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Susi

Design muss sein: Wellness-Räume gestalten

15.08.2018

Foto: Studio Casa/Münster

Gute Entspannung braucht einen schönen Rahmen. Also Räume, die dem
Erholungs­suchenden nicht nur Ruhe bieten, sondern auch Anregungen für Geist und Körper. Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen einige Ideen vor, die bei der Gestaltung persönlicher Wellness­-Oasen wertvoll sein können.

Pool + Sauna

Es hat viele Vorteile, wenn Schwimmbecken und Sauna in der gleichen warmen Klimazone zusammengefasst sind. Zur praktischen Umsetzung informierten wir uns bei dem erfahrenen Pool- und Wellness-Designer Paul-Bertram Petereit.

Wenn die Raumverhältnisse es zulassen, gehören Schwimmbad und Sauna in einen einzigen Erlebnisbereich, so rät der Experte: "Die kalte Dusche, das Kneippen oder das Kühlwasserbecken empfinden die meisten Saunagänger in einem warmen Raum angenehmer. Zwischendurch im gleichen Ambiente wieder eine Runde schwimmen, macht das Relax­erlebnis erst richtig rund."

Foto: Bernhard Müller

Doch wie und wo sollten Pool und Kabine platziert werden? Petereit sieht hier das Becken als Herzstück. Deshalb sollte ihm die „Schokoladenpositionierung“ vorbehalten bleiben. "Da man sich hier am längsten aufhält, sollte beispielsweise der Blick nach außen nicht von einer Sauna blockiert werden", meint der Wellness­-Designer und empfiehlt: "Meiner Erfahrung nach sollte ein Sichtschutz zwischen Schwimmbecken und Sauna bestehen. Wenn sie auch häufig intern, innerhalb der Familie genutzt werden, so könnte sich doch die Situation einmal ändern. Freunde und Nachbarn werden eingeladen oder Kinder feiern eine Poolparty. Da sollte man zumindest eine Möglichkeit des temporären Sichtschutzes vorsehen."

Eine Dusche, die direkt an die Sauna angrenzt, ist ein "Muss" bei der weiteren Planung. "Sich schweißtropfend in eine weiter entfernte Dusche zu begeben, wäre ­unhygienisch und in sich nicht ganz stimmig. Ich empfehle hier zudem immer, einen Kaltwasser-Kneippschlauch unterzubringen."

Zum Prioritätenkatalog gehört als unverzichtbares Element eine gute Klimatisierung kombiniert mit optimaler Wasseraufbereitung. Auch die Dämmung von Wänden und Decken mit einer Dampfsperre ist wichtig. Sinnvolle ­Gestaltungselemente sind zudem eine abgehängte Decke sowie effektvoll abgestimmte Licht- und Soundkonzepte.

Schönes Ambiente

Foto: Brimstone Hotel

Es gibt unzählige Möglichkeiten für die Gestaltung von Schwimm­hallen und Wellnessbereichen. Im Vorfeld der Planung sollte man sich zunächst einmal über die eigenen Wünsche im Klaren sein.

"Form follows function": Am Anfang einer gut abgestimmten Gestaltung steht vor allem eine klare Gliederung in verschiedene Funktions­bereiche, wie zum Beispiel Becken, Whirlpool, Sauna, Dampfbad, Dusche, Fitness, Ruheraum etc. Je nach den vorhandenen Platzverhältnissen kann man ihnen eine sinnvoll dimensionierte Fläche zuweisen.

Durch die Wahl unterschiedlicher Materialien werden diese Bereiche dann rein optisch und klar erkennbar voneinander getrennt – wobei es insgesamt empfehlenswert ist, sich bewusst auf eine engere Auswahl verschiedener Baustoffe zu konzentrieren. Diese können in ihrem Zusammenspiel eine harmonische Wirkung entfalten, die noch dadurch unterstrichen wird, dass man auch bei der Farbwahl eher wenige, miteinander verwandte Töne zum Einsatz kommen lässt. Gegebenenfalls kann eine Kontrastfarbe – sparsam eingesetzt – interessante Akzente dazu liefern.

