Schwimmbadpumpen: Die Kraftwerke

Der Filter gilt gemeinhin als das Herzstück des Schwimmbades. Doch tatsächlich ist er noch von einem anderen Teil abhängig, das seine Funktionsfähigkeit erst herstellt: die Schwimmbadpumpe. In jedem Beitrag über die Schwimmbadtechnik ist zu lesen: Das Schwimmbadwasser befindet sich in einem Umwälzkreislauf. Wie sollte aber der Kreislauf funktionieren, wenn er nicht durch die Pumpe in Schwung gehalten wird? Wie sollte der Filter das abgebadete Wasser bekommen, wenn nicht durch die Pumpe?

Womit die erste Aufgabe einer Schwimmbadpumpe benannt wäre: nämlich dem Filter das Wasser zuzuführen. Die Pumpe drückt das Wasser durch den Filtersand oder Filterkerzen und gewährleistet so, dass die Filterung des Wassers durchgeführt werden kann. Die Pumpe besteht deshalb aus einer Saugseite, auf der sie das Wasser ansaugt, und einer Druckseite, auf der das Wasser in den Filter hineingedrückt wird. Bei den heutigen Schwimmbadpumpen handelt es sich deshalb meist um sog. "selbstansaugende" Pumpen, die das Wasser ansaugen und dann durchs Gehäuse in den Filter pressen.

Dies funktioniert auch in der Regel, vorausgesetzt, die Pumpe bekommt eine faire Chance, das Wasser ansaugen zu können. Wenn's nicht funktioniert, gibt's dafür viele Gründe: Die Entfernung zum Becken ist zu groß, mehrere Winkel reduzieren die Ansaugleistung, die Höhenunterschiede sind zu groß, oder die Sauganschlüsse sind zu klein oder zu groß. Der Umkehrschluss daraus ist aber nicht erlaubt, nämlich einfach ein Loch neben dem Becken graben, wenn's ein Freibecken ist, und Filter mit Pumpe hineinstellen. Denn die Pumpe braucht Luft zur Kühlung. Bekommt sie diese nicht, brennt sie irgendwann durch. Nass werden darf sie auch nicht. Und Frost mag sie ebenfalls nicht. Wenn die Technik in einem Schacht oder etwas ähnlichem neben dem Becken untergebracht ist, sollte man im Winter die Pumpe ausbauen und geschützt lagern. Besser ist: Filter und Pumpe sind an einem sicheren und warmen Platz in der Nähe des Beckens untergebracht. Ganz wichtig ist, dass beide in ihrer Leistung abgestimmt sind, wobei eine bestimmte Pumpengröße mit verschiedenen Filtergrößen kombiniert werden kann.

Was gehört nun alles zu einer Schwimmbadpumpe? Neben dem Gehäuse natürlich der Motor, der die Pumpe antreibt. So ein Motor leistet etwa 1500 bis 3000 Umdrehungen pro Minute. Weiterhin ist ein Siebkorb dringend notwendig, denn im Beckenwasser schwimmen nicht nur feinste Substanzen und Organismen, um die sich der Filter kümmern wird, sondern auch handfestere Sachen: Sand vom Beckenboden, Blätter und Dreck bis hin zu Insekten und kleinem Spielzeug. Das darf nicht in die Filteranlage hinein und muss deshalb vorher von einem Sieb abgefangen werden.

Zur weiteren unverzichtbaren Ausstattung gehören ein Saug- und ein Druckstutzen, ein Gehäusedeckel, Schaufeleinsatz, Laufrad, Motorwelle und natürlich die Gleitringdichtung. Letztere ist wichtig, um den Motor trocken zu halten. Wenn nun das Wasser zu viel Sand mit sich führt, kann die Dichtung Schaden nehmen, und die Pumpe gibt ihren Geist auf. Als Material findet man Kunststoff, Grauguss oder Bronze.

Oft verrichten noch weitere Pumpen in der Prozessstrecke ihren Dienst. Denn nach dem Filter werden - jedenfalls bei den richtigen Privatbädern, bei öffentlichen Bädern sowieso - dem gefilterten Wasser einige Chemikalien wie z.B. Chlor, pH-Korrektur- oder Flockungsmittel zugegeben. Und auch hier werden Pumpen benötigt, um die Chemikalie anzusaugen und in den Wasserkreislauf einzuimpfen, wobei diese natürlich nur ein Bestandteil der Dosieranlage ist. Bei diesen Pumpen kommt es sehr auf die präzise Funktion und Steuerung an, da die Chemikalienzugabe nur in der richtigen Dosierung und richtigen Zeitabständen erfolgen darf. Deswegen sind die Pumpen meist in dem System der Mess- und Regeltechnik eingebunden.

Noch eine weitere wichtige Aufgabe hat die Pumpe: die Verteilung des Chlors. Bei der Desinfektionsmittelzugabe ist man natürlich an eine möglichst gleichmäßige Verteilung im Beckenwasser interessiert. Eine Pumpe verwirbelt das Wasser und damit auch das Chlor, so dass es gleichmäßig im Becken verteilt wird.