Aquacomet: Fachhändlerschulung in Györ - März 2026
Am Donnerstagmorgen startete der Tag mit einem Besuch im Werk von Aquacomet in Györ, an dem das Schild „Aquacomet Schwimmbadtechnik“ in großen Lettern prangt. Sándor Györi führte die Gruppe durch die Produktionsstätten.
In der Hochsaison werden hier bis zu 800 Tonnen Aluminium verarbeitet, die entsprechend im Lager vorgehalten werden müssen. Die eigene Pulverbeschichtungsanlage ermöglicht flexible Farbgestaltung und hohe Qualität der Profile. Györi erläuterte detailliert die GFK-Beckenproduktion bei Aquacomet – von der Negativ- und Positivform über die Produktionswerkzeuge bis hin zur Holzform. Die Becken werden in Györ homogen und aus einem Guss gefertigt. Die breite Produktpalette bietet Kunden eine große Auswahl, darunter auch verstärkte Becken.
Alexander Seemayer empfahl stets den Einbau einer Betonplatte, da nicht jedes GFK-Becken gleich sei. Er und Györi erklärten die Besonderheiten der Aquacomet-Becken, wie den Keramikkern als kostengünstigen Füllstoff, der Händlern zusätzliche Marketingargumente liefert. Zur Beckenversteifung setzt Aquacomet vor allem auf Polyurethan. Ein europaweites Alleinstellungsmerkmal ist die Temperaturbeständigkeit bis 38 Grad. Seemayer betonte, wie wichtig das Feedback der Fachhändler sei, um am Markt stets die richtigen Formen anzubieten. Auch die effiziente Produktion war ein Thema: Bis zu 70 % der Wärme werden im Werk rückgewonnen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Behandlung von Beschädigungen. Den Fachhändlern wurde gezeigt, wie Becken repariert werden – von der Bruchstelle bis zur Wiederherstellung in etwa zwei Stunden. Praktische Themen wie die Bearbeitung von 3D-Oberflächen oder monochromen Farben wurden besprochen. Fachhändler können die Reparaturen selbst durchführen oder Aquacomet damit beauftragen.
Anschließend stand die 2018 neu errichtete Pulverbeschichtungsanlage auf dem Programm. Aquacomet nimmt hier auch Fremdaufträge anderer Firmen an, konzentriert sich aber primär auf die Beschichtung der eigenen Profile. Die Überdachungsprofile erfüllen die strenge Schweizer Norm QualiCoat.
Paul Krenzer von Belfox präsentierte das Pooldeck Atlas an einem kleinen Muster und erläuterte die Funktionalität des Motors. Die Teilnehmer konnten die „Totmann-Schaltung“ selbst ausprobieren. Der Motorantrieb lässt sich vollständig integrieren. Ein mit WPC belegtes Pooldeck wiegt etwa 40 kg pro Quadratmeter. Da Aquacomet als Überdachungshersteller große Mengen Aluminium verarbeitet, kann das Unternehmen kosteneffiziente Pooldecks produzieren. Künftig werden diese mit einer Dampfsperre ausgestattet. Die zuverlässigen Motoren von Belfox machen das Produkt zukunftsfähig, wie Seemayer betonte.
Nach dem Mittagessen präsentierten Andreas Weiß-Fudisch und Alexander Seemayer die Geschichte von Aquacomet:
- 1993: Erste Überdachung von Aquacomet.
- 2004: Bezug des 36.000 m² großen Sitzes im Industriepark Györ.
- 2005: Start der Produktion des ersten eigenen Einstückbeckens.
- 2012: Fertigstellung einer 2.500 m² großen Produktionshalle für Pools.
- 2014: Erste Boxüberdachung.
- 2017: Kauf des zweiten Firmensitzes.
- 2018: Inbetriebnahme der eigenen Pulverbeschichtungsanlage (am Vormittag besichtigt).
- 2021: Gründung von Novacomet in Deutschland.
Heute zählt das Unternehmen über 40.000 zufriedene Kunden.
Abschließend wurde das Material GFK thematisiert: Es ist leicht, gut verformbar und dank Glasfasern (hohe Reißfestigkeit) sowie Vinylesterharz (chemische Beständigkeit) ideal für den Schwimmbadbau, wie Weiß-Fudisch erläuterte.
Hans Eder von Thermaton
Als letzten Tipp riet Andreas Weiß-Fudisch den Schwimmbadbauern, an die Drainage (insbesondere bei Grundwasser) zu denken und eine Bodenplatte zu verlegen. Diese bietet auch Thermaton an. An dieser Stelle übernahm Hans Eder von Thermaton das Wort.
