Nur wenn die Wasserqualität stimmt, kann man das Bad im Whirlpool so richtig genießen. Ein ausgeklügeltes System sorgt dafür, dass das Wasser hygienisch einwandfrei bleibt
Bei der Pflege und Reinhaltung des Wassers sowie deren Kontrolle handelt es sich um ein Thema von essenziellem Interesse. Schließlich beeinflussen diese Maßnahmen die hygienischen Verhältnisse im Whirlpool und damit das Wohlbefinden der Nutzer. Deshalb lohnt sich ein näherer Blick auf die einzelnen Funktionen und Parameter. Bei der Wasserpflege kann man zwischen physikalischen und chemischen Methoden differenzieren. Unter ersterer versteht man die Filtration der Schwebstoffe. Dafür stehen bei den meisten Whirlpools Kartuschenfilter zur Verfügung. Sie sind aus einem röhrenartigen Gebilde aufgebaut, in dem ein Filtermedium lamellenartig gefaltet ist. So erhöht sich die Filterfläche um ein Vielfaches und es kommen wirksame Oberflächen von ca. 3-9 Quadratmetern zustande. Die meisten Kartuschenfilter bestehen aus einem mehrfach verwendbaren Material, das nach einer Reinigung wiederverwendet werden kann. Diese sollte regelmäßig (etwa alle 4-6 Wochen) erfolgen. Es lassen sich drucklose (offene) und geschlossene Kartuschenfiltersystemen unterscheiden. Bei den offenen Systemen wird das Wasser über einen Skimmer direkt über die Filter gesaugt und gereinigt. Bei den geschlossenen Systemen sitzt der Kartuschenfilter in der Druckleitung und das zu reinigende Wasser wird mit der Kraft der Pumpe durch den Filter gedrückt. Dabei wird das Beckenwasser im optimalen Fall sowohl von der Wasseroberfläche als auch aus den tieferen Bereichen des Whirlpools abgesaugt.
Zwangseinschaltung notwendig
Für die Filtration kommen sowohl separate Pumpen mit einer 24h-Zirkulation als auch zweistufige Jet-(Massage-)Pumpen zum Einsatz. Die 24h-Zirkulation erfolgt über einen separaten Kreislauf und hat meist eine kleinere Stromaufnahme, während sich die zweistufige Pumpe über eine Zeitschaltuhr nach Wunsch des Betreibers (empfohlen werden zwei mal drei Stunden am Tag) einschaltet. In diesem Fall läuft die Filtration über den gleichen Kreislauf wie die Massagedüsen. Beim separaten Kreislauf muss darauf geachtet werden, dass sich die Massagepumpen mindestens einmal pro Tag zwangseinschalten, damit sichergestellt ist, dass sich das Wasser in den verschiedenen Leitungsführungen umwälzt. Manche Hersteller erwähnen speziell, dass bei ihren Systemen eine hundertprozentige Filtration gewährleistet ist, was bedeutet, dass sowohl die Filtration als auch die Massagepumpen über die Filter ansaugen. Wenn man aber bedenkt, dass bei einer 24h-Filtration das Whirlpool-Wasser mehr als 45 mal am Tag komplett umgewälzt wird, muss man sich fragen, ob eine solche Lösung unbedingt notwendig ist, da sie auf der anderen Seite auch einen höheren Widerstand für die Massagepumpen bedeutet und somit eventuell in einer schwächeren Massageleistung resultiert. Bei einigen Whirlpools, besonders mit separater Anordnung der Technik, können auch Sandfilter verwendet werden. Dabei wird das Wasser über einen größeren Filter mit einem Sandbett gesaugt. Der Vorteil dieses Systems besteht in der komfortableren Reinigung, da der Sandfilter mit dem Whirlpool-Wasser zurückgespült wird und der Filter dafür nicht entnommen werden muss. Dies hat allerdings den Nachteil, dass das zum Rückspülen genutzte Wasser aus dem Whirlpool stammt und durch Frischwasser ersetzt werden muss. Ein weiterer Nachteil liegt in ihrer geringen Filterfläche. Die meisten dieser Filter haben sehr kleine Durchmesser von 250-350 mm. Selbst bei einem annehmbaren Durchmesser von 500mm oder mehr beträgt die Filterfläche nur ca. 0,2 Quadratmeter.
Desinfektion mit Ozon zur Unterstützung
Für die chemische Wasserbehandlung besitzen die meisten portablen Whirlpools einen Ozongenerator, welcher aber nur als unterstützende Maßnahme zur eigentlichen Wasserchemie gesehen werden kann. Die Produktion von Ozon kann auf verschiedene Arten funktionieren. Entweder bestrahlt der Ozongenerator die vorbeifließende Luft, spaltet den Luftsauerstoff und erzeugt dadurch O³ (ein flüchtiges Gas).
