Auch die Poolbeleuchtung wird inzwischen smart gesteuert
Auch die Poolbeleuchtung wird inzwischen smart gesteuert. Foto: Gira

The home of future will be smarter than you.“ Panasonics Werbeslogan – ein intelligentes Zuhause, in dem alle Geräte miteinander verbunden und miteinander kommunizieren, was zudem per Smartphone oder Tablet überwacht und gesteuert werden kann – ist längst keine Fiktion mehr.

Wachsendes Kundeninteresse an ferngesteuerter Technik

Grundsätzlich zeichnet sich laut Marktforschung ein wachsendes Kundeninteresse an fernsteuerbaren Beleuchtungssystemen, automatischen Temperaturreglern oder programmierbaren Haushaltsgeräten ab. Gleichzeitig wächst der Anbietermarkt im Bereich der intelligenten Heimvernetzung.

Während die Thematik der Heimvernetzung in den USA bereits eine Vielzahl an Haushalten erreicht hat und in den Unternehmenszentralen von Google, Apple und Amazon weit oben auf der Agenda steht, sind in Europa und in Deutschland „smarte Haushalte“ bisher eher Thema für eine im Verhältnis zum US-amerikanischen Markt kleine Gruppe in der Gesellschaft, die jedoch stetig wächst.

Moderne Schwimmbadtechnik immer differenzierter

Selbstverständlich ist dieses Thema gerade in einer Branche wie dem Schwimmbadbau topaktuell. Die moderne Schwimmbadtechnik wird immer differenzierter. Es gibt dieses Pool Zubehör zur Steuerung von Mess- und Regeltechnik, Filteranlagen, Poolabdeckungen, Beleuchtung und Beheizung. Als Laie verliert man da schnell mal den Überblick. Hier ist wichtig, dass die Bedienung dieser vielfältigen Technik möglichst einfach zu hand­haben ist.

Denn: Ein Swimmingpool soll Spaß machen – dazu gehört eine einfache Steuerung, bei der der Nutzer eine Übersicht der Wasserqualität und sonstigen Funktionen erhält und den Swimmingpool intuitiv steuern kann.

Energie und Ressourcen sparend

Eine intelligente Poolsteuerung vereinfacht die Steuerung nicht nur, ­sondern sorgt zusätzlich für eine energieeffiziente Nutzung. Auch die Verwendung von Wasserpflegemitteln kann durch den Einsatz einer ­solchen Steuerung optimiert werden.

Die Firma Ospa aus Mutlangen ist einer der Wegbereiter der Schwimmbadsteuerung. Die „Ospa BlueControl III Web“ ist die derzeit aktuellste Ausführung der Firma auf dem Markt. Dabei dient die „BlueControl“ als Schaltzentrale, die alle relevanten Parameter vereint.

Ziel ist es, mit der Verbindung der frequenzgesteuerten Pumpen und der darauf abgestimmten Filterserie inklusive spezieller Umsteuerungsventile sowie einer optimierten inneren Wasserverteilung Energie einzusparen. Zusätzlich sind verschiedene Modi möglich. Ist der Rollladen beispielsweise geschlossen, geht die Steuerung in den Energiesparmodus. Was bei einer Schwimmhalle bedeutet, dass die Raumtemperatur abgesenkt wird.

Schwimmbadsteuerung von Ospa

Eine weitere Maßnahme ist die Absenkung des Wasserspiegels, wodurch die Überlaufrinne trockengelegt wird und die Umwälzung nur noch über die Beckenabsaugung funktioniert. Dadurch kann kein Wasser mehr verdunsten, demzufolge muss die Klimaanlage weniger entfeuchten und spart Frischwasser. Dementsprechend wird weniger Strom verbraucht.

Da in diesem Fall die Umwälzung des Wassers nur noch im sogenannten kleinen Kreislauf, also nicht über den Schwallwasserbehälter erfolgt, wird der Energieverbrauch zusätzlich gesenkt. Die „Ospa BlueControl“ und damit die gesamte Ospa-Schwimmbadtechnik kann auf alle gängigen Bus-Systeme aufgeschaltet werden. Durch ihren integrierten Web-Browser kann die Schwimmbadanlage auch über ein Tablet oder ein Smartphone überwacht und bedient werden.  

Übersichtlich und intuitiv

In der Steuerungs-App der Kissel GmbH sind die verschiedenen Komponenten übersichtlich und intuitiv integriert. Der Handwerksbetrieb aus Ehningen bei Stuttgart hat sich auf den Bau von Schwimmbädern für Privathaushalte spezialisiert. „Bisher musste ich dabei meinen Kunden immer ausführlich die ganze Steuerungstechnik erklären. Doch die ist zumeist von Technikern für Techniker, also viel zu kompliziert gemacht“, erläutert der schwäbische Schwimmbadbauer Claus Kissel die Gründe für die Entwicklung der App.