Eine wesentliche Rolle spielt auch die Beleuchtung. Damit kann man nicht nur ganze Räume erhellen, sondern auch einzelne Zonen gezielt betonen und hervorheben. Sie sind noch auf der Suche nach dem gewissen Etwas mit dem besonderen Kick? Dann könnte ein LED-Lichthimmel – über die gesamte Länge des Pools reichend – das Richtige für Sie sein. Nicht zu vergessen das natürliche Tageslicht, das Sie mithilfe großflächiger Glasfronten in den Raum holen könnten. Diese bieten nicht nur schöne Ausblicke, sondern sind sozusagen das optische Verbindungsstück zwischen drinnen und draußen.

Sinnvoll ist es auch, einen Barbereich zu installieren. Hier kann man sich vor oder nach dem Schwimmen oder dem Saunieren mit Getränken oder Snacks erfrischen. Ein Kamin kann exklusives Highlight werden.

Dampfbad + Spa

Foto: Corso Sauna Manufaktur GmbH

Wie Balsam für die Atemwege wirken die milden Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit im Dampfbad, das sich individuell gestalten lässt. Dampfbäder können gut in Ecken und Nischen, aber auch unter der Schräge eingebaut werden. So lässt sich der vorhandene Platz optimal nutzen.

Bei den Materialien ist vieles möglich: Acryl, Keramik, Fliesen, Glasmosaik oder Natursteine wie Granit und Marmor. Je glatter die Oberfläche, desto pflegeleichter die Kabine. Wenn die Sitzflächen etwas Abstand zur Wand haben, können die kondensierten Wassertropfen ganz hygienisch hinter den Bänken an der Wand herablaufen. Komfortabel sind breitere Bänke, auf denen man auch liegen kann. Ein weiterer Komfortfaktor sind beheizte Fußböden und Sitzbänke.

Sauna-Design

Schon lange ist die Sauna nicht mehr nur die pragmatische, holzkistenartige Schwitzkabine. Sie hat sich zum Designobjekt gewandelt, das auch in den Wohnbereichen Einzug hält. So spielen neben der reinen Funktionalität auch ästhetische Aspekte eine wichtige Rolle.

Saunieren ist heute Teil eines globalen Wellnesstrends, der die Beschäftigung mit dem eigenen Körper und seine intensive Pflege mit der Freude an Design und Ästhetik verbindet. Die Menschen wollen nicht mehr nur schwitzen, sie wünschen sich dabei ein besonderes Ambiente. Und das am besten in einer Sauna, die gar nicht mehr so aussieht wie eine Sauna. Sie soll nicht mehr nur als Ort der Entspannung dienen, sondern zugleich auch optischer Blickfang sein. Die Kabine wird zum eigenständigen Mobiliar, das den innenarchitektonischen Gegebenheiten des Wohnumfelds angepasst wird. Das Besondere, Exklusive ist gefragt – eine Gestaltung also, mit der die Bauherren ihren ganz persönlichen Lebensstil zum Ausdruck bringen können.

Foto: Butenas

Nach Einschätzung von Wellnessfachleuten hat der von Purismus und Geradlinigkeit geprägte Architekturstil, welcher das vergangene Jahrzehnt dominierte, seinen Zenit mittlerweile überschritten. Wohlfühlen, Behaglichkeit, ein Zurück zur Natur – diese Themen setzen nun den Gegentrend. Und die Bereitschaft, für eine eigene Designsauna deutlich mehr Geld auszugeben als früher, ist hoch. Mit der eigenen maßgefertigten Kabine leistet man sich ein Stück Luxus.

Erkennbar ist diese Aufwertung der Sauna an einem ausgesprochen breiten Materialmix. Große Glasfassaden und schwellenlose Eingangstüren vermitteln Großzügigkeit und Transparenz. Wandverkleidungen aus Stein oder Salz, oft stimmungsvoll hinterleuchtet, ermöglichen ganz neue Raumkompositionen. Hatte man früher die Wahl unter zwei, drei Holzarten, so wird heute ein Vielzahl verschiedener Hölzer verbaut.

