Styropor-Pool selber bauen

Der selbstgebaute Styropor-Pool Bauweise bietet Ihnen als Heimwerker die Möglichkeit, mit überschaubarem Budget und handwerklichem Geschick einen funktionalen Swimmingpool zu realisieren. Styropor, auch bekannt als expandiertes Polystyrol (EPS), punktet dabei mit hervorragenden Isolationseigenschaften, die nicht nur die Wassertemperatur länger halten, sondern auch Heizkosten sparen. Die leichte Verarbeitbarkeit der Styroporsteine macht es auch für weniger erfahrene Bauherren machbar, ihr eigenes Poolprojekt umzusetzen. Während Poolbaufirmen oft mehr als zehntausend Euro verlangen, können Sie mit einem selbstgebauten Styropor-Pool die Kosten erheblich reduzieren und gleichzeitig die Zufriedenheit genießen, etwas mit den eigenen Händen geschaffen zu haben.

Vorteile eines Styropor-Pools

Bevor Sie mit der Planung beginnen, sollten Sie sich über die Vor- und Nachteile dieser Bauweise im Klaren sein. Zu den größten Vorteilen zählt die exzellente Wärmeisolation von Styropor. Das Material hält die Wassertemperatur deutlich besser als Beton oder Stahl, was besonders in den kühleren Monaten oder in Regionen mit gemäßigtem Klima von Vorteil ist. Sie werden feststellen, dass das Poolwasser sich schneller erwärmt und die Temperatur über Nacht besser hält. Ein weiterer entscheidender Vorteil liegt in den vergleichsweise niedrigen Materialkosten. Styroporplatten sind erschwinglich und in verschiedenen Stärken erhältlich, was Ihnen Flexibilität bei der Budgetplanung gibt. Die Verarbeitung gestaltet sich ebenfalls unkompliziert. Styropor lässt sich mit einfachen Werkzeugen schneiden, formen und kleben, ohne dass Sie schweres Gerät oder spezialisierte Fachkenntnisse benötigen. Das geringe Gewicht des Materials erleichtert zudem den Transport und die Handhabung. Wenn Sie handwerklich geschickt sind und gerne selbst anpacken, werden Sie die Arbeitsschritte ohne größere Probleme bewältigen können.

Grundlagen und Planung

Bevor Sie mit dem Bau beginnen, sollten Sie sich intensiv mit der Funktionsweise des Styropor-Poolsystems vertraut machen. Die Schalsteine aus expandiertem Polystyrol werden zu Wänden aufgeschichtet, die dann mit Stahlbewehrung verstärkt und mit Beton ausgegossen werden. Diese Kombination ergibt eine stabile, tragende Konstruktion, die gleichzeitig hervorragende Dämmeigenschaften besitzt. Die Poolfolie wird später auf die Innenseite dieser Wände verlegt und bildet die wasserdichte Schicht.

Die Wahl des richtigen Standorts ist entscheidend für den langfristigen Erfolg Ihres Poolprojekts. Idealerweise sollte der Pool an einem sonnigen Platz positioniert werden, damit sich das Wasser auf natürliche Weise erwärmt. Gleichzeitig sollten Sie darauf achten, dass nicht zu viele Bäume in unmittelbarer Nähe stehen, da herabfallendes Laub die Poolpflege erheblich erschwert. Prüfen Sie auch den Grundwasserstand an Ihrem Standort, denn ein zu hoher Grundwasserspiegel kann zu Problemen führen. Auch rechtlich gibt es einiges beachten. In vielen Bundesländern und Gemeinden ist für Pools ab einer bestimmten Größe eine Baugenehmigung erforderlich. Die Grenzen liegen meist bei einem Wasservolumen von 50 bis 100 Kubikmetern, können aber regional stark variieren. Informieren Sie sich frühzeitig bei Ihrem örtlichen Bauamt über die geltenden Vorschriften. Auch die Einhaltung von Grenzabständen zum Nachbargrundstück ist gesetzlich vorgeschrieben und sollte unbedingt berücksichtigt werden.

