
Tai-Chi
Bewegungsfluss und Harmonie dominieren bei der chinesischen Gymnastik Tai-Chi, die besonders gut gegen Stress und Verspannungen, Nervosität und Schlaflosigkeit wirkt. Das Übungsprogramm macht Körper, Geist und Seele fit, stellt angeknackstes Gleichgewicht wieder her, wirkt entspannend und revitalisierend, stärkt die Lebenskraft - das sog. Chi. Entspannen bedeutet hier jedoch kein Erschlaffen oder Zusammensacken: Entspannen des Körpers heißt, die Muskulatur in einer bestimmten Haltung so locker zu lassen, dass alle schwerfällige Kraft in die Fußsohlen und den Boden sinken kann. Und Entspannen des Geistes heißt, alle Gedanken aufzugeben, still zu werden und sich völlig auf die Übung zu konzentrieren.
Die Auffassung, dass der Geist die lenkende Kraft ist, die den Körper in Aktion setzt, ist auch das wesentliche Merkmal, das Tai-Chi von anderen Trainingssystemen unterscheidet. Hier wird jede Übung in einer meditativen Phase innerlich vorweggenommen - "im Geist gemacht". Extrem langsam und harmonisch folgen dann die Bewegungen des Körpers, die sich positiv auf Nervensystem, Atmung, Verdauung, Herz und Kreislauf, Gelenke und Bänder auswirken. Sowohl im Ablauf einer Bewegungsform als auch im Zusammenhang mehrerer Übungen gibt es keine Unterbrechung. Nirgends existiert eine "Geste der Entgültigkeit", alles fließt ineinander über. Dabei herrscht in jeder Übungsphase völliges Gleichgewicht, dessen Geheimnis darin liegt, dass das Körpergewicht nur auf einem Fuß ruht, während der andere für die Bewegung frei ist. Beim Üben kommt es darauf an, Rumpf und Glieder zu koordinieren. Das Atmen erfolgt tief, ruhig, lang und im Einklang mit den Bewegungen.
Yoga-Asanas
Eine Spezialform des Yoga stellen die Asanas-Übungen aus der altindischen Ayurveda-Therapie dar. Sie helfen, neue Lebenskraft zu tanken. Nur zehn Minuten Asanas täglich sind notwendig, um die Gesundheit zu fördern und das wunderbare Gefühl zu haben, dass die körperliche und geistige Kraft wächst. Die Bewegungen von Yoga Asanas sollen unter allen Umständen langsam ausgeführt werden. Ruckartige Abläufe gehören nicht ins Konzept.
Kombiniert mit Yoga Asanas wird auch die Transzendentale Meditation, die in bequemer, lockerer Sitzhaltung mit geschlossenen Augen absolviert wird. Durch die erzielte, einmalige Ruhe, die tiefer als im festen Schlaf ist, entspannen sich Geist und Körper, der Stress löst sich auf. Die Entwicklung einer unzerstörbaren inneren Ruhe inmitten turbulenter äußerer Dynamik ist das Erfolgsgeheimnis. Ayurveda-Experte Dr. Ulrich Bauhofer erläutert: "Wir werden nicht lethargisch und teilnahmslos, wir bleiben dynamisch und werden erfolgreicher, ohne jedoch unsere innere Ausgewogenheit zu verlieren. Also: Nutzen Sie die Kraft der Stille!"
Das heilende Tao
Körper und Geist zu trainieren, um die eigene Lebenskraft in die richtigen Bahnen zu lenken und sich so zu verhalten, dass "die Seele Lust hat, in uns zu leben" (Zitat des Tao-Meisters Mantak Chia), dies ist Ziel des heilenden Tao, eine altchinesische Methode, die seit neuestem auch bei uns in Deutschland gelehrt wird. Mit Hilfe verschiedener alter, überlieferter chinesischer Meditations- und Energietechniken lernt der Übende, seine Kräfte zu mehren, Spannungen abzubauen, die Gesundheit zu bessern.
