
Die Mess- und Regeltechnik ist dabei ein Kernstück innerhalb der Wasserpflege. Natürlich kann man sie auch per Hand durchführen und sollte dies auch von Zeit zu Zeit tun, d.h. auch mal den pH-Wert und den Chlorgehalt selbst bestimmen und nicht nur der Technik vertrauen, um ein Gefühl für die richtige Wasserpflege zu bekommen. Aber die automatische Kontrolle ist auf Dauer besser, leichter, sicherer und zuverlässiger. Auch wenn sie natürlich bei den Investitionskosten stärker zu Buche schlägt. Denn die Automatik hilft letztendlich, Chemie einzusparen und unter geringem Einsatz von Desinfektionsmitteln ein gepflegtes Wasser zu bekommen.
In der Regel sind es heute drei Werte, die auf den Geräten angezeigt werden: pH-Wert, freies Chlor (Chlor eingesetzt wird), sonst der Gehalt eines anderen Desinfektionsmittels, und das Redoxpotential. Der pH-Wert ist eine Maßzahl, die aussagt, wie sauer oder alkalisch ein Wasser reagiert. Der Wert pH 0 steht für stark sauer, pH 7 für neutral und pH 14 für stark alkalisch. Poolwasser sollte idealerweise im Bereich von pH 7 bis 7,4 liegen. Denn je höher der pH-Wert, also je alkalischer das Wasser ist, desto weniger verträglich ist es für Haut und Augen, und es kommt zu unangenehmen Reizungen. Außerdem nimmt die Wirkung des Desinfektionsmittels bei zu hohem pH-Wert ab.
Aber auch das andere Extrem ist ungünstig: Je weiter der pH-Wert unter 7,0 liegt, desto aggressiver wirkt das Wasser auf Metallteile oder Fliesenfugen. Liegt der pH-Wert außerhalb des optimalen Bereichs, muss er nachreguliert werden. Je nach Anforderung und Zustand entweder mit pH-senkenden oder pH-hebenden Mitteln. Die pH-Senker sind Säuren. Als pH-Senker eignen sich Natriumhydrogensulfat, Schwefelsäure, Salzsäure und Kohlendioxid. Zur Anhebung sind Natronlauge, Soda und Natriumhydrogenkarbonat geeignet. Wichtig ist, dass die pH-Wert-Einstellung möglichst kontinuierlich, am besten mit einer Dosierpumpe erfolgt, um eine ausreichende, richtige Durchmischung mit dem gesamten Beckenwasser zu erreichen. Deshalb bietet sich hier eine entsprechend leistungsfähige Dosiertechnik an, die auch die meisten Anbieter von Schwimmbadtechnik im Programm haben. Der pH-Wert kann dann ständig über die Mess- und Regeltechnik abgerufen werden