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Massivholzsaunen: Kabinen für Puristen

25.02.2013

So sieht eine Massivholzsauna aus. Foto: Helo

Wände aus massivem Holz, allenfalls mit einer dekorativen Außen­verkleidung – Puristen schwören auf diese Bauweise, die ganz auf ­eine zusätzliche Dämmung verzichtet.

Liebhaber eines ursprünglichen Sauna-Feelings bevorzugen Wän­de aus massivem Holz. Schon vor vielen Jahrhunderten bauten die Finnen so ihre Schwitzhütten – Bohle auf Bohle. Auch heute noch findet man diese an ein Blockhaus erinnernden Saunen. Charakteris­tisch ist ihr rustikaler Look mit auf­einandergestapelten Rundstämmen oder gehobel­ten Balken und den Eckverkämmungen.

Rundstämme sind t­ypisch für die sogenannte Kelo­sauna, bei der die naturbelassenen ­Stämme abgestorbener Kiefern aus Skandinavien und Russland Verwendung finden. Sie entwickeln durch den jahrzehntelangen Trocknungsprozess im kalten Polarklima eine silbergraue Oberfläche. Diese exklusive Optik hat natürlich ihren Preis – Kelosaunen sind kein billiges Vergnügen, aber dafür etwas ganz ­Besonderes.

Zeitgemäßes und ­vielfältiges Design

Nicht jedem gefällt die urige ­Optik einer Blockbohlenkonstruktion mit sichtbaren Eckverkämmungen. Moderne Gestaltungen setzen auf geradlinige, reduzierte Designs. Viele Saunen werden deshalb heute in ­Elementbauweise hergestellt, mit einem schichtweisen Aufbau der Wände. Auf eine Innenschale aus Holz folgt eine Dämmung sowie eine Dampfsperre und schließlich die ­Außenverkleidung aus Holz oder ­einem Dekormaterial. Der große Vorteil dieser Konstruktion liegt vor allem in der kos­tengünstigen Produktionsweise.

Allerdings fehlt ihr das viel­gelobte „weiche“ Klima einer Massivkabine, das durch die größere Holzmasse entsteht. Sie benötigt zwar mehr Zeit, um sich aufzuheizen. ­Andererseits wird diese ­Wärme nur langsam wieder abge­geben. ­Dadurch ­ergibt sich eine niedrigere Ober­flächen­temperatur als bei der Element­sauna, was als angenehmer empfunden wird.

Massivholz-Fans müssen nicht auf ein zeitgemäßes Outfit verzichten. Um diesen Geschmack zu ­bedienen, haben die Hersteller die sogenannte Kassettenbauweise entwickelt. Dazu werden Bohlen über Nut und Feder miteinander ver­bunden und zusätzlich durch einen ­umlaufenden Rahmen zusammengehalten. Auf Eckverkämmungen kann verzichtet werden. Die so entste­henden, flächenbündigen Wandteile werden im Werk vorgefertigt und ­haben dadurch den Vorteil der Elementsauna – sie lassen sich schnell und einfach zur fertigen ­Kabine zusammensetzen.

Eine Vielzahl von Gestaltungs­möglichkei­ten ergibt sich durch eine außen vorgehängte Verkleidung. Dann l­assen sich Lackoberflächen in jeder ­gewünschten Farbe, Fassaden mit Naturstein, farbigem Glas, Putz oder Tapete und vielen anderen ­Materialien ­verwirklichen.

Viel Masse für ein gutes Klima

Damit die positiven Wirkungen der massiven Konstruktion voll zum Tragen kommen, müssen die Blockbohlen eine entsprechende Dicke aufweisen. Als Mindestmaß gelten 40 Millimeter. Um einen nachhaltigen Effekt auf das Saunaklima zu gewährleisten und gute Dämmwerte zu erreichen, empfiehlt sich eine Wandstärke von mindestens 50 Millimetern. Bei Saunen im Außen­bereich sollten die Außenwände mindestens 70 Millimeter dick sein.

Da eine Sauna großen Tempe­raturschwankungen ausgesetzt ist, muss das Holz „arbeiten“ , das heißt, sich ausdehnen und wieder schwinden können. Dies darf ­jedoch nicht zur Folge haben, dass die Konstruk­tion sich verzieht oder Risse ent­stehen. Spannvorrich­tun­gen beugen dem vor. Durch eine ­besondere ­Bauweise der Kassetten kann auf diese Spannvorrichtungen auch verzichtet werden.

Als Holzarten haben sich Hemlock und Weißtanne bewährt. Am häufigsten kommt jedoch die Polarkiefer oder -­fichte zum Einsatz. Durch ihr langsames Wachstum im rauen Norden hat das Holz eine hohe Dichte. Dies verstärkt die positive Wirkung der massiven Konstruktion auf das Saunaklima. Außerdem sorgt ihr hoher Harz­gehalt für einen ­würzigen Geruch und verleiht dem Saunagang eine spezielle Duftnote – und das ganz ohne Aufguss.

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