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Asien in den Alpen

Die Bauherren lieben Südostasien, aber sie lieben auch die Alpen. Dieses Freibad bringt beide Elemente zusammen: Es ist wie ein klarer Gebirgssee mit einem Strand wie auf Bali.

Genüsslich grabe ich meine Zehen in den warmen Sand. Über mir spannt sich wie eine überdimen­sionale Klatschmohnblüte ein knallroter Schirm. Vor mir glitzert ein klarer Gebirgssee, und gegenüber lächelt mir milde ein liegender Buddha zu. Bin ich auf Bali oder bin ich in den Alpen? Wenn ich meinen Blick weiter in die Runde schweifen lasse, gibt es keinen Zweifel – die Wälder und Berge haben so gar nichts Ostasiatisches.

Ich bin zu Besuch bei einem Pool der besonderen Art. Ein Pool, der aussieht wie ein natürliches Gewässer, aber keines ist. Sein unregelmäßiges Rund entspricht nicht dem üblichen Rechteck eines Standardfreibads. Große Steinquader bedecken seinen Boden und die Wände. An seinem Ufer gibt es einen feinsandigen Strand und auf einer Seite erhebt sich eine senkrechte Felswand, aus der sich ein rauschender Wasserfall ergießt.

Die Besitzer dieser filmreifen Kulisse sind begeisterte Asien-Liebhaber und haben dort viele Reisen unternommen. Nun wollten sie sich ihre heimische asiatische Oase schaffen. Den Plan dafür entwarf und zeichnete der Bauherr selbst. Die Umsetzung war mit einem beträchtlichen Aufwand verbunden, wie er sich erinnert. Circa 250 Tonnen Steine ließ er aus einem lokalen Steinbruch und von einem nahen Fluss herankarren. Außerdem wurden für das Becken sowie die Felswand insgesamt 120 Tonnen Beton ­benötigt. Eine Heraus­forderung stellte auch der Transpor­t der Materialien auf die Baustelle dar, liegt das Grundstück doch hoch oben am Hang und ist nur über eine schmale, steile ­Straße zu erreichen.

Wie ein natürliches Gewässer verfügt das Becken über verschiedene Wassertiefen. Am Strand fällt es schräg bis auf 1,60 Meter ab und wird dann allmählich tiefer, bis es auf der gegenüberliegenden Seite zwei Meter erreicht. In diesem Bereich kann man gut schwimmen und in den Pool springen. Beim Wasserfall befindet sich der Flach­bereich mit circa 60 Zentimetern Tiefe. Die Bauherren und ihre beiden Hunde lieben es, sich hier an heißen ­Tagen vom ­herabprasselnden Wasser erfrischen zu lassen. Ein Bagger modellierte die Baugrube exakt nach Plan. Auf einem Sandbett wurde dann die ein Milli­meter dicke Folie verlegt. Auf die Sohle kam eine Betonplatte und auch die Seiten wurden bewehrt und betoniert. Als oberste Schicht dann die Steine – und die Illusion eines Naturgewässers war perfekt.

Auch technisch gesehen war das Projekt außer­gewöhnlich und eine Herausforderung. „So eine Anlage baut man nur einmal“, ist sich der mit dem Projekt ­betraute Schwimmbadbauer Harald Brück sicher. Da war bei der Planung und bei der Durchführung die ganze ­Erfahrung des Fachmanns gefragt. Pumpen, Rohr­durchmesser, ­Filter und Wasserpflege mussten auf das für ein Privatbad erhebliche Wasservolumen von 120 ­Kubikmetern aus­gelegt werden. Und für die ­Wasser­erwärmung wählte Brück eine extra leistungs­fähige Wärmepumpe mit 27 kW.

Bäckersalz für die Wasserpflege

Die Bauherren wünschten sich eine selbsttätig geregelte ­Wasserpflege und entschieden sich für die Desinfektion mit einer Salzelektrolyseanlage, nicht ­zuletzt deshalb, weil dabei unkompliziert zu hand­habendes ­Natriumchlorid als Basis dient. „Dafür verwende ich Salz in Bäckerqualität, wie es auch für Brezeln gebraucht wird“, erklärt der Bauherr. Dieses schüttet er einfach in das ­Becken. Die Elektrolyseanlage generiert daraus vollautomatisch das als ­Desinfektionsmittel wirksame Chlor. Um die große Wassermenge bewältigen zu können, hat der vorgeschaltete Filter eine stattliche Größe.

Für die Entfernung der groben Verunreinigungen durch die nahen Bäume ist dagegen der volle Einsatz des Bauherrn gefragt. Denn die üblichen Pool-Sauger dürften vor der unebenen Beckenoberfläche kapitulieren. Alle zwei ­Wochen schließt er deshalb einen Schlauch an eine Pumpe an, wirft sich in seine Tauchmontur, steigt auf den Boden des Gewässers hinab und saugt den Schmutz ab, der dann in der Überlaufrinne landet. So verbindet der tauchbegeisterte Bauherr die Arbeit mit dem Vergnügen.

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