Einen Swimming-pool zum Rausschwimmen. Foto: Tom Philippi
Einen Swimming-pool zum Rausschwimmen. Foto: Tom Philippi

Ursprünglich sollte der neue Anbau außer der Wohnung für den Nachwuchs einen Freizeitbereich mit Tischtennisplatte beherbergen. Doch die Bauherren änderten ihre Pläne und ließen sich lieber einen nicht alltäglichen Swimming-pool bauen.

Eigentlich eine ganz normale Familiengeschichte. Der Nachwuchs wird flügge und will ein eigenes Nest. Hier war das Grundstück so groß, dass es genug Platz für einen aufgestelzten Anbau gab. Der Nachwuchs musste also nicht allzu weit fortfliegen. Den ­offenen Bereich im Erdgeschoss des Anbaus wollte sich die Baufamilie für Freizeitaktivitäten einrichten.

Denn sie besitzen einen gut gehenden ­Bäckereibetrieb, der viel Zeit in Anspruch nimmt. Da wissen sie es zu schätzen, wenn sie in den kostbaren Mußestunden nicht außer Haus müssen. Da sich die Familie gerne sportlich betätigt, sollte dort eine Tischtennisplatte aufgestellt werden. Bislang hatten sie ihr Sport­programm in ihrem Schwimmteich im Garten absolviert. Dieser musste nun aber dem ­Anbau weichen.

Perfekter Schwimmgenuss zu jeder Jahreszeit

Ein wenig traurig stimmte sie der Gedanke schon, Abschied nehmen zu müssen von ihrem Badegewässer. Bis die Idee auftauchte, sich die Tischtennisplatte zu verkneifen und den Platz unter dem Anbau lieber für ein Schwimmbad zu nutzen. Dieses Mal wollten sie aber einen Pool, der sich nicht nur in der warmen Jahreszeit, sondern das ganze Jahr über nutzen lässt – also ein Hallenbad. Auf das besondere Erlebnis, im Sommer im Freien zu schwimmen, wollten sie jedoch nicht verzichten.

Doch der Bau hatte schon begonnen und die Planung musste sich deshalb an dessen Gegebenheiten orientieren. Intensive ­Gespräche mit Dirk Gresch, Geschäftsführer von ­Conceptpools, brachten die ideale Lösung: ein kombiniertes Frei-/Hallenbad mit einem langen, schmalen Becken, das eine Glasschleuse in einen Innen- und ­einen Außenteil trennt. Es verfügt über die statt­liche Länge von dreizehn Metern und ist als „High-Level“-Becken konstruiert. Dadurch wird ein hoher Wasserspiegel (drei bis vier Zentimeter unterhalb der Oberkante) erzielt, so dass man sich beim Schwimmen wie in einem Swimming-pool mit Überlaufrinne fühlt. Eine solche wäre in der relativ schmalen Halle nicht möglich ­gewesen.

Mit dem Autokran ins Grundstück

Die Anlieferung per Schwertransport und der „Flug“ aufs Grundstück ­mittels Autokran waren aufsehenerregend. Die angrenzende Bundesstraße musste gesperrt und das Becken zentimeterweise seitlich in die schon bestehende Halle bugsiert werden. Eine besondere Strategie verlangte auch die Unterbringung der Technik in einem eigentlich als ­Aufzugschacht geplanten, nur 1,4 x 1,4 Meter großen Raum. „Es erforderte Tüftelei und Maßarbeit, die ­gesamten Geräte und vor allem die Klimaanlage auf ­diesem eng begrenzten Platz einzubauen“, betont Schwimmbadbauer Dirk Gresch.

Doch nicht genug der Besonderheiten. Die Bauherren wollten den laut Bebauungsplan überbaubaren Raum maximal ausschöpfen. Deshalb hat die Stirnseite der Halle und damit die dort befindliche Glasschleuse einen schrägen Verlauf und steht nicht im rechten Winkel zum Becken. Dies wiederum hat zur Folge, dass der zweiteilige Unterflurrollladen schräg zugeschnitten ist, damit er exakt mit der Schleuse abschließt und den Pool perfekt abdeckt.

Bis Anbau und Schwimmhalle standen musste die Familie insgesamt drei Jahre in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Baustelle leben. Doch es hat sich gelohnt und sie bereuen es nicht, sich für einen Swimming-pool statt für Tischtennis ­entschieden zuhaben. „Wir genießen den Pool täglich“, schwärmt die Bauherrin. Auch der dekorative Kaktus fühlt sich in der Schwimmhalle pudelwohl. „Den haben wir als kleinen Steckling aus Italien mitgebracht“, erinnert sie sich, „und jetzt stößt er bald an die Decke.