
Foto: Schletterer
Artikel aus Schwimmbad & Sauna 01/02 2009.
[Direkt bestellen »»]
Das Thema Wellness befindet sich in einer Art Reifephase. Wellness-Gäste von heute sind bestens informiert und haben bereits einschlägige Erfahrungen gemacht.
Der Wellness-Markt hat in den letzten 20 Jahren eine Evolution durchgemacht, die noch nicht beendet ist.
Fakt ist, dass mit dem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein der Qualitätsanspruch immer höher wird. Besonders im alpinen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz, Südtirol), der die höchste Dichte an Wellness-Anlagen weltweit aufweist, ist der Konkurrenzdruck enorm hoch.
Nachfrage nach Themenspezialisten
Der Tourismusmarkt wird immer selektiver. Die Nachfrage der Menschen, die sich entspannen möchten, wird sich in den nächsten Jahren verstärkt an Themenspezialisten richten. Der Trend zu Kurz- und Zwischenurlauben wird stärker.
Ausgelöst wird dieser Trend durch eine immer stressiger werdende Arbeitswelt, bei dem der Wunsch nach einem temporären Ausbrechen aus dem Alltag ein wichtiger Faktor ist.
Der Drang nach einem reinen Gesundheitsurlaub wird zunehmen. Gäste im fortgeschrittenen Alter werden vermehrt Anti-Aging-Treatments, physische Wohlfühlbehandlungen sowie gesundheitspräventive Behandlungen nachfragen.
Spezialisierung für einzigartige Position
Um sich von den "me too"-Produkten abzuheben, ist es zu wenig, sich die Zufriedenheit des Gastes als Ziel zu setzen. Es gilt, sich in Nischen zu platzieren und neue Teilmärkte zu öffnen.
Entscheidend bei den "Spezialisten" ist nicht nur die Qualität der angebotenen Leistung, sondern vor allem eine Vermarktungsstrategie. Eines ist klar: Ein bisschen Golfhotel oder ein bisschen "Medical Wellness" funktioniert nicht.
Medical Wellness als Spezialisierung
Medical Wellness wird in den Medien oft als Weiterentwicklung zu allem, was bisher unter Wellness verstanden wurde, dargestellt. Diese Dimension wird Medical Wellness nicht erreichen. Der Aufwand, um sich auf Medical Wellness zu spezialisieren, ist groß, da es viele verschiedene Richtungen gibt.
Das Spektrum, das Medical-Wellness bietet, reicht von Anti-Aging über Schönheitschirurgie bis hin zu Vital-Wellness, Rehabilitation, Gesundheitsprävention, die Behebung von Schlafstörungen, Stressabbau oder auch die Hilfe bei Burn-out-Syndromen, die durch die Psyche oder auch durch die modernen Lebensumstände hervorgerufen werden.
Im Unterschied zu reinen Wellness- und Spa-Anlagen arbeiten in einem Medical Spa zusätzlich zu den Therapeuten spezialisierte Mediziner.
Investitionsbedarf limitiert den Marktzutritt
Um Medical Wellness glaubhaft und erfolgreich anbieten zu können, benötigt man nicht nur Know-how, sondern zwecks Anschaffung kostenintensiver, moderner medizinischer Geräte auch Kapital.
Betreiber einer Medical-Wellness-Institution übernehmen eine große medizinische Verantwortung für eine Zielgruppe, die wesentlich kleiner ist als die für klassisches Wellness.
Architektur als Visitenkarte
Die Unternehmensstrategie bestimmt alles - auch die Ausrichtung des Designs. Es ist sinnlos, ein hübsches Haus zu bauen, wenn es weder der Funktionalität noch der Ansprache der Zielgruppe gerecht wird.
Natürlich wird künftig der Zeitgeist die Richtung vorgeben. Hierzu ist zu sagen: Standardarchitektur ist zum Scheitern verurteilt, weil sie in der Masse untergeht. Die Architektur spielt also eine wichtige Rolle bei der Spezialisierungsfrage. Genauso wie sich themenspezifische Hotels und Anlagen eindeutig positionieren und daher sehr gute Marktchancen haben werden.
Das gesamte Hotel und die dazugehörige Anlage sollten in einem bestimmten Stil, der sich an der strategischen Unternehmensausrichtung anlehnt, gestaltet werden. Ein weiterer Trend wird sich bei der Lichtgestaltung abzeichnen. Clevere Lichtszenarien werden weniger für die Raumausleuchtung als für das Wohlbefinden der Gäste installiert werden.
Wellness- & Spa-Equipment
Auch die Zeiten von einfachem Standard-Equipment sind vorbei. Die Zeit ist reif für Angebote, in denen auf verschiedene Art und Weise alle fünf Sinne angesprochen und zum Wohlfühlen zielgerichtet eingesetzt werden.
Technischer Fortschritt und therapeutisches Know-how werden einen immer größeren "Mehrwert" durch Präventionsbehandlungen mit sich bringen.
In Zukunft wird jene Wellness- und Spa-Hardware die Nase vorne haben, die vielseitige Behandlungsoptionen anbietet und dadurch für den Betreiber kostengünstig ist. Gleichzeitig muss das Equipment auch optisch dem Zeitgeist entsprechen und mit der gesamten Wellness- und Spa-Umgebung harmonieren.
Den ungekürzten Artikel lesen Sie in Schwimmbad & Sauna 1/2-2009.