Bei der Festlegung von Größe und Form sollten Sie sowohl Ihre Wünsche als auch die räumlichen Gegebenheiten berücksichtigen. Rechteckige Pools sind am einfachsten zu bauen und bei den Materialkosten am günstigsten. Auch L-förmige oder leicht gerundete Formen sind mit Styropor-Schalsteinen realisierbar, erfordern aber mehr Planungsaufwand. Bedenken Sie, dass Sie nicht nur Platz für das Becken selbst, sondern auch für die Pooltechnik, eine Umrandung und ausreichend Bewegungsfläche um den Pool herum benötigen. Die Budgetplanung sollte realistisch und großzügig kalkuliert sein. Für einen durchschnittlichen Styropor-Pool mit den Maßen 8 x 4 Meter müssen Sie mit Materialkosten zwischen 8.000 und 15.000 Euro rechnen, je nachdem, welche Qualität und Ausstattung Sie wählen. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für den Aushub, wenn Sie diesen nicht selbst durchführen können, sowie für die Entsorgung des Erdaushubs. Planen Sie einen Puffer von mindestens 20 Prozent für unvorhergesehene Ausgaben ein.

Benötigte Materialien und Werkzeuge

Das Zentrum des Styropor-Pools sind die Styropor-Schalsteine, auch Styroporsteine genannt. Diese speziellen Elemente gibt es in verschiedenen Ausführungen für gerade Wände, Ecken und Rundungen. Die Standardsteine haben meist eine Länge von 100 bis 120 Zentimetern, eine Höhe von 25 bis 40 Zentimetern und eine Wandstärke zwischen 30 und 40 Zentimetern. Achten Sie beim Kauf auf eine ausreichende Dichte des Materials, da diese die Stabilität und Dämmwirkung beeinflusst. Hochwertige Poolsteine haben eine Rohdichte von mindestens 20 Kilogramm pro Kubikmeter. Für die statische Verstärkung der Poolwände benötigen Sie Bewehrungseisen, üblicherweise in Form von Bewehrungsmatten oder einzelnen Bewehrungsstäben. Diese werden vertikal und horizontal in die Hohlräume der Styroporsteine eingelegt, bevor diese mit Beton vergossen werden. Der Beton sollte mindestens die Festigkeitsklasse C25/30 aufweisen und fließfähig genug sein, um alle Hohlräume vollständig auszufüllen. Rechnen Sie je nach Poolgröße mit mehreren Kubikmetern Beton.

Die Poolfolie ist macht Ihren Pool wasserdicht. Sie können zwischen PVC-Folien in verschiedenen Stärken wählen, wobei 0,8 bis 1,0 Millimeter für private Pools üblich sind. Die Folie gibt es in verschiedenen Farben, wobei helle Blautöne besonders beliebt sind, da sie dem Wasser eine ansprechende Farbe verleihen. Zusätzlich zur Folie benötigen Sie ein Schutzvlies, das zwischen Poolwand und Folie verlegt wird und die Folie vor Beschädigungen schützt. Die Pooltechnik umfasst alle Komponenten, die für den Betrieb notwendig sind. Dazu gehören eine Filteranlage mit entsprechend dimensionierter Pumpe, ein Skimmer zum Absaugen der Wasseroberfläche, Einlaufdüsen für das gereinigte Wasser, sowie das komplette Rohrleitungssystem. Für die Wasseraufbereitung kommen meist Sandfilteranlagen zum Einsatz, die eine gute Reinigungsleistung bei überschaubaren Kosten bieten. Achten Sie darauf, dass die Pumpenleistung zur Poolgröße passt und das gesamte Poolwasser etwa zweimal täglich umwälzt.

Pooldoktor hilft Ihnen alle Materialien für den Poolbau in Eigenregie zu erhalten. Entweder durch ein Styropor-Pool-Set, das bereits aufeinander abgestimmte Komponenten enthält, oder durch Hilfe bei der Wahl und Abstimmung der Komponenten durch fachkundige Berater.

