bzw. Bromskalenwerte. Der „Easy Dip TSL 100“-Teststreifen eignet sich zur schnellen Bestimmung von freiem Chlor, pH-Wert und 
Alkalinität. Die Streifen sind in einem Alu-Blister verschweißt, wodurch sich die Haltbarkeit auf bis zu 2,5 Jahre verlängert. www.pool-id.com

Aseko: Messen und dosieren

Automatische Mess-, Dosier- und Regelsysteme sind ein probates Mittel, um die Wasserqualität im Swimming-pool stets auf einem optimalen Stand zu halten. Mit dem Modell „Asin Aqua“ bietet Aseko (D-Vertrieb: Hildenbrandt, Schwetzingen) ein kompaktes Gerät, das per Touchscreen bedient wird und den pH-Wert sowie die Konzentration des Desinfektionsmittels im Wasser misst und reguliert. Es besteht die Möglichkeit, zwischen einer freien Chlor- oder einer Redox-Messung zu wählen. Ohne Elektrode kann zielgesteuert Aktiv-Sauerstoff dosiert werden. Aller erforderlichen ­Pumpen, Messzellen und Anschlüsse befinden sich direkt am Gerät. www.asekopooltech.com

Dryden Aqua: Kreislauf der Wasserhygiene

Dryden Aqua hat ein integriertes System der Wasseraufbereitung von Swimmingpools entwickelt, das Bakterien und Erregern die Nährstoffe durch eine optimierte Filtration entzieht und dadurch den Einsatz von Desinfektionsmitteln möglichst gering hält. Zu den Komponenten zählen das bisoresistente Filtermaterial aus Grünglas (AFM), das Koagulations- und Flockungsmittel APF in Zusammenspiel mit einem Zeta-Potential-Mischer sowie die katalytische Oxidation mit ACO, die die natürliche Desinfektionskraft der Sonne verstärkt.
www.drydenaqua.com

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