
Artikel aus Schwimmbad & Sauna 09/10 2008.
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Abdeckungen sind ein unverzichtbares Zubehör für Whirlpools. Nur so können Wärmeverluste effektiv minimiert und das Wasser vor Verschmutzung geschützt werden.
Wann immer man sich für einen Whirlpool interessiert, mit der Abdeckung wird man dabei selten konfrontiert. Zugegeben, Funktionalität steht bei ihnen eindeutig im Vordergrund und die Optik kommt dabei etwas zu kurz. Aber sie erfüllen eine ganze Reihe wichtiger Aufgaben und sind deshalb unverzichtbar.
Aufgabe Nummer eins ist die Erhaltung der Wärmeenergie. Das Hauptmedium eines Whirlpools ist bekanntlich warmes Wasser. Es wird meistens auf zirka 37 Grad Celsius oder etwas darunter gehalten. Die Krux ist, dass der aufgeheizte Whirlpool ständig nachgeheizt werden muss, solange die Umgebungstemperatur unter 37 Grad Celsius liegt. Wir haben in Deutschland eine Jahresdurchschnittstemperatur von 8,2 Grad Celsius. Das ergibt eine durchschnittliche Temperaturdifferenz von rund 29 Grad Celsius zur Umgebung, so dass dem Whirlpool ständig Wärme zugeführt werden muss - im Winter mehr, im Sommer weniger.
Fast alle Hersteller von Whirlpools legen heute großen Wert auf eine gute Isolierung der Außenhaut, um den Wärmeabfluss zu bremsen und eine hohe Energieeffizienz zu erreichen. Die Dicke und die Wärmeleitzahl der Isolierung sind dabei sehr wichtig.
Nun kommt das warme Wasser aber nicht nur über die isolierte Acrylwandung in Kontakt zur Umgebung. Es fließt bekanntermaßen recht heftig durch Pumpen, Leitungen, Heizungsrohre, Filter, Luftsprudel und Düsen. Alles in allem ein recht komplexes System von Wärmeübergängen, welches von den namhaften Herstellern heute sehr gut beherrscht wird.
Das alles nutzt aber nur wenig, wenn der Pool nicht richtig bedient wird. Denn einen wesentlichen Einfluss auf den Energieverbrauch hat der Benutzer selbst. Wird der Whirlpool nicht benutzt, sollte er immer abgedeckt sein, um unnötigen Wärmeverlust zu vermeiden. Klimaschutz und Energiekosten werden das Thema Energieeinsparung weiter in den Vordergrund stellen.
Form follows function
Die gestalterischen Aspekte der Abdeckungen richten sich heute noch überwiegend nach den geforderten Funktionen.
Bei den Outdoor-Pools bestehen die "Deckel" in der Regel aus einem etwa zehn Zentimeter dicken Dämmstoffkern aus Polystyrol oder einem anderen Hartschaum, der in der Regel zweigeteilt ist. Von Vorteil ist eine Versteifung mit Metallprofilen. Hotspring verwendet Edelstahlleisten.
Für Indoor-Pools findet man oft auch nur drei Zentimeter starke Platten, zum Beispiel aus Polystyrol, die bei den geringeren Temperaturdifferenzen vom Wasser zur Zimmertemperatur durchaus ausreichend sind.
Verpackt wird der isolierende Kern in der Regel in einen Vinyl-Überzug, bei vielen Herstellern in Farben, die auf die Whirlpool-Verkleidung abgestimmt sind. Tragegriffe und Befestigungsclips runden die Ausstattung der Standardabdeckung ab.
Der glatte und ebene Außenrand des Pool-Beckens dient als Auflagefläche und bietet gleichzeitig eine ausreichende Dichtfläche. Zum Benutzen klappt oder faltet man das zwar nicht schwere, aber nicht gerade handliche Objekt einmal um und legt es irgendwo ab. Zahlreich angebotene mechanische Aufklapphilfen (Coverlifter) erleichtern die Bedienung, besonders wenn man das Sprudelbad alleine benutzt. Einige Gelenkarm-Konstruktionen, die mit der Whirlpool-Umrandung verschraubt werden, versenken die gefaltete Abdeckung teils mit minimalem Raumbedarf in einem Rutsch hinter den Pool.
Ratsam ist auch ein Blick in die Pflegehinweise der Hersteller. Von Zeit zu Zeit sollte man den Überzug abnehmen, alles reinigen, trocknen und wieder zusammensetzen. Der harte Outdooreinsatz bei Wind und Wetter mit stets warmfeuchter Unterseite könnte sonst zu Schimmelbildung auch innerhalb des Überzugs führen. Hinzu kommen Kalkablagerungen und Chlordämpfe, die ebenfalls oft unschöne Spuren hinterlassen.
Convenient ist Trend
Eine Besonderheit ist der mit dem "Golden Wave Award" von Schwimmbad & Sauna ausgezeichnete "Thermo-Cover-Slide" von Armstark Österreich. Er erlaubt das Öffnen und Schließen der isolierten Abdeckung mittels Knopfdruck per Fernbedienung. Dabei wird der Whirlpool in einem Schacht ebenerdig versenkt eingebaut. Darüber lässt sich dann eine elektrisch angetriebene "Terrasse" fahren. Diese begehbare Fläche bildet gleichzeitig die Isolierabdeckung. Eine interessante Lösung, die allerdings einigen baulichen Aufwand erfordert.
Pionier PAMAG hat zum Thema vollautomatische Abdeckungen eine Weltneuheit in petto, die auf der Messe Interbad im Oktober 2008 erstmals präsentiert werden soll. Es handelt sich um ein neuartiges Abdeckungsmaterial, stabil und leicht zu reinigen, welches durch einen Niedervoltantrieb per Fernbedienung bewegt und hinter den Whirlpool platziert werden kann - ähnlich des Funktionsprinzips eines Cabrioletdachs.
Whirlpool-Abdeckungen tragen ganz erheblich zur Wasserhygiene bei. Die überwiegende Anzahl der Pools steht im Freien. Dabei geht es zunächst um den rein mechanischen Schutz gegen herabfallendes Laub und Schmutz. Aber auch vor Regen und Schnee ist das Pool-Wasser zu schützen.
Das UV-Licht intensiver Sonneneinstrahlung wirkt zerstörend auf das freie Chlordepot, das für die Desinfektion wichtig ist. Abgedecktes Wasser bleibt länger frisch bei weniger Chemieeinsatz. Auch könnte die Sonne an sehr heißen Tagen das Wasser über die gewünschte Solltemperatur aufheizen. Außerdem sind nicht alle Acryleinfärbungen der Becken oder die Kunststoffe der Bedienelemente und Schaltdisplays wirklich UV-resistent. Hier schützt die Abdeckung wirksam vor unliebsamem Ausbleichen. Last but not least verhindert eine mittels Clips gesicherte Abdeckung, dass Kleinkinder hineinfallen.