An Werkzeugen benötigen Sie eine umfangreiche Grundausstattung. Für den Aushub sind Spaten, Schaufeln und idealerweise ein Minibagger hilfreich. Zum Setzen der Steine brauchen Sie Wasserwaage, Richtschnur, Maurerhammer und Betonmischer oder Zugang zu einem Betonmischer. Für das Schneiden der Styroporsteine eignet sich ein langes Messer oder eine spezielle Styroporsäge. Auch eine Rüttelmaschine für den Beton, Kübel für den Betontransport und diverses Kleinmaterial wie Draht zum Verbinden der Bewehrung sollten vorhanden sein.

Vorbereitung des Baugrunds

Der Aushub der Baugrube ist körperlich anstrengend und zeitintensiv, bildet aber die Grundlage für einen stabilen Pool. Die Grube muss größer sein als das spätere Becken selbst, da Sie Platz für die Bodenplatte, die Dämmung und für die Arbeit an den Außenseiten der Poolwände benötigen. Rechnen Sie mit einem zusätzlichen Überstand von mindestens 50 Zentimetern rundherum. Die Tiefe richtet sich nach der gewünschten Wassertiefe plus der Dicke der Bodenplatte, einer Magerbeton- oder Kiesschicht als Fundament und gegebenenfalls einer Frostschutzschicht. Bei der Durchführung des Aushubs sollten Sie darauf achten, dass die Grubenwände möglichst stabil bleiben. In sandigem oder lockerem Boden können Böschungen erforderlich sein, um ein Nachrutschen zu verhindern. Für einen Pool mit 1,50 Meter Wassertiefe müssen Sie mit einem Gesamtaushub von etwa 1,80 bis 2,00 Metern rechnen. Das ausgehobene Erdreich kann später teilweise für die Modellierung der Poolumgebung verwendet werden, der Rest muss fachgerecht entsorgt werden.

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Die Erstellung der Bodenplatte erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird die Grubensohle verdichtet und absolut eben ausgerichtet. Darauf kommt eine etwa 20 Zentimeter dicke Schicht aus Magerbeton oder verdichtetem Kies, die als frostsicheres Fundament dient. Diese Schicht muss sorgfältig verdichtet werden, um spätere Setzungen zu vermeiden. Darauf folgt eine Betonplatte mit einer Mindeststärke von 20 bis 25 Zentimetern, die mit Baustahlmatten bewehrt wird. Bereits beim Bau der Bodenplatte müssen Sie die Leerrohre für die spätere Verrohrung der Pooltechnik einplanen und verlegen. Diese Rohre führen durch die Bodenplatte hindurch und verbinden den Pool mit dem Technikschacht. Kennzeichnen Sie die Position der Durchführungen genau, damit Sie diese später problemlos wiederfinden. Die Leerrohre sollten großzügig dimensioniert sein, damit auch dickere Schläuche problemlos hindurchpassen. Zur Drainage gehört ein System, das verhindert, dass sich Wasser hinter den Poolwänden ansammelt. Besonders in Gebieten mit hohem Grundwasserstand ist dies wichtig, da sich sonst ein gefährlicher Auftrieb entwickeln kann, der den leeren Pool aus dem Boden drücken könnte. Eine Drainage besteht typischerweise aus einer Kiesschicht an den Außenwänden und einem Drainagerohr, das das Wasser kontrolliert ableitet.

