
Heutzutage den Pool nur über die Hausheizung zu betreiben, ist unwirtschaftlich, umweltschädlich und überflüssig, denn es gibt Alternativen. Und davon ist die Solaranlage auf dem Dach die kostengünstigste. "Beim üblichen 8 x 4 m-Becken werden durch den Absorber übers Jahr rund 1000 Liter Heizöl eingespart", erklärt Armin Herger, Verkaufsleiter von Speck-Pumpen. Da lohnt es sich also, die schwarzen Matten aufs Dach des Hauses oder der Garage zu installieren. Und der Absorber amortisiert sich sehr schnell. Herger: "Da der Pool ohnehin eine Umwälzung braucht, entsteht kein zusätzlicher Aufwand." Dass der Pool außerdem mit einer energiesparenden Abdeckung ausgestattet ist, versteht sich natürlich von selbst.
Viele Poolbesitzer denken beim Stichwort Solarheizung an technisch aufwendige Kollektoren. Häufig wird auch bezweifelt, dass die Anlage wirklich "so viel bringt". Tatsache ist, dass selbst an kühleren Tagen Wassertemperaturen von 25 bis 28° C zum Baden vollkommen ausreichen. Und gerade weil beim Pool nicht so hohe Temperaturen benötigt werden wie z.B. bei der Warmwasserbereitung im Haus, sind die Absorber für die Poolbeheizung vollkommen ausreichend.
In den Sommermonaten lässt sich der Pool fast ausschließlich über die Solaranlage auf dem Dach auf angenehme Temperaturen bringen. Denn die schwarzen Matten heizen sich schnell auf, und das erwärmte Wasser wird unmittelbar dem Pool wieder zugeführt. Was aber ist mit der Übergangszeit im Frühjahr und im Herbst? Wenn ein Poolbesitzer auch in den Übergangswochen auf fossile Brennstoffe verzichten will, muss er natürlich Komforteinbußen hinnehmen. "Wenn der Bauherr bereit ist, in den Übergangszeiten oder bei schlechtem Wetter auch mal bei 22° C statt der gewünschten 28° C zu baden", erklärt Josef Schmidt von SET Energietechnik, "dann reicht der Absorber aus. Wünscht der Kunde aber durchgehend eine Komforttemperatur von 28° C, muss er entweder nachheizen oder eine Wärmepumpe einsetzen."
Zu unterscheiden sind beim Thema Solarabsorber heiztechnisch gesehen zwei verschiedene Arten: das direkte und indirekte Verfahren. Bei ersterem wird das Beckenwasser durch die Absorbermatten oder Kollektorplatten gepumpt. Dort erwärmt es sich im Durchflussprinzip wie in einem Gartenschlauch, der in der Sonne liegt. Je schneller das Wasser durch die Absorber gefördert wird und ins Becken zurückfließt, umso höher ist der Energieertrag und umso mehr solar erwärmtes Wasser wird im Becken umgewälzt. Auf diese Weise geht die Beckenwassererwärmung auch bei geringer Temperaturdifferenz zwischen Absorber und Becken relativ rasch vonstatten. Da die gewonnene Wärme fast gänzlich genutzt werden kann, sind die Wärmeverluste bei solchen direkten Systemen sehr gering, wodurch hohe Wirkungsgrade erzielt werden. Dieses Heizschema wird auch als Einkreis-Heizsystem bezeichnet.
Ganz anders funktionieren die Flach- oder Röhrenkollektoren, die zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung eingesetzt werden. Ziel ist hier nicht, große Wassermengen um wenige Grad zu erwärmen, sondern möglichst viel Wärme aufzunehmen und damit das Wasser in einem Speicher zu erhitzen, das dann zum Duschen und Baden genommen werden kann. Nicht das Brauchwasser selbst, sondern eine frostsichere Flüssigkeit zirkuliert im sog. Primärkreislauf (Kollektorkreislauf). Über einen Wärmetauscher wird die solar gewonnene Energie an die Sekundärkreise der Verbraucher übertragen. Für die ausschließliche Beheizung des Schwimmbadwassers im Niedertemperaturbereich sind sie zu ineffektiv und letztendlich auch zu teuer.
Was bei der Platzierung der Solaranlage zu beachten ist und welche Komponenten man dafür benötigt, erfahren Sie in der Ausgabe 7/8-2006 von Schwimmbad & Sauna.