Schwimmbadpumpen

  Artikel aus Schwimmbad & Sauna 03/04 2008.
[Direkt bestellen »»]

So unterschiedlich private Pool-Anlagen und ihre Besitzer auch sind - in einem Punkt sind sich alle Pool-Fans einig: Nur absolut sauberes und hygienisch einwandfreies Badewasser ist gutes Badewasser. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht jeder Pool eine auf die individuellen Gegebenheiten wie Beckengröße, Nutzungshäufigkeit und Wassertemperatur abgestimmte Wasseraufbereitungsanlage.

Ob dieses System jederzeit und ohne Probleme rund läuft, hängt entscheidend von einem Gerät ab, das meist eher unbeachtet und im Verborgenen arbeitet: der Schwimmbadpumpe. Denn wie bei einem Auto der Motor ist die Pumpe das Herzstück der gesamten Wassertechnik. Und in beiden Fällen gilt: Wer hier knausert, spart definitiv an der falschen Stelle.

Schließlich ist die Pumpe verantwortlich für den gesamten Umwälzkreislauf, der durch den regelmäßigen Wasseraustausch und das Zuführen des Wassers in den Filter und das Drücken durch das Filtermedium ganz entscheidenden Einfluss auf die Wasserqualität hat. Und dazu muss sie ausreichend dimensioniert sein.

Eine Schwimmbadpumpe hat zwei Funktionen zu erfüllen: Sie saugt auf der einen Seite das durch den Einsatz im Becken verschmutzte Wasser über die Skimmer, die Bodenabläufe oder den Überlaufbehälter an und presst es auf der anderen Seite wieder aus dem Pumpengehäuse heraus in Richtung Filter. Positiver Nebeneffekt: Indem die Pumpe diese wichtigen Aufgaben erfüllt, verwirbelt sie das Wasser im Becken und sorgt so auch für die gleichmäßige Verteilung der Wasserdesinfektionsmittel.

Selbstansaugende Pumpen sind Standard

Bei privaten Schwimmbädern haben sich für das erfolgreiche Erledigen dieser Aufgaben die sogenannten selbstansaugenden Pumpen fast vollständig durchgesetzt. Der große Vorteil dieser Konstruktionen: Selbstansaugende Pumpen können im Gegensatz zu den in anderen Bereichen verbreiteten, normalsaugenden Pumpen nicht nur Wasser, sondern auch Luft transportieren. Dieses Merkmal ist vor allen Dingen dann wichtig, wenn der Pool-Besitzer den Einsatz eines hydraulischen Beckenreinigers plant oder die Pumpe an einer Stelle eingebaut werden soll, die höher ist als die Oberkante des Beckens.

Denn normalsaugende Pumpen können zwar auch ansaugen, benötigen dazu aber immer eine vollständig mit Wasser gefüllte Saugleitung. Kommt Luft ins System, bricht die Saugleistung in sich zusammen. Ihr Einbauort muss sich also zwangsläufig unterhalb der Wasseroberfläche befinden, während selbstansaugende Pumpen ihr Domizil auch oberhalb der Wasserlinie beziehen können.

Der Fachbegriff für die in der Schwimmbadtechnik zum Einsatz kommenden, selbstansaugenden Pumpen ist übrigens "einstufige Kreiselpumpe". Einstufig heißt, dass ein einzelnes, meist aus Kunststoff gefertigtes Laufrad das Wasser in der Pumpe auf Touren bringt. Und Kreiselpumpe ist gleichbedeutend mit dem sogenannten hydrodynamischen Förderprinzip. Klingt kompliziert, lässt sich aber ganz einfach anhand einer Alltagsbeobachtung nachvollziehen: Wenn man mit seinem Löffel in einem Wasserglas rührt, steigt die Flüssigkeit am Rand nach oben - je schneller man rührt, umso höher. So ähnlich verhält es sich auch mit der Kreiselpumpe: Je höher die Drehzahl oder je größer der Durchmesser des Laufrads, umso mehr nimmt der Druck zu. Und je höher die Durchgangsbreite der Pumpe, umso größer ist der Volumenstrom.

Filterkorb regelmäßig reinigen

Apropos Drehzahl: Die Elektromotoren in den Schrittmachern rotieren mit fast 3000 Umdrehungen pro Minute. Da können Haare, Fasern oder anderer im Wasser mitgeführter Unrat verheerende Folgen haben. Deshalb verfügen die Pumpen über einen Siebkorb, der groben Schmutz zurückhält. Damit dieser Behälter nicht verstopft und in der Folge den Wasserstrom in die Pumpe behindert, sollte man ihn regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls reinigen. Faustregel: Einmal pro Woche sollten Pool-Besitzer eine Sichtkontrolle machen, damit sie den richtigen Zeitpunkt für das Entleeren und Saubermachen nicht verpassen.

Hilfreich dabei: Einige Pumpen haben einen transparenten Deckel, der eine Sichtkontrolle des Siebkorbs ermöglicht, ohne dafür das meist aus Kunststoff gefertigte Pumpengehäuse öffnen zu müssen. Neben der regelmäßigen Reinigung des Siebkorbs sind vor allen Dingen zwei Punkte für das reibungslose Funktionieren der Schrittmacher entscheidend: Der richtige Einbauort und die sachgemäße Verrohrung.

Grundsätzlich gilt: Saug- und Druckleitung sollten so kurz wie möglich sein, damit das Ansaugverhalten der Pumpe optimal ist. Es empfiehlt sich also ein Einbauort in der Nähe des Pools. Wichtig ist außerdem, die Pumpe ausreichend zu belüften, damit sie nicht überhitzt, und sie schwingungsisoliert aufzustellen, damit sich kein Körperschall übertragen kann. Und wie jedes mit Wasser gefüllte Gerät reagieren Schwimmbadpumpen außerdem empfindlich auf Frost.

Zusammengefasst lässt sich also sagen: Die Pumpe ist ideal aufgehoben an einem warmen, gut belüfteten und für die regelmäßig notwendigen Reinigungs- und Wartungsaufgaben leicht erreichbaren Platz in der Nähe des Beckens. Für die Verrohrung gilt: Wichtig sind die ausreichende Dimension, möglichst kurze Rohre und wenig bis keine Verwinkelungen, die den Widerstand im System erhöhen. Wer alle diese Tipps beherzigt, beschert seiner Pumpe ein langes Leben - und sich selbst jederzeit einladendes Pool-Wasser.