2025 habe man mit Thermaton fast die Marke von 1.000 hinterfüllten Becken erreicht. Eder erläuterte anschließend alles Wichtige zur Poolhinterfüllung von Thermaton, einem Produkt der familiengeführten Firma Berger Beton. Das Unternehmen beliefert bereits ganz Deutschland, Österreich, die Schweiz und Südtirol. Allein in Deutschland sind 14 Mixmobile im Einsatz, 2026 kommen 2 weitere hinzu, um Kunden noch schneller bedienen zu können.
Eder gab den Schwimmbadbauern praktische Hinweise, worauf sie bei der Bodenplatte achten sollten:
- Die Drainage ist unbedingt notwendig – sie kostet wenig, ist aber entscheidend.
- Bei Grundwasserproblemen empfiehlt sich eine Beton-Bodenplatte, um einen tragfesten Untergrund zu gewährleisten.
- Eine Schotterschicht sollte zusätzlich eingebracht werden.
- Die Höhenangabe in der Grube ist wichtig, damit die Thermaton-Mitarbeiter vor Ort effizient arbeiten können.
- Die Schalung für die Bodenplatte wird von Thermaton mitgebracht.
- Die fertige Bodenplatte wird von den Mitarbeitern mit Folie abgedeckt, um sie vor Umwelteinflüssen zu schützen.
Vorteile der Thermaton-Bodenplatte im Vergleich zu Beton:
- Sie kann bereits zwei Tage nach dem Verlegen den Pool tragen.
- Es ist kein schweres Gerät im Garten nötig.
- Preislich ist sie – angesichts der aktuellen Betonpreise – eine interessante Alternative.
Die Mixmobile, die mit einer Mischanlage ausgestattet sind und alles Nötige für den Schwimmbadbauer an Bord haben, transportieren 40 Kubikmeter Thermaton pro Fahrt. Mit Anhänger sind sogar 80 Kubikmeter möglich. Thermaton wurde bereits bis in den 18. Stock gepumpt – und das mit einem 200-Meter-Schlauch. Die neuen Mixmobile ermöglichen eine präzise Dosierung über moderne Dosierzellen.
Anschließend sprach Eder über die Wandhinterfüllung. Wichtig sei:
- Das Becken muss ausgerichtet und in Flucht gebracht werden.
- Alle 1,50 Meter sollte eine Ausstrebung eingesetzt werden.
- 20–30 cm Wasser sollten im Becken stehen.
- Das Verfüllen erfolgt in drei Schichten à 40–50 cm mit der Lanze – Stampfen ist nicht nötig, da die Verdichtung durch die Lanze ausreicht.
- Auch hier ist die Drainage entscheidend.
- Im Hochsommer sollte man für Kühlung sorgen: Rohre mit Wasser füllen und den Wasserkreislauf zirkulieren lassen.
- Nicht zu stark stampfen, da Thermaton bei 55 Grad optimal aushärtet.
- Verschmutzungen sofort entfernen und das Material nach dem Eintrag mit Folie abdecken – jedoch nicht direkt auf dem Material, um Luftzirkulation zu ermöglichen.
- Der Ringanker muss direkt auf das Thermaton aufgebracht werden, damit sich Zement und Thermaton verbinden und statisch wirken können.
- Eder rät von Schalungen ab, da ein einheitliches Material zwischen Pool und Boden besser sei als zwei verschiedene.
Thermaton lebt vom Gegendruck, betonte Eder. Das gesamte Loch sollte daher mit Thermaton hinterfüllt werden. Zum Abschluss rief er den Teilnehmern zu: „Gemeinsam sind wir stark!“ Erfolgreiche Zusammenarbeit basiere darauf, sich gemeinsam aufeinander einzustellen.
Das Atlas Pooldeck von Aquacomet
Nach einer Kaffeepause folgte der Vortrag zu den Pooldecks der Marke „Atlas“ von Aquacomet. Andreas Weiß-Fudisch präsentierte die detailliert ausgearbeitete Struktur sowie die beiden Bewegungstypen: das Quer- und das Längs-Verfahren. Dabei ist das Quer-Verfahren deutlich weiter verbreitet.
Bei der Wahl des Antriebs – Zahnstangen- oder Solarantrieb – kommt es auf die Beschattung des Grundstücks an. Daneben gibt es selten nachgefragte Varianten wie das zwei- oder dreigeteilte Pooldeck.
Den Schwimmbadbauern wird stets eine präzise Angebotszeichnung inklusive einer Standarddarstellung des Motoraufbaus zur Verfügung gestellt. Entscheidend für die Berechnung des Pooldecks ist das Innenmaß des Poolbeckens. Besonders wichtig ist die 3-Zentimeter-Isolierung, da sie eine erhöhte Wärmedämmung bietet.
Es folgte Paul Krenzer, internationaler Vertriebsleiter von BelFox, der zum Thema Poolautomatisierung referierte. Das Unternehmen mit Sitz in Kalbach bei Fulda beschäftigt 60 Mitarbeiter und ist in 42 Ländern aktiv. Ursprünglich spezialisiert auf Torschiebetechnik, hat BelFox durch den wachsenden Trend zu mehr Komfort im modernen Poolbau den Markt für Motorisierung und Automatisierung erschlossen.
Dabei wurde deutlich: Pools werden zunehmend größer und hochwertiger, sodass Pooldecks und Überdachungen immer mehr zum Standard gehören. Die manuelle Bedienung stößt hier an ihre Grenzen. Dank der langjährigen Erfahrung im Bereich Torautomatisierung verfügt BelFox über die technischen Voraussetzungen, um auch anspruchsvolle Komfortlösungen im Luxussegment zu realisieren.
Krenzer präsentierte den Motor im Detail sowie die individuellen Anpassungen, die speziell für Aquacomet entwickelt wurden. Er stellte die verschiedenen Automatisierungslösungen vor – sowohl mit Zahnstangen- als auch mit Solarantrieb, abhängig vom Gewicht des Pooldecks. Alle Motoren arbeiten mit 24 Volt, was die Installation direkt an der Poolkante ermöglicht. Pooldecks jeder Größe lassen sich mit den BelFox-Motoren automatisieren.
Wichtige Informationen für die Aquacomet-Fachhändler
Zum Abschluss des ersten Tages übernahm Alexander Seemayer erneut das Wort. Er betonte, dass das Sprichwort „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ wieder Gültigkeit haben solle: Alles, was nicht direkt am Pool montiert wird, soll künftig nicht mehr Teil des Aquacomet-Pakets sein. In den vergangenen Jahren habe man sich zu einem Vollsortimenter entwickelt – dieser Ansatz werde nun zurückgenommen. Die Preisliste wird künftig nur noch Einbauteile enthalten.
Da Aquacomet und Novacomet nun eine starke Firmengruppe bilden, kann sich Seemayer wieder stärker auf den Vertrieb konzentrieren und so „aus einem Guss“ agieren. Aktuell befinde man sich in einer Co-Branding-Phase, in der beide Marken – Novacomet und Aquacomet – gemeinsam gestärkt werden sollen. Der Name Aquacomet soll zukünftig im DACH-Bereich wieder verstärkt im Poolmarkt abgebildet werden.
Abgerundet wurde der Tag mit der Vorstellung einer Studie für einen neuen Rollladen-Schacht, bevor der Abend eingeläutet wurde. Dadurch verspricht das Unternehmen einen zukünftig höheren Absatz an Rollladenbecken.

Ein gemeinsames Abendessen in einem Traditionslokal in der Innenstadt von Györ stand an.

Die Poolüberdachungsproduktion
Am Freitag stand der Besuch der Poolüberdachungsfertigung auf dem Programm. Besonders beeindruckend waren die spezielle Biegetechnik und die präzise Einhaltung von Toleranzen bei fast 200 verschiedenen Profilsystemen – allesamt Eigenentwicklungen von Aquacomet.
Die Überdachungen sind robust: Sie halten 20–25 kg Schnee pro Quadratmeter problemlos stand. Die Fachhändler erhielten eine detaillierte Einführung in die Aquacomet-Poolüberdachungen der Serie Horizon. 99 % der Überdachungen werden mit einseitiger Schiene bestellt. Alexander Seemayer erläuterte die Arretierung der Poolüberdachungen und demonstrierte den Laufradwechsel.
Großer Wert wird auf die Verpackung gelegt, um die Beschädigungsgefahr während der oft langen Lieferwege zu minimieren. Kanten- und Eckenschutz aus Schaumstoff sowie weitere Details sorgen für maximale Sicherheit. Besonders beeindruckend war die extra verstärkte Galaxy-Riesenüberdachung – eine Schwimmhalle für England mit 16 Metern Breite und 4 Metern Höhe.
In der Poolüberdachungsproduktion arbeiten 80 Mitarbeiter, insgesamt beschäftigt Aquacomet 130 Mitarbeiter.
Zum Abschluss: Der Poolüberdachungs-Konfigurator
Zum Abschluss stellte Andreas Weiß-Fudisch den Poolüberdachungs-Konfigurator vor. Mit diesem Tool können Partner unter Nutzung des eigenen Logos deutlich schneller Angebote erstellen – eine Funktion, die auf große Begeisterung stieß.
Nach einem „Light Lunch“ reisten die Teilnehmer mit vielen neuen Eindrücken aus Györ ab.