Oder das Ozon wird durch einen Hochspannungsdraht im Generator erzeugt. Dieses wird dann mittels eines Injektors in die Leitung des Filtersystems eingebracht, wo es seine desinfizierende Wirkung verbreitet. Bevor das mit Ozon angereicherte Wasser wieder zurück in den Whirlpool gelangt, sollte das Ozon bereits reagiert haben. Deshalb muss nach dem Injektor eine längere Reaktionsstrecke von 3-5 Metern vorhanden sein, damit sich das eingebrachte Ozon abbauen kann. Die Problematik beim Ozon ist zum einen die fehlende "Depotbildung". Das heißt, es ist nicht gewährleistet, dass ins Wasser eingebrachte Bakterien sofort beseitigt werden. Auf der anderen Seite muss die Leistung des Ozongenerators relativ gering gehalten werden, um sicherzustellen, dass kein Ozon ins Beckenwasser gelangt. Deshalb ist es zwingend notwendig, bei allen portablen Whirlpools eine zusätzliche Desinfektion mit Chlor, Brom oder Aktivsauerstoff durchzuführen. Einige Hersteller bieten hierzu semi-automatische Dosiersysteme an, welche die Wasserpflege vereinfachen können. Als weiterer wichtiger Parameter der Wasserpflege muss noch der pH-Wert genannt werden, der entscheidend für die Reaktionsfähigkeit der Desinfektionsmittel ist. Vor Zugabe eines Desinfektionsmittels sollte deshalb zuerst der pH-Wert geprüft und eingestellt werden, damit das Desinfektionsmittel optimal wirken kann. Die optimale Größe des pH-Wertes liegt zwischen 7,0 und 7,4. Für die Regulation stehen Säuren (zum Senken) und Basen (zum Heben) zur Verfügung.
Regelmäßige Prüfung der Wasserwerte
Normalerweise werden die benötigten Chemikalien per Hand in Form von Granulat oder Tabletten direkt in das Wasser gegeben. Das bedeutet jedoch auch, dass das Wasser vor und nach der Zugabe getestet werden muss. Dies kann sowohl mit Indikator-Papier als auch mit der Photolyser-Methode geschehen. Bei beiden Methoden bildet sich ein Farbniederschlag, welcher dann mit verschiedenen Farbtabellen verglichen wird. Je besser und enger eine solche Kontrolle stattfindet (am Anfang sollte dies täglich geschehen), desto länger wird der Betreiber Freude an seinem Wasser haben. Einige Hersteller (beispielsweise Spaform und Armstark) bieten inzwischen elektronische Messsysteme an, welche die Wasserwerte (pH und Redox) permanent über eine Art Ampelsystem anzeigen. Diese Art der Kontrolle ist sehr komfortabel, sollte jedoch auch von Zeit zu Zeit durch eine Handmessung verifiziert werden.
Halb- oder vollautomatische Dosierung
Bei der Dosierung der Chemikalien finden sich inzwischen auch halbautomatische Systeme (Caldera und Spaform), welche über ein Kartuschensystem im Bypass mit der Filtrationsleitung permanent Desinfektionsmittel dosieren. Auch hier gilt es, die Dosierungen von Zeit zu Zeit per Hand zu kontrollieren, da sich die Menge nicht automatisch den Erfordernissen anpasst. Der Gipfel des Komforts ist eine vollautomatische Mess- und Regelanlage, welche den pH-Wert und den Desinfektionsmittelgehalt automatisch ermittelt und korrigiert. Solche Anlagen haben jedoch im Moment nur wenige Hersteller (z.B. Procopi und Pichler) für die portablen Whirlpools im Programm. Das Plus an Bequemlichkeit ist allerdings mit relativ hohen Anschaffungskosten verbunden. Auch diese Anlagen sollten zeitweise von Hand kontrolliert oder kalibriert werden. Egal ob die Dosierung per Hand, halb- oder vollautomatisch durchgeführt wird, im Laufe der Zeit reichern sich die zugeführten Chemikalien im Whirlpool-Wasser an. Deshalb empfiehlt sich etwa alle zehn bis zwölf Wochen ein Wasserwechsel - je nach Nutzung des Whirlpools. Auch das ist ein Punkt, bei dem sich die Angaben der einzelnen Anbieter sehr stark unterscheiden. Die empfohlenen Zeitspannen können dabei von drei Monaten bis hin zu einem Jahr reichen. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass der typische portable Whirlpool einen sehr geringen Frischwasseraustausch hat und die Abbauprodukte der Desinfektionsmittel im Wasser verbleiben, sollte man für die eigene Sicherheit und das Wohlbefinden das Wasser lieber einmal öfter als einmal zu wenig wechseln.
Autor: Ralph Ziegler, Geschäftsführer bei dinotec
Schwimmbad & Sauna 5/6-2010