Ozonverfahren: Geballter Sauerstoff

Schon seit langem kommt Ozon im industriellen Bereich in vielerlei Formen zum Einsatz. Einige Wasserwerke könnten ohne die Ozonbehandlung des Rohwassers kein einwandfreies Trinkwasser mehr liefern. Brunnenbetriebe dürfen für die Desinfektion von Mineralwasser keine anderen Stoffe als Ozon verwenden. In der Medizin wird Ozon zur Beschleunigung der Wundheilung eingesetzt. Zahnmediziner setzen Ozon bei Kiefernoperationen ein. Und natürlich ist Ozon seit langem ein bewährtes Desinfektionsmittel in der Schwimmbadwasseraufbereitung. In öffentlichen Bädern sowieso, und für Therapiebecken ist Ozon sogar vorgeschrieben. Zunehmend werden Kleinozonanlagen auch fürs private Schwimmbad angeboten.

Was ist überhaupt Ozon? Die Luft, die wir atmen, besteht zu etwa 78% aus Stickstoff und zu 21% aus Sauerstoff. Ozon ist also nichts anderes als eine andere Form des Sauerstoffs. Während ein Teilchen Sauerstoff aus zwei Sauerstoffatomen besteht, setzt sich das Ozonmolekül aus deren drei zusammen. Der zweiatomige Sauerstoff bildet in der Luft den Normalfall. Natürliches Ozon ist in der Luft nur sehr gering enthalten. Die drei Atome müssen also mit Energieaufwand zusammengebracht werden.

Aufgrund des hohen Energieanteils neigt Ozon dazu, unter Abgabe von Energie wieder zu Sauerstoff zu zerfallen. Auf dieser Tatsache beruhen zwei wichtige Eigenschaften des Ozons: seine hohe Oxidationskraft, die auf die besonders große Reaktionsfähigkeit des Sauerstoffs zurückzuführen ist, und der Zerfall des Ozons ohne unerwünschte Rückstände. Da es sehr schnell zerfällt, kann es weder in Flaschen transportiert noch anderweitig gelagert, sondern muss direkt beim Verbraucher erzeugt werden.

Dabei werden zwei Elektroden durch ein Glas und einen Luftspalt voneinander getrennt. An die Elektroden wird eine hohe Wechselspannung von mehreren 1000 Volt angelegt. Durch den Luftspalt wird dann ein Gasstrom geleitet, der aus Luft, mit Sauerstoff angereicherter Luft oder aus reinem Sauerstoff besteht. In dem Gasstrom kommt es zu einer stillen elektrischen Entladung.

In der Schwimmbadtechnik wird das Ozon über eine Vermischeinrichtung dem bereits gefilterten Beckenwasser zugegeben. Eine Bypass-Pumpe führt einen Wasserteilstrom über einen Injektor, der Ozon ansaugt und eine Vermischung des Ozon-Luftgemisches mit dem Umwälzwasser bewirkt. Im Ozon-Reaktionsbehälter erfolgt die Desinfektion bzw. Oxidation des Umwälzwassers, wobei eine Kontaktzeit des Wassers mit dem Ozon von mehr als drei Minuten erforderlich ist. Damit der Restozongehalt im Beckenwasser nicht die vorgeschriebenen 0,05 mg/l übersteigt, ist bei einigen Geräten ein Aktivkohlefilter nachgeschaltet. Auf diesen kann bei Geräten mit geringer Ozonleistung auch verzichtet werden. Bei Privatschwimmbädern sind Anlagen mit einer Ozonproduktion von etwa 10 g/h völlig ausreichend.