Pool For Nature: Neue Erkenntnisse

Jahreshauptversammlung Pool For Nature
Die Mitglieder von Pool For Nature bei der Jahreshauptversammlung. Foto: Pool For Nature

Auf ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung tauschten die Mitglieder von Pool For Nature (P4N) ihre neuesten Erkenntnisse hinsichtlich des Baus und der Funktionalität von Schwimmteichen und Naturpools aus. Dazu erhielten sie neue Empfehlungen in puncto Wasseraufbereitung und Bauweisen und bekommen künftig technischen Support für ihre geplanten Projekte an die Hand. 45 Personen aus 33 Mitgliedsbetrieben hatten sich am 21. und 22. Februar in Anif bei Salzburg zu der Versammlung getroffen. Derzeit zählt die Pool For Nature eG 40 Mitgliedsbetriebe.

Die wichtigste Neuerung vorneweg: Ein Mitgliedsbetrieb, das ein spezielles Pool- oder Teichprojekt plant und dafür wichtige Informationen oder technische Ratschläge benötigt, kann sich via E-Mail an ein Team von Spezialisten wenden, das die Eckdaten des Projekts unter die Lupe nimmt und daraus dezidierte Empfehlungen ableitet. Zudem gibt es eine Filterberechnungssoftware: Wer hier die nötigen Daten eingibt, erhält Informationen darüber, wie groß zum Beispiel Filteranlage und Pumpe sein müssen und welchen anderen Parameter beim Bau berücksichtigt werden sollten.

“Das Thema Technik hat die Teilnehmer am meisten interessiert”, berichtet Thorsten Schwuchow, einer der beiden deutschen P4N-Vorstände, von der Jahreshauptversammlung, “wenngleich die Teilnehmer auch spezielle Fragen zu den Themenkomplexen Einkauf und Marketing hatten, mit denen wir unsere Mitglieder grundsätzlich unterstützen.” Das Hauptaugenmerk der P4N-Jahreshauptversammlung lag jedoch an der Weitergabe der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie an der Definition von Problemstellungen, die in den kommenden Monaten erforscht und zu den nächsten Erkenntnisgewinnen führen sollen.

Düngersubstrat für Schwimmteiche

Für die Schwimmteiche der Kategorien I bis III gelangten die Mitglieder in diesem Jahr etwa zu der Erkenntnis, dass es der Entwicklung eines speziellen Düngersubstrates für Wasserpflanzen bedarf. Denn es habe sich herausgestellt, dass die inzwischen annähernd perfektionierte Nährstoffreduktion von Badegewässern mancherorts zur Beeinträchtigung der Nährstoffversorgung der für die Wasseraufbereitung zuständigen Pflanzen führen kann.

Die Aufgabe bestehe nun darin, einen Dünger zu entwickeln, der exakt diese Pflanzen ausreichend versorgt, andererseits jedoch den Nährstoffhaushalt des Gewässers nicht stört. “In dieser Hinsicht gehen wir nun in die Testphase”, sagt Jürgen Grunewald, der zweite Vorstand von P4N Deutschland. Das bedeutet bei Pool For Nature: Mitgliederbetriebe testen dies in ihren eigenen Anlagen aus und leiten daraus Empfehlungen ab, die sie ihren Kollegen später unterbreiten.

Mehr Biofilm für Naturpools

Was die Wasseraufbereitung der Naturpoolkategorien IV und V betrifft, so wollen sich die P4N-Mitglieder in naher Zukunft an einem zentralen Merksatz der neuen Ö-Norm L1128 aus Österreich orientieren. Sie lautet: Je höher die Ströumungsgeschwindigkeit im Filtersystem ist, desto mehr nützlicher Biofilm entsteht, der seinerseits entscheidend für die Qualität der Wasseraufbereitung ist. Weil eine höhere Fließgeschwindigkeit jedoch eine höhere Pumpenleistung und damit einen höheren Stromverbrauch erfordert, müssen entsprechende Energiesparmodelle überlegt werden. Zugleich besteht die Aufgabe der P4N-Mitglieder darin, Filtersubstrate zu entwickeln und Bedingungen zu schaffen, die es erlauben, möglichst viel Biofilm in der Naturpoolumgebung entstehen zu lassen.

Neue Testreihen gestartet

Die wissenschaftlichen Testreihen, die P4N nun aufgrund dieser Erkenntnislagen und Fragestellungen gestartet hat, sind auf zwei Jahre angelegt, wobei die realen Prozesse weitestgehend praxisidentisch an Großversuchsaufbauten simuliert werden. Vorrangig sollen dabei die etablierten Aufbereitungsmethoden weiter optimiert und die jeweiligen Leistungsfähigkeiten auch wissenschaftlich quantifiziert werden.

Die Versuchsreihen sollen Aufschluss darüber geben, wie leistungsfähig die grundsätzlich unterschiedlichen biologischen Aufbereitungsverfahren bei korrekter Anwendung sind. P4N-Vorstand Thorsten Schwuchow sieht ihnen optimistisch entgegen: „Diese Ergebnisse kommen der gesamten Branche zu Gute, denn jeder kategoriegerecht und funktional wie optisch einwandfrei gebaute Schwimmteich und Naturpool stärkt alle biologischen Gewässer.“

Comeback der Schwimmteiche

Bei seiner Analyse des Marktes in den vergangenen Monaten kam der Verband indes zu dem Resultat, dass Schwimmteiche der Kategorien I und II in der Verbrauchergunst wieder an Stellenwert gewonnen haben. “Wir beobachten die Rückbesinnung auf eine vollbiologische Wasserreinigung und begrüßen diese Entwicklung“, erklärt das Schweizer Vorstandsmitglied Franz Folghera. „Schwimmteiche bieten einen einmaligen Anblick im Garten und sind darüber hinaus äußerst pflegeleicht.“ Nur für die Oberflächenabskimmung wird Technik in kurzen Etappen eingesetzt, in der Regenerationszone übernehmen hingegen ausgesuchte Unterwasser- und Sumpfpflanzen die Aufgabe, das Wasser wie in der Natur zu reinigen.

„Immer mehr Menschen legen Wert darauf, in natürlichem Wasser zu baden“, bekräftigt auch Jürgen Grunewald. Und Maria Benczak, die dem Verband in Österreich vorsteht, bekräftigt: „Es ist wie eine Zeitenwende. Früher haben Wasserschwertlilien, Seerosen und Wasserhyazinthen für die natürliche Ausstrahlung von Schwimmteichen gesorgt. Heute schaffen wir einen interessanten Mix: Die artenreichen Pflanzenzonen werden mit modernen Poolformen kombiniert.“ Und Franz Folghera ergänzt: „Stehende Gewässer können heute selbst in kleinsten Gärten Platz finden.“

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