Aufbau der Styropor-Poolwände

Das Setzen der ersten Steinreihe ist der wichtigste Schritt beim Wandaufbau, denn hier werden die Weichen für einen exakt rechtwinkligen und geraden Pool gestellt. Beginnen Sie mit einer präzisen Vermessung der Außenkanten direkt auf der Bodenplatte. Spannen Sie Richtschnüre und kontrollieren Sie die Rechtwinkligkeit durch Messen der Diagonalen. Dabei müssen beide Diagonalen exakt gleich lang sein. Die erste Steinreihe wird auf einem dünnen Mörtelbett verlegt, um kleinere Unebenheiten auszugleichen und eine absolut waagerechte Ausgangsbasis zu schaffen. Verwenden Sie eine lange Wasserwaage und nehmen Sie sich Zeit für diesen Schritt, denn spätere Korrekturen sind kaum noch möglich. Die Styropor-Schalsteine sind so konzipiert, dass sie sich ähnlich wie Lego-Steine ineinanderstecken lassen. Beim schichtweisen Aufbau müssen Sie darauf achten, dass die Steine im Versatz gesetzt werden, sodass sich kreuzförmige Stoßfugen ergeben, ähnlich wie bei einem Mauerwerksverband. Dies erhöht die Stabilität der späteren Betonwände erheblich. Jede neue Steinreihe wird einfach auf die darunterliegende aufgesetzt, wobei die speziellen Verzahnungen für einen festen Sitz sorgen. Nach dem Setzen von zwei bis drei Steinreihen beginnen Sie mit der Bewehrung. Vertikale Bewehrungsstäbe werden in regelmäßigen Abständen durch die Hohlräume der Steine geführt und müssen bis in die Bodenplatte hineinreichen, wo sie idealerweise schon beim Betonieren der Platte eingeplant und verankert wurden. Zusätzlich werden horizontale Bewehrungseisen oder Bewehrungsmatten in die Hohlräume eingelegt. Die Bewehrung muss so angeordnet sein, dass sie später vollständig vom Beton umschlossen wird und nirgendwo das Styropor berührt oder zu nahe an die Oberfläche kommt.

Das Betonieren erfolgt am besten in mehreren Etappen. Nach dem Aufbau von zwei bis drei Steinreihen werden die Hohlräume mit Beton verfüllt. Der Beton muss eine fließfähige Konsistenz haben, damit er alle Hohlräume und Zwischenräume vollständig ausfüllt. Verwenden Sie einen Rüttler oder einen langen Stab, um den Beton zu verdichten und Lufteinschlüsse zu minimieren. Gießen Sie nicht zu schnell, da sonst der Druck des flüssigen Betons die Styroporsteine verformen oder verschieben könnte. Lassen Sie den Beton ausreichend aushärten, bevor Sie die nächsten Steinreihen aufsetzen. Während des Wandaufbaus müssen Sie die Aussparungen für Skimmer und Einlaufdüsen bereits einplanen und vorbereiten. Der Skimmer wird typischerweise etwa 10 bis 15 Zentimeter unterhalb des späteren Wasserspiegels eingebaut und dient dazu, Verschmutzungen von der Wasseroberfläche abzusaugen. Die Einlaufdüsen werden gegenüber dem Skimmer an der anderen Poolseite positioniert, um eine optimale Wasserzirkulation zu gewährleisten. Für diese Einbauteile müssen Sie die entsprechenden Styroporsteine an den richtigen Stellen ausschneiden. Verwenden Sie die mitgelieferten Schablonen der Hersteller, um die Öffnungen präzise auszuführen. Die Einbauteile selbst werden fest mit den Poolwänden verbunden und müssen absolut dicht sein.

