Klares Poolwasser gibt es nur mit optimaler Filtration. Foto: Tom Philippi
Klares Poolwasser gibt es nur mit optimaler Filtration. Foto: Tom Philippi

Wer mit seinem Pool viel Freude haben will, für den spielt die Qualität des Schwimmbadwassers eine entscheidende Rolle. Deshalb ist eine leistungsfähige Filteranlage das Herzstück jeder Wasseraufbereitung.

Klar wie eine Gebirgsbach, so wirkt das Wasser dieser herrlichen Anlage in den Alpen. Dass es sich um einen konventionellen Pool handelt, wird erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Einlaufdüsen in dem mit Naturfelsen ausgekleideten Folienbecken und eine Überlaufrinne zeigen, dass hier der Natur etwas nachgeholfen wurde. Im Technikraum, einem ehemaligen Bienenhaus,  steht eine Filteranlage, daran angeschlossen eine Umwälzpumpe, ein Mehrwegeventil sowie eine Salzelektrolyseanlage mit automatischer Mess- und Regeltechnik und pH-Korrektur. Man sieht, die Wasseraufbereitung eines Pools ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Im Grunde geht es darum, dass das Schwimmbadwasser zunächst durch eine Filteranlage fließt, in der unerwünschte Inhaltsstoffe wie Sink-, Schwebe- und Schwimmstoffe bis zu einer bestimmten Partikelgröße absorbiert werden. Je besser die Filteranlage, desto wirksamer ist die anschließende Oxidation des Desinfektionsmittels (Chlor, Ozon, Sauerstoff) und umso weniger Desinfektionsmittel müssen eingesetzt werden.

Würde man auf die Wasserbehandlung verzichten, wäre der Pool innerhalb kürzester Zeit ein Sammelbecken für Keime, Bakterien und Algen. So bilden Wettereinflüsse wie Regen, Gewitter und Temperaturschwankungen ideale Bedingungen für das Entstehen von Algen.  Je nach Region verfügt das Wasser über unterschiedliche Kalk- und Salzgehalte sowie einen variablen pH-Wert. Auch Pflanzen begünstigen das Aufkommen von Keimen, Bakterien und Insekten. Nicht zuletzt ist auch die Nutzungsrate, das heißt, die Anzahl der Schwimmer, ein Faktor für die Verschmutzung des Wassers.

Sandfilter als gängigstes System

Bei den Filtersystemen hat sich bei uns der Sandfilter als gängigste Filtrationsart durchgesetzt. Daneben gibt es noch Kartuschenfilter, die vorwiegend bei kleineren Becken und Whirpools als Einhängefilter eingesetzt werden sowie Kieselgurfilter, die bei einer sehr guten Filtrationsleistung allerdings einen hohen Entsorgungsaufwand mit sich bringen.

Beim Sandfilter wird zwischen Einschicht- und Mehrschichtfiltern unterschieden. Die Filtrationsleistung hängt u. a. von der Filtrationsgeschwindigkeit (je langsamer, desto besser) und der Schichthöhe (je größer, desto besser) ab. Beim Einschichtfilter wird Quarzsand in unterschiedlichen Korngrößen (etwa 0,4 bis 0,8 mm) verwendet. Der Schmutz und die Schwebstoffe werden auf der Filteroberfläche zurückgehalten, daher auch die Bezeichnung „Oberflächen“- bzw. „Schichtfiltration“. Die Schichthöhe liegt zwischen 0,5 und 1 Meter.

Mehrschichtfilter verfügen über eine größere Bauhöhe und über zwei oder mehrere Filterschichten. Auch werden unterschiedliche Filtermaterialien wie Quarzsand und Anthrazitkohle mit unterschiedlicher Dichte verwendet. Während im oberen Teil des Filters eine große Körnung eingesetzt wird, ist die Körnung unten feiner. Dadurch wird der Schmutz bis in die Tiefe des Filterbetts zurückgehalten. Man spricht hier auch von Raumfiltration.

Mehrschichtfilter vs. Einschichtfilter

Mehrschichtfilter haben gegenüber Einschichtfiltern einige Vorteile, so unter anderem längere Filterlaufzeiten, eine bessere und gleichmäßigere Filtratqualität sowie ein geringerer Spülwasserverbrauch. Generell sollte eine Filteranlage so ausgelegt sein, dass das Beckenvolumen in vier bis sechs Stunden einmal umgewälzt wird, die tägliche Filterlaufzeit sollte mindestens zwölf Stunden betragen. Mindestens einmal pro Woche beziehungsweise bei einem Druckanstieg im Filterkessel von 0,2 bis 0,3 Bar sollte die Anlage gespült, also gereinigt werden. Hierbei wird das Filtermaterial angehoben und der Schmutz aus den Filterschichten in den Kanal gespült. Die Spülung kann sowohl manuell als auch automatisch erfolgen. Bei der manuellen Filteranlage wird die Spülung duch das Umstellen des Mehrwegeventils geregelt.

Je nach Größe der Anlage kommen 4- bzw. 6-Wege-Spülventile oder sogenannte Filter-Stangenventile zum Einsatz. Die Ventile kann man sich wie Straßenkreuzungen oder einen Kreisverkehr vorstellen. Das von der Pumpe angesaugte Wasser wird über das Ventil je nach Ventilstellung in den Pool, den Kanal oder in den Filterkessel geleitet. Je nach Positionierung spricht man von Top-Mount- (Ventil an der Oberseite des Filters) oder Side-Mount-Filtermodellen (Ventil an der Seite der Filteranlage). Wie erwähnt, wird als Filtermedium in der Regel Quarzsand sowie bei Mehrschichtfiltern zusätzlich Anthrazit beziehungsweise Aktivkohle verwendet. In den letzten Jahren hat sich zunehmend auch gebrochenes Glas als Filtermedium etabliert.

Unter dem Markennamen „AFM“ bietet die Firma Dryden Aqua ein Filtermaterial aus grünem Glas an, das durch einen dreistufigen Aktivierungsprozess optimiert wurde. Es verfügt dadurch über eine große Oberfläche, Bioresistenz und eine starke Adsorptionskraft (Anziehung). Unabhängige Studien haben die hohe Wirksamkeit des Filtermediums bestätigt, der Hersteller selbst sagt, dass  „AFM“ etwa 30 Prozent mehr organische Stoffe ausfiltriert als etwa Quarzsand. Seine katalytischen und oxidierenden Eigenschaften verhindern zudem die Besiedelung durch Bakterien. So kann sich auch kein Biofilm im Filterbett bilden.