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Wie lassen sich Schwimmbäder möglichst ökologisch betreiben?

07.03.2018

Schwimmbäder erfreuen sich gerade bei Kindern und Jugendlichen großer Beliebtheit, wie hier im Naturferlebnisbad Glatten im Nordschwarzwald. Foto: Wasserwerkstatt Bamberg

Neben den hohen Kosten, die beim Betrieb eines öffentlichen Schwimmbades entstehen, wird auch die Umwelt stark belastet. Dies betrifft vor allem Schwimmbäder, in denen die Gäste ein ganzjährig beheizbares Außenbecken nutzen können. So stellt sich die Frage, wie sich ein Schwimmbad möglichst ökologisch betreiben lässt.

Schwimmbäder erfreuen sich einer sehr großen Beliebtheit in allen Altersgruppen. Kinder und Jugendliche mögen den Sport, aber auch den Spaß in einem Schwimmbad ebenso wie Besucher mittleren Alters oder Senioren. Viele Schwimmbäder werden von Städten und Gemeinden betrieben. Es gibt aber auch private Investoren, die ein solches Bauprojekt selbst planen und betreiben.

Grundsätzlich verursacht der Schwimmbadbetrieb sehr hohe Kosten. Diese müssen durch die Eintrittsgelder aufgefangen werden. Es gibt Städte und Gemeinden, die Subventionen anbieten, um den Gästen einen preiswerten Schwimmbadbesuch zu ermöglichen. Neben den hohen Kosten, die beim Betrieb entstehen, wird auch die Umwelt stark belastet. Die Heizkosten sind sehr hoch. Dies betrifft vor allem Schwimmbäder, in denen die Gäste ein ganzjährig beheizbares Außenbecken nutzen können.

Darüber hinaus ist der Verbrauch an Wasser, das aus Gründen der Hygiene mit Chlor versetzt wird, sehr hoch. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, beim Betrieb eines Schwimmbades ökologische Aspekte zu berücksichtigen. Dies wird unter anderem mit Solarenergie realisiert. Aber auch die Aufbereitung von Wasser ohne den Zusatz chemischer Mittel und eine Optimierung der Wasserkreisläufe sorgen für eine spürbare Entlastung der Umwelt im Zusammenhang mit dem Betrieb eines Schwimmbades.

Einsatz von Solarenergie und ökologischer Wasseraufbereitung

Das Naturbad Aura an der Saale wird unter anderem mit Solarkollektoren betrieben. Foto: Wasserwerkstatt Bamberg

Die Verwendung von Solarenergie ist ein sehr wichtiger Aspekt, wenn es darum geht, den Betrieb eines Schwimmbades unter ökologischen Gesichtspunkten zu gestalten. Die Installation von Solarkollektoren auf den oftmals flach gestalteten Dächern eines Schwimmbadkomplexes ist häufig kein Problem. Die Sonnenenergie kann in einem gewissen Maße gespeichert werden. Dazu werden große Stromspeicher installiert, die ähnlich wie ein Akku funktionieren.

Die Sonnenenergie, die durch die Solarkollektoren gesammelt wird, dient in erster Linie der Aufbereitung von Warmwasser. Dies wird in die Schwimmbecken geleitet. So gelingt es, die Heizung zu entlasten und Kosten zu sparen. Darüber hinaus wird die Umwelt entlastet, vor allem dann, wenn in dem Schwimmbad noch eine Heizungsanlage mit fossilen Brennstoffen arbeitet.

Produzieren die Solarkollektoren an sehr hellen und schönen Tagen einen Überfluss an Energie, wird diese gespeichert und bei Bedarf eingespeist. Für diese Lösung entscheiden sich immer mehr Schwimmbadbetreiber. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Solarkollektoren mit einer modernen Heizung verbunden werden. Dabei sind Wärmepumpen besonders effektiv. Auch diese können durch den aus der Solarenergie gewonnen Strom angetrieben werden. Aufgrund des hohen Energieverbrauchs wird nur selten eine Selbstversorgung erzielt werden können. Dennoch ist es möglich, den Schwimmbadbetrieb ökologisch und deutlich kosteneffizienter zu gestalten, als dies mit klassischen Heizmethoden möglich ist.

Wasserkreislauf optimieren und Kostenersparnis erzielen

Vor allem die großen Außenbecken von öffentlichen Schwimmbädern erfordern einen hohen Energiebedarf, weil gerade dort das Wasser mollig warm sein soll. Foto: Stadtwerke Schwäbisch Hall

Eine großer Faktor des Energieverbrauchs in einem Schwimmbad fällt auf das Wasser. Eine optimale Wasserqualität ist für den Schwimmbadbetrieb die wichtigste Voraussetzung. Das Wasser wird täglich durch viele Badegäste genutzt und es ist sehr warm. In der Folge können sich auch natürliche Prozesse Bakterien und Algen bilden. Diese verunreinigen das Wasser und rufen Erkrankungen hervor.

Um dies zu verhindern, werden Chlor und andere chemische Substanzen zugesetzt. Darüber hinaus ist eine regelmäßige Filterung des Wassers notwendig. Auch in diesem Bereich konnten viele Optimierungen durchgeführt werden. So wurden die Filteranlagen immer leistungsfähiger. Sie können eine hohe Menge an Wasser bewältigen und von Schadstoffen reinigen. In der Folge muss das Wasser nicht mehr so häufig ausgetauscht werden. Dies spart nicht nur Kosten, sondern die Umwelt wird durch den geringeren Wasserverbrauch entlastet.

Moderne Schwimmbecken arbeiten mit neuen Kreisläufen, die eine bessere Wiederverwendung des Wassers erlauben. Das Wasser zirkuliert zwischen dem Becken und den Filteranlagen und bietet dauerhaft eine sehr hohe Qualität. Weitere Verbesserungen aus ökologischer Sicht gibt es bei der Verwendung von Chlor. Das chemische Element wird zunehmend durch natürliche Substanzen ersetzt, die eine ähnliche Wirkung haben. Davon profitieren vor allem die Gäste, die mit dem Chlor Probleme haben. Aber auch die Umwelt wird geschont, wenn weniger Chemikalien zum Einsatz kommen.

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