Pooltechnik installieren

Die Filteranlage ist das Herzstück der Poolreinigung und sollte entsprechend sorgfältig ausgewählt und installiert werden. Für private Pools haben sich Sandfilteranlagen bewährt, die durch ihre robuste Bauweise und einfache Wartung überzeugen. Die Dimensionierung der Filteranlage richtet sich nach dem Poolvolumen. Bei einem Pool mit 30 Kubikmetern Wasserinhalt benötigen Sie also eine Pumpe, die etwa 2,5 Kubikmeter pro Stunde fördern kann. Positionieren Sie die Filteranlage in einem Technikschacht neben dem Pool oder in einem nahegelegenen Technikraum, wo sie vor Witterungseinflüssen geschützt ist und Sie dennoch guten Zugang für Wartungsarbeiten haben. Die Verrohrung verbindet alle Komponenten des Poolsystems miteinander. Vom Skimmer und vom Bodenablauf führen Saugleitungen zur Pumpe, die das Wasser ansaugt. Von der Pumpe wird das Wasser durch den Filter gedrückt und von dort über die Druckleitung zurück zu den Einlaufdüsen im Pool geleitet. Verwenden Sie für die Verrohrung ausschließlich hochwertige, druckfeste Rohre und Fittings, die für den Poolbau zugelassen sind. PVC-Rohre mit einem Durchmesser von 50 oder 63 Millimetern sind Standard und sollten mit speziellen PVC-Klebern dauerhaft verbunden werden. Achten Sie darauf, dass alle Verbindungen absolut dicht sind, da schon kleine Undichtigkeiten die Pumpenleistung erheblich beeinträchtigen können. Planen Sie bei der Verrohrung ausreichend Absperrventile ein, damit Sie einzelne Komponenten bei Bedarf vom System trennen können, ohne den gesamten Pool entleeren zu müssen. Mindestens vor und nach der Pumpe sowie vor der Filteranlage sollten Kugelhähne installiert sein. Auch Rückschlagventile sind sinnvoll, um zu verhindern, dass das Wasser bei abgeschalteter Pumpe zurückfließt. Alle Rohrleitungen sollten mit einem leichten Gefälle verlegt werden, damit sie sich vollständig entleeren lassen.

Die elektrischen Anschlüsse für Pumpe, Filtersteuerung und eventuelle Zusatzgeräte wie Poolheizung oder Beleuchtung sollten unbedingt von einem Fachmann ausgeführt werden. Im Poolbereich gelten besondere Sicherheitsvorschriften, da die Kombination von Wasser und Strom lebensgefährlich sein kann. Alle elektrischen Komponenten müssen entsprechend der geltenden Normen installiert werden, was unter anderem den Einsatz von Fehlerstromschutzschaltern und die Einhaltung von Schutzbereichen umfasst. Auch die Erdung aller metallischen Teile ist vorgeschrieben. Sparen Sie hier nicht am falschen Ende, denn die Sicherheit Ihrer Familie hat oberste Priorität.

Poolfolie verlegen

Bevor Sie mit dem Verlegen der Poolfolie beginnen können, müssen die Poolwände sorgfältig vorbereitet werden. Alle Unebenheiten, scharfen Kanten oder abstehenden Betonreste müssen entfernt werden, da diese die Folie beschädigen könnten. Schleifen Sie raue Stellen ab und füllen Sie eventuelle Vertiefungen mit geeignetem Material auf. Die Oberfläche sollte glatt und staubfrei sein. Prüfen Sie auch noch einmal alle Einbauteile wie Skimmer und Düsen. Diese müssen fest sitzen und dürfen keine scharfen Kanten aufweisen. Das Vlies als Unterlage ist ein unverzichtbarer Schutz für die Poolfolie. Es wird sowohl auf dem Boden als auch an den Wänden verlegt und verhindert, dass kleine Unebenheiten oder raue Stellen die Folie durchscheuern. Das Vlies gibt es in verschiedenen Grammaturen, wobei 400 bis 600 Gramm pro Quadratmeter für Pools üblich sind. Beginnen Sie mit der Verlegung am Boden und arbeiten Sie sich dann die Wände hoch. Das Vlies wird meist mit doppelseitigem Klebeband oder speziellem Vlieskleber fixiert. Achten Sie darauf, dass keine Falten entstehen und alle Flächen lückenlos bedeckt sind.