Gefragt sind zum Beispiel Hemlock, Fichte, Espe, Eiche und andere. Einen exklusiven Touch vermitteln behandeltes Altholz, ausgeprägte Oberflächenstrukturen oder auch dunkle Thermohölzer, deren technische Eigenschaften durch eine spezielle Hitzebehandlung verbessert wurden. 

In der folgenden Bildergalerie zeigen wir Ihnen weitere gelungen gestaltete Wellness-Räume

Wellness hat viele Gesichter. Für manche bedeutet Wellness vor allem das Relaxen in einem sprudelnden Whirlpool. Foto: Studio Casa/Münster
Andere lassen es gemütlich angehen und nehmen sich ein milden Schwitzbad in der Sauna. Foto: Klafs
Direkt an der Fensterseite wurde bei der Gestaltung dieses Hallenbads ein hübscher Ruhebereich geschaffen, mit einer von Kies und Pflanzen umgebenen Doppelliege. Foto: Tom Philippi
Eine lauschige Loungeecke lädt vor und nach dem Schwimmen zum Relaxen ein. Foto: Tom Philippi
Hier wurde der Pool bewusst als Gestaltungselement ins Haus integriert. Vom Eingangsbereich aus hat man einen direkten Blick auf die Schwimmhalle. Foto: www.medilor.de
Glas ist ein Stilelement, das auf vielfältige Art und Weise eingesetzt werden kann. Eine Möglichkeit ist es zum Beispiel, in die Trennwand zwischen Schwimmhalle und Wohnbereich eine verglaste Öffnung zu setzen. Foto: Riviera Pool
Bei diesem Beispiel wurde die Saunakabine in der Nähe der großzügigen Glasfront platziert, die einen schönen Ausblick nach draußen bietet. Die gesamte Wellnessanlage befindet sich in einer Penthouse-Wohnung. Foto: Bernhard Müller
Das durchdachte Lichtkonzept ist hier ein wichtiger Faktor: Unter anderem wurde die indirekte Beleuchtung in die abgehängte Decke integriert. Foto: SSF Pools by Klafs
In einheitlicher Formensprache gestaltet wurde dieses Privat-Spa. Eine zentrale Rolle spielt das Dampfbad mit einem Ambiente aus hellen, großflächigen Natursteinen. www.corso-sauna.de
Keramische Elemente prägen diese Wellnessoase. Sie ist nicht nur mit einer Massivholzsauna, sondern auch einem Tecaldarium (Wärmeraum) ausgestattet. www.hilpert-fulda.de
„Dome“ heißt dieses Dampfbadkonzept. Im Zentrum steht der indirekt beleuchtete Dampfaustritt im Stil einer Kristallkugel. www.klafs.de
Die Schwebeliege „Allround“ hat eine robuste Stahlblech-Liegefläche mit weicher Auflage. Das ergonomische Design und eine spezielle Seilführung erzeugen schwebende Leichtigkeit. www.schwebeliege.at
Ein Laconium ist ein mildes Schwitzbad mit geringer Luftfeuchtigkeit. Hier ein Laconium im Brimstone Hotel in UK. www.spa4.at
Ein Sole-Whirlpool mit blau-türkisfarbenen Glasmosaikfliesen im Arabella-Alpenhotel am Schliersee. www.sopra.de
Vom Glasspezialisten Sprinz stammt diese Dusche mit ganzflächigen Wandverglasungen. LEDs sorgen für ausgefallene Lichteffekte. www.sprinz.eu
Der Clou an dieser Sauna aus massiver Polarfichte im Strandhotel Dünenmeer (Ostsee) sind die Bull­augenfenster. Durch sie hat man einen direkten Blick über die Dünen auf die blau schimmernde Ostsee. www.finnland-sauna.de
Design-Sauna im Badezimmer integriert: Die Fichte im Inneren erinnert an die finnische Lebensart, die vordere Glasfront bringt freundliche Helligkeit. www.butenas.de
Jedem Badegast sein eigener Sitzplatz: Dieser Auftrag wurde mit einem handgezimmerten Siebeneck erfüllt. www.kuengsauna.ch

Fotos: Hersteller, Text: Ruth Mayr

Dieser Artikel erschien auch in der Ausgabe 3/4-2018 von SCHWIMMBAD+SAUNA (hier bestellen!)

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