Massage: Die Kunst der Kniffe

Bei Massagen geht der Trend schon seit langem in Richtung Multikulti. Insbesondere fernöstliche Rituale mit exotischen Ölen, ungewohnten Utensilien und fremden Kulissen gehören heute zum Standardangebot jeder Wellness-Oase. Glaubt man den Psychologen, so wird der Trend zu Massagen weiter steigen. Denn neben der Befriedigung existenzieller Bedürfnisse wie Essen und Trinken braucht der Mensch Körperkontakt zum Überleben. Doch die Technisierung von Mensch und Umwelt bringt schon seit Jahrzehnten eine Verschiebung der Sinnesreize mit sich: Visuelle Reize nehmen zu, haptische Reize werden geringer. Das heißt, Augen und Ohren des Menschen werden vermehrt angesprochen, die Haut dagegen seltener.

Das lässt den Menschen nicht unbeeindruckt. Seine Haut giert nach Reizen, vereinzelt bereits als "chronic skin hunger" beschrieben. So liefern Massagen reinstes Seelenfutter: die Stimulierung unseres größten Organs. Massagen senken den Pegel der Stresshormone im Körper, veranlassen das Gehirn, glücksbringende Hormone auszuschütten, lösen Verkrampfungen, verbessern die Durchblutung und regen den Stoffwechsel an.

Neben dem ungebrochenen Bedarf an medizinischen Massagen steigt deshalb auch das Interesse an Wellness-Massagen. Gleichzeitig wird das Angebot von Bädern und Hotels immer vielfältiger, um auch das Bedürfnis nach Neuem zu stillen. Immer exotischer werden die Namen, immer ausgefallener die Utensilien: Bälle, Steine und Holzrollen haben den Weg in die Behandlungskabinen gefunden, kombiniert mit raffinierten Ölen, Emulsionen und Kräutermischungen.