
Die Schweizer sind schon erheblich weiter: Sie gehören seit Jahrzehnten zu den Fans der Wärmepumpentechnologie: Über 50% der Neubauten in der Alpenrepublik werden mit einer Wärmepumpen-Anlage beheizt. Auch in Deutschland bekommt die Technik immer mehr Zuspruch. Die Branche erfreut sich, parallel zu den steigenden Heizölpreisen, über zweistellige jährliche Wachstumsraten. Der Einsatz von Wärmepumpen lohnt sich schon finanziell: Die Energie wird kostenlos und zuverlässig von Sonden aus der Umwelt eingesammelt, und lediglich der elektrische Antrieb des Verdichters verbraucht Energie. So lassen sich die Betriebs- und Energiekosten drastisch senken. Und die Kombination von Solarenergieanlagen mit der Wärmepumpe bringt zusätzliches Potenzial bei der Energieeinsparung im Gebäude und in der Schwimmhalle.
Genau genommen ist die Wärmepumpe nichts anderes als ein Kühlschrank: gleiche Technik und umgekehrter Nutzen. Es wird nicht Lebensmitteln Wärme entzogen, um diese zu kühlen, sondern der Umgebung wird Wärme entzogen, um einen Raum oder das Wasser zu beheizen. Zu unterscheiden sind prinzipiell Freibad-Wärmepumpen von den Wärmepumpen für Hallenbäder. Beide arbeiten nach dem einfachen Funktionsprinzip, dass sie der Luft Wärme entziehen und in den Raum oder ins Poolwasser abgeben. Jens Stupien von SET Schmidt Energie-Technik: "Das entscheidende Kriterium für die Leistung der Freibadwärmepumpe ist der Energiegehalt der Luft. Je wärmer die Außenluft ist, desto höher ist in der Regel die in ihr enthaltene Feuchtigkeit und damit der Energieinhalt."
Bei den Schwimmbad-Wärmepumpen handelt es sich meistens um Luft/Wasser-Wärmepumpen, die die eingesetzte elektrische Energie mit der Energie aus der Umwelt vervielfachen. Bei der Aufstellung im Garten in der Nähe des Pools kommt der Vorteil der einfachen Installation zum Tragen. Um dem Nachbarn keinen Anlass zur Kritik zu geben, sollte etwas Abstand zum Nachbargrundstück gehalten werden. Dabei empfiehlt es sich, das Gerät nicht neben schallharten Oberflächen wie z.B. einer Betonwand zu stellen, um Schallreflektionen zu vermeiden. Wenn sie frei ansaugen und ausblasen kann und z.B. etwa 1 m von einer Hecke entfernt steht, dann wirkt die Hecke wie ein Schalldämpfer, und die Anlage ist vom Nachbarn kaum zu hören.
Zu beachten ist weiterhin: Je mehr die Lufttemperatur abkühlt, desto mehr lässt auch ihre Leistung nach, weil kalte Luft weniger Feuchte enthält und trockene Luft sehr energiearm ist. Das heißt aber im Umkehrschluss: In den Übergangswochen im Frühjahr und Herbst, wenn die Nachttemperaturen knapp unter Null sind und die Tagestemperaturen bei etwa 5 bis 10 Grad C liegen, kann man trotzdem den Pool über die Wärmepumpe betreiben. Vorausgesetzt, Becken und Rohrleitungen sind wärmegedämmt, und der Pool hat eine Abdeckung. Allein durch die Abdeckung lässt sich 60 bis 70% Energie einsparen. Sinken die Temperaturen dauerhaft auch tagsüber in den Frostbereich, sollte man die Anlage stilllegen, weil der Betrieb dann zum einen unwirtschaftlich wird, zum anderen, wenn der Filterbetrieb eingestellt ist, die Wärmepumpe durch den Frost Schaden nehmen könnte.
Was beim Betrieb von Wärmepumpen sonst zu beachten ist und welche Typen es gibt, erläutern wir in der Ausgabe 3/4-2006 von Schwimmbad & Sauna.