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Die Folienverlegung selbst ist eine Arbeit, die viel Sorgfalt und idealerweise mehrere Helfer erfordert. Die Folie wird üblicherweise als Bahnenware geliefert und muss vor Ort verschweißt werden, oder Sie erhalten eine bereits fertig konfektionierte Folie, die exakt auf Ihre Poolmaße zugeschnitten ist. Letztere Variante ist zwar teurer, erspart Ihnen aber viel Arbeit und führt zu einem sichereren Ergebnis. Wählen Sie für die Verlegung einen warmen, trockenen Tag, da sich die Folie bei Wärme besser handhaben lässt und weniger Falten wirft. Legen Sie die Folie zunächst locker in den Pool und positionieren Sie sie so, dass sie an allen Seiten etwa gleichmäßig übersteht. Beginnen Sie dann in einer Ecke mit der Befestigung. Die Folie wird meist mit einem speziellen Keilprofil am oberen Beckenrand fixiert, das in eine zuvor vorbereitete Nut eingeschlagen wird. Arbeiten Sie sich systematisch von einer Ecke zur anderen vor und achten Sie darauf, dass die Folie gleichmäßig gespannt wird, aber nicht zu straff, da sie sich bei wärmerem Wetter noch etwas ausdehnen wird. In den Ecken müssen Sie die Folie sorgfältig falten, damit keine großen Falten entstehen.

Das Befüllen des Pools sollte langsam und kontrolliert erfolgen. Bereits nach dem Einlassen der ersten 10 bis 20 Zentimeter Wasser sollten Sie die Folie noch einmal überprüfen und gegebenenfalls nachspannen. Größere Falten können Sie zu Beginn noch ausstreichen. Während des Füllvorgangs müssen die Anschlüsse für Skimmer, Düsen und Bodenablauf ausgeschnitten und montiert werden. Dies geschieht üblicherweise, wenn der Wasserstand die jeweilige Einbauhöhe erreicht hat. Verwenden Sie dafür scharfe Messer und schneiden Sie die Folie eher etwas zu klein als zu groß. Die Einbauteile werden dann mit speziellen Flanschverbindungen fest mit der Folie verbunden, wobei Dichtungen für absolute Wasserdichtigkeit sorgen.

Poolumrandung und Gestaltung

Die Randsteine bilden den optischen und funktionalen Abschluss Ihres Pools. Sie sollten rutschfest, frostbeständig und optisch ansprechend sein. Natursteinplatten, Betonwerksteine oder spezielle Poolrandsteine stehen zur Auswahl. Die Randsteine werden auf einem Mörtelbett verlegt und sollten etwa zwei bis drei Zentimeter über den Wasserspiegel hinausragen, damit Spritzwasser nicht unkontrolliert in die Umgebung läuft. Wichtig ist, dass die Randsteine leicht zum Pool hin geneigt sind, damit Regenwasser in den Pool und nicht hinter die Poolwände läuft. Die Verlegung sollte mit besonderer Sorgfalt erfolgen, da die Randsteine stark beanspruchte Flächen sind, auf denen Sie später barfuß laufen werden. Eine Abdeckung ist nicht nur aus Sicherheitsgründen sinnvoll, sondern reduziert auch die Verschmutzung des Wassers und minimiert die Verdunstung. Es gibt verschiedene Systeme, von einfachen Planen über Rollladenabdeckungen bis hin zu begehbaren Poolabdeckungen. Für den Selbstbau bieten sich vor allem Rollladenabdeckungen an, die sich relativ einfach nachrüsten lassen. Diese werden entweder über- oder unterflur montiert und können das Becken bei Nichtbenutzung komplett verschließen. Sie halten nicht nur Schmutz fern, sondern reduzieren auch den Wärmeverlust erheblich.

Die Terrasse um den Pool sollte großzügig dimensioniert sein, damit Sie ausreichend Platz für Liegestühle, Gartenmöbel und Bewegungsflächen haben. Eine Mindestbreite von 1,50 Metern auf allen Seiten ist empfehlenswert. Als Material eignen sich Holzdielen, WPC-Dielen, Natursteinplatten oder großformatige Betonplatten. Achten Sie darauf, dass die Oberfläche rutschfest ist, auch wenn sie nass wird. Die Terrasse sollte ein leichtes Gefälle vom Pool weg haben, damit Regenwasser ablaufen kann. Auch die Integration einer Außendusche und von Steckdosen für Poolroboter oder andere elektrische Geräte sollten Sie bereits in dieser Phase einplanen.

