Gegenstromanlage: Fitness im Pool

Gegenstromanlage Fitness Swimmingpool
Gegenstromanlage für die Fitness im Swimmingpool. Foto: Binder GmbH & Co. KG

Wer sich beim Schwimmen so richtig auspowern möchte, der braucht eine Gegenstromanlage. Mit ihr verwandelt sich selbst ein kleines Becken in eine Fitness-Anlage.

Denn der Gegenschub lässt sich so regulieren, dass man auf der Stelle schwimmt und nicht ständig am Beckenrand wenden muss. Und nach dem anstrengenden Training kann man sich zur Belohnung von den Düsen massieren lassen. Das grundsätzliche Funktionsprinzip, nämlich Wasser und Luft unter Druck in den Pool zu pumpen, ermöglicht beides.

Es gilt zu unterscheiden zwischen Gegenstromanlagen für den Einbau und Einhängeanlagen. Einbauanlagen bestehen aus zwei Komponenten: dem Rohbauteil und dem Fertigbauteil. Das Rohbauteil wird entweder einbetoniert (bei Betonbecken) oder mittels Flansch befestigt (bei Fertigbecken). Danach wird die Armatur eingesetzt. Sie besteht aus einer oder zwei Düsen, Bedienelementen zur Luftbeimischung und Regelung der Intensität, Ansauggitter, Haltegriffen, Pumpe und eventuell Scheinwerfern. Eine Blende aus Kunststoff oder Edelstahl verdeckt die Anschlüsse. Auch die Montage in Treppen oder runde Beckenwände ist möglich.

Selbst wenn man aus finanziellen Gründen erst mal auf eine Gegenstromanlage verzichtet, sollte man Vorkehrungen für eine spätere Installation treffen und bereits beim Beckenbau eine Öffnung dafür vorsehen. Diese kann solange mit einer Blindplatte abgedichtet werden.

Bedienelement muss leicht erreichbar sein

Aber auch ohne Öffnung im Becken muss man auf kraftvollen Schwimmspaß für die Fitness nicht verzichten. Einhängeanlagen lassen sich ohne großen Aufwand nachträglich montieren. Sie eignen sich zudem für den Einbau in Aufstellbecken. Ihr Gehäuse besteht meistens aus Kunststoff und ist so stabil, dass es problemlos als Startblock oder Sitzfläche benutzt werden kann.

Wichtig ist bei allen Gegenstromanlagen, dass das Bedienelement leicht zu erreichen ist. Meistens handelt es sich um einem Pneumatikdrücker, der sich auf der Blende befindet. Oder das Gerät wird über eine Fernbedienung reguliert. Bei hochwertigen Swimmingpools besteht zudem die Möglichkeit der zentralen Steuerung über ein elektronisches Kontroll-Panel.

Zur Ausstattung gehören heutzutage nicht nur ein Pneumatikdrücker, sondern auch ein einstellbarer Schub, schwenkbare Düsen und eine regelbare Luftzufuhr. Sie macht den Wasserstrahl weicher. Wenn die Anlage auch für die Massage genutzt werden soll, sind eine Haltestange oder -griffe unverzichtbar, damit man das behandlungsbedürftige Körperteil in Position bringen kann und nicht von der Strömung weggetrieben wird.

Kraftvolle Strömung: Düsen im Doppelpack

Es gibt Anlagen mit einer oder mit zwei Düsen, wobei zwei natürlich eine kraftvollere Strömung produzieren. Je nach Leistung sollten sie zirka 25 – 30 Zentimeter unter der Wasseroberfläche positioniert sein. Der Abstand zu den Seitenwänden sollte mindestens 1,50 Meter betragen, damit man beim Schwimmen ausreichend Platz hat. Düsen im Doppelpack können entweder nebeneinander oder untereinander angebracht sein.

Variante Eins erzeugt eine breiter aufgefächerte Strömung, gegen die sich besser anschwimmen lässt. Variante Zwei hat den Vorteil, dass der Wasserdruck nicht nur auf die Brust des Schwimmers, sondern auch auf die Beine gerichtet ist.

Starke Pumpen sorgen für einen kräftigen Wasserstrahl aus der Düse. Ihre Leistung liegt zwischen zirka 2kW und bis zu 4kW, wobei grundsätzlich gilt, dass zwei Düsen mehr Power benötigen als eine. Damit eine Strömung mit Gebirgsbachqualität entsteht, muss die Pumpe zirka 30-70 m3 pro Stunde ausstoßen.

Doch die Pumpe stößt nicht nur Wasser aus, sie saugt auch an. Laut den Forderungen der DIN-Norm EN13451-1, darf die Ansaugleistung nicht mehr als 0,5 m/s betragen. Weiterhin muss die Anlage so konstruiert sein, dass die Ansaugung perimetral, das heißt vollflächig am Rande des Geräts, wirkt.

Außerdem darf sie nicht – beispielsweise durch Hände – vollständig abzudecken sein. Denn das würde einen Unterdruck erzeugen, der den Gegenstand festsaugt. Durch die Konstruktion der Blende mit ihren meist ringsum angeordneten Öffnungen, ist dies gewährleistet.

Während bei öffentlichen Bädern die haarfangsichere Ansaugung über eine DIN geregelt ist, gibt es für private Swimmingpools keine derartigen Vorschriften. Trotzdem ist bei den leistungsfähigen Pumpen, die auch dort eingesetzt werden, Haarfangsicherheit ein wichtiges Kriterium. Schlussendlich ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Geräte TÜV-geprüft sind, das GS-Zeichen tragen und der Schutzspannung entsprechen.

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