Möglich wird die Steuerung durch einen vorkonfigurierten Schaltschrank, der die einzelnen Komponenten, wie beispielsweise Beleuchtung, Wassertemperatur oder Filteranlage zentral steuert. Die App mit dem Namen „iSwim“ stellt dann die Verknüpfung mit der Steuerung her und sendet alle relevanten Daten auf das Tablet. Diese ist mit Android- sowie Apple-Geräten kompatibel. Voraussetzung dafür ist eine Verbindung zum W-LAN.

Smartpool Kissel

Sofern der hauseigene Router über einen VPN-Tunnel verfügt, funktioniert „iSwim“ sogar unterwegs. Anfangs nur für Freibäder erhältlich, gibt es das Konzept jetzt auch für Hallenbäder. Dieses System ist beinahe universell anschlussfähig: Nicht nur in alle neuen Schwimmbäder, auch in Bestandspools kann die Technik aufgerüstet und „iSwim“ installiert werden. 

Zuverlässig im Griff

Mit der „Behncke 2.0 Profi ­Control“ hat die Firma Behncke eine Schwimmbadsteuerung für den Premiumbereich entwickelt. Diese lässt sich über ein 7-Zoll-Touch-Display mit selbsterklärender Dialogfunktion oder über WLAN und eine dafür entwickelte App per Smartphone steuern.

Smartpools Behnke

Bei entsprechender Konfiguration erfolgt im Falle einer Störung eine Meldung via E-Mail oder SMS sowohl an den Benutzer wie auch bei Bedarf an den jeweiligen Support. Zudem stehen mehrere Schnittstellen für eine Integration in eine digitale Haussteuerung zur Verfügung. Es können bis zu drei Licht- und Wasserattraktionen individuell programmiert werden. So kann beispielsweise die Gegenstromanlage den persönlichen Anforderungen des Nutzers angepasst oder die Lieblingsfarbmischung für die LED-Beleuchtung gespeichert werden. Zum umweltfreundlichen Betrieb ist eine inte­grale Solarsteuerung für Kollektoren oder Absorber vorhanden, zudem kann die Steuerung auf Eco- oder Urlaubsmodus umgestellt werden.

Ein wichtiges Detail ist das „VLC-System“ (Visual-Level-Control): Mit ihm wird der Überlaufsammelbehälter aktiv überwacht. Eine vollautomatische Niveaukontrolle reguliert die Funktion der Skimmer. Je nach Beckentyp konfiguriert sich das System von Behncke vollautomatisch von Skimmer- auf Rinnenbetrieb.

Foto: Pentair
Einfach und unkompliziert

Die „IntelliPool“ von Pentair ist ein Fernüberwachungs- und Steuerungssystem, dass unter anderem die optimalen Nutzung einer „IntelliFlo-Pumpe“ mit variabler Drehzahlreglung ermöglicht. Mit dieser Steuerung muss der Poolbesitzer nicht mehr über Filterzyklen oder Wasseraufbereitung nachdenken. Indem sie die optimale Filtrationsgeschwindigkeit für jede Anwendung nutzt, verbessert sie die ohnehin bereits energieffiziente Pumpenleistung. Zusätzlich werden dem Wasser nur die exakt benötigten Wasserpflegemittelmengen hinzugefügt, hierfür ist optionales Zubehör erforderlich.

Bei Verwendung einer Salzelektrolyseanlage wird die Lebensdauer der Elektrolysezelle optimiert, da diese nicht mehr in Intervallen, sondern nur noch bei konkretem Bedarf angesteuert wird. Der Pool kann via Smartphone von jedem beliebigen Ort mit Onlinezugriff überwacht und gesteuert werden. Die „IntelliPool“ von Pentair steuert unter anderem die Filteranlage, Heizung, Scheinwerfer, Desinfektion, wie Chlordosierung oder Salzelektrolyse, die Dosieranlage zur Regelung des pH-Wertes und vieles mehr.  

Der Pool badet sich selbst

Mit dem von dem Smart Home Bauer Loxone und dem Poolkomplettausstatter Peraqua entwickelten „AquaStar Air“ wird die Poolpflege Teil des Smart Homes. Das 6-Wege-Rückspülventil wird kabellos – auch nachträglich – über die Loxone Air Funktechnologie in das Loxone Smart Home integriert.

Der „AquaStar Air“ übernimmt alle Aufgaben im und rund um den Pool. Angefangen mit der Wasserqualität über Gegenstrom­anlage, Poolabdeckung und Beleuchtung bis hin zur Benachrichtigung im Fehlerfall. Die Automatisierung dieses komplexen und sonst wesentlich aufwendigeren Ablaufs fasst Martin Öller, Loxone CEO in dem Satz zusammen: „In unserem Smart Home badet sich der Pool gewissermaßen ganz von selbst.“ Filtern, rückspülen, zirkulieren kann natürlich auf Wunsch auch weiterhin manuell aktiviert werden, auch von unterwegs über das Smartphone. Damit haben die beiden Unternehmen eine vollautomatische und intelligente Steuerung für den Pool geschaffen.

Smartpools Ioxone