Regelmäßiges Üben dieser taoistischen Methode kann Stress und nervöse Spannungen beseitigen, die inneren Organe massieren, das Lebensgefühl steigern und das Wohlbefinden fördern. "Wir lehren, in den Körper hineinzuhorchen, ein besseres Verständnis für unsere Organe zu entwickeln, Blockaden zu lösen und vor allem, besser zu atmen", fasst Tao-Lehrerin Chon-Mi aus Baierbrunn bei München die Techniken des "Heilenden Tao" zusammen. Mit dazu zählen die "Sechs Heilenden Laute". Sie bilden eine grundlegende Entspannungstechnik, bei der man mittels einfacher Armbewegungen und spezifischer Laute eine abkühlende Wirkung auf den Organismus ausübt und den Chi-Fluss in Gang bringt.
Qi-Gong
Mit "Arbeit an der Lebensenergie" kann Qi-Gong übersetzt werden - eine sanfte Methode aus der traditionellen chinesischen Medizin, die aus Entspannungs-, Atem- und Bewegungsübungen besteht. Besonders im Vormarsch ist in unserer westlichen Welt das heilsame Bewegungsspiel mit den Qi-Gong Kugeln. "Qi" steht für Lebenskraft und wohlige Entspannung, "Gong" für Selbstbesinnung und Selbstfindung. Grundlage der Übungen ist die Erkenntnis, dass es einen Reflexweg über Nerven von der Körperdecke zum Gehirn und zu den inneren Organen bzw. umgekehrt gibt. Dieser Reflexweg wird von der Qi-Gong-Therapie genutzt, indem man mit den Kugeln von der Hand aus Körperfunktionen wie Durchblutung, Nervenleistung, Hormonaktivität, Muskelkoordination, Organ- und Kreislauffunktionen beeinflusst. Das Kugel-Training aktiviert den Reflex-Weg und schult damit Gleichgewichtssystem und Gleichgewichtsregulierung. Hinzu kommt der Klang-Effekt der Kugeln, der den engen Zusammenhang zwischen Gehör und Gehirnleistung ausnutzt und über eine Gehörschulung zur Gehirnaktivierung führt. Der Klang hat darüber hinaus eine beruhigende, aufheiternde, lösende, entspannende, stimmungsaufhellende Wirkung.
Das Prinzip der Übung besteht darin, die Kugeln im Uhrzeigersinn und entgegen dem Uhrzeigersinn in der Hand rotieren zu lassen, wechselweise mit der linken und der rechten Hand. Neben den Handübungen bietet sich das Training mit den Kugeln auch an anderen Körperstellen an, speziell an bzw. unter den Füßen, was eine wohltuende und entspannende Wirkung auf den Gesamtorganismus hat.
Mudras
Die Mudras-Therapie aus der Indischen Heilkunst ist eine spezielle Finger-Gymnastik. Durch ganz besondere Bewegungen wird über die Finger-Reflexzonen eine Balance im ganzen Körper hergestellt. Zur Stärkung der Lebenskraft ist z.B. folgende Übung geeignet: Hände falten, die beiden Mittelfinger aufstellen und aneinanderlegen. Für besseren Hauttonus: Bei der rechten Hand gehen Daumen und Zeigefinger zusammen, bei der linken Hand Daumen und Kleinfinger. Für bessere Atmung: rechten und linken Mittelfinger-Nagel aneinanderlegen. Die in den Übungen beschriebenen Finger-Positionen jeweils eine halbe bis eine Minute halten, lösen, wenigstens vier- bis fünfmal hintereinander wiederholen.
Der Vorteil aller vorgestellten Methoden ist, dass es keine Überanstrengung, keinen Leistungsdruck, keinen Muskelkater, keine Altersbegrenzung gibt. Und auch Menschen, die wegen körperlicher Beschwerden nicht in der Lage sind, eine andere Gymnastik zu absolvieren, können mitmachen. Ob man die einzelnen Methoden separat absolviert oder zu einem bunten Übungsprogramm mixt, bleibt jedem - je nach Lust und Laune, je nach zeitlichen Möglichkeiten - selbst überlassen. Die meisten Verfahren werden heute schon über Volkshochschulen, in Fitness-Studios und Wellness-Centern angeboten. Passende Lektüre gibt es unter den jeweiligen Stichwörtern in jedem Buchhandel.
Schwimmbad & Sauna 1/2-2005 - Booklet