Für den Einstieg in den Pool haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Eine klassische Edelstahlleiter ist die einfachste und kostengünstigste Lösung. Sie wird am Beckenrand befestigt und bietet einen sicheren Ein- und Ausstieg. Deutlich komfortabler ist jedoch eine fest eingebaute Pooltreppe. Diese kann als römische Treppe über die gesamte Breite einer Poolseite reichen oder als kompakte Ecktreppe ausgeführt werden. Bei einem Styropor-Pool lässt sich die Treppe gleich während des Wandaufbaus integrieren, indem Sie entsprechende Treppen-Schalsteine verwenden. Die Treppenstufen werden dabei ebenfalls mit Folie ausgekleidet und fügen sich nahtlos in das Gesamtbild ein.

Inbetriebnahme und Pflege

Die Erstbefüllung Ihres Pools ist ein aufregender Moment, sollte aber nicht überstürzt werden. Verwenden Sie wenn möglich bereits gefiltertes Leitungswasser, um die Erstinbetriebnahme zu erleichtern. Das Befüllen dauert je nach Poolgröße mehrere Stunden bis zu mehreren Tagen. Während des Befüllens sollten Sie die Folie im Auge behalten und sicherstellen, dass sie sich gleichmäßig ausdehnt und keine Luftblasen eingeschlossen werden. Sobald der Pool vollständig gefüllt ist, können Sie die Filteranlage in Betrieb nehmen und mit der Wasseraufbereitung beginnen. Das Einstellen der richtigen Wasserwerte ist entscheidend für hygienisch einwandfreies Poolwasser. Der pH-Wert sollte zwischen 7,0 und 7,4 liegen (weitere Informationen beim Umweltbundesamt), da nur in diesem Bereich die Desinfektionsmittel optimal wirken können. Messen Sie den pH-Wert regelmäßig und korrigieren Sie ihn bei Bedarf mit pH-Minus oder pH-Plus. Für die Desinfektion hat sich Chlor bewährt, wobei der Chlorgehalt zwischen 0,5 und 1,0 Milligramm pro Liter liegen sollte. Alternativ können Sie auch auf Salzelektrolyse-Anlagen setzen, die das benötigte Chlor selbst aus im Wasser gelöstem Salz erzeugen. Zusätzlich sollten Sie die Alkalität des Wassers überprüfen und gegebenenfalls mit speziellen Mitteln einstellen.

Die regelmäßige Wartung umfasst tägliche, wöchentliche und saisonale Aufgaben. Täglich sollten Sie den Skimmerkorb leeren und grobe Verschmutzungen mit einem Kescher von der Wasseroberfläche entfernen. Ein bis zweimal wöchentlich steht die Reinigung des Pools mit Bodensauger oder Poolroboter auf dem Programm. Der Sandfilter muss in regelmäßigen Abständen rückgespült werden, um seine Reinigungsleistung aufrechtzuerhalten. Die Häufigkeit hängt von der Verschmutzung ab, ist aber spätestens dann erforderlich, wenn der Druckanzeiger am Filter einen erhöhten Druck anzeigt. Kontrollieren Sie auch regelmäßig die Wasserwerte und korrigieren Sie diese bei Bedarf.

Das Winterfest-Machen ist in unseren Breiten unerlässlich, um Frostschäden zu vermeiden. Gegen Ende der Badesaison, wenn die Wassertemperatur dauerhaft unter 15 Grad fällt, sollten Sie mit den Vorbereitungen beginnen. Dazu gehört eine gründliche Reinigung des Pools, das Absenken des Wasserspiegels auf etwa 10 Zentimeter unter die Einbauteile, das Entleeren aller Leitungen und der Filteranlage sowie die Zugabe von Überwinterungsmittel. Die Einlaufdüsen und der Skimmer werden mit speziellen Winterstopfen verschlossen. In den Pool sollten Sie Eisdruckpolster legen, die die Ausdehnung des Eises bei Frost abfangen und so die Poolwände schützen. Decken Sie den Pool mit einer wintertauglichen Plane ab, die verhindert, dass Laub und Schmutz ins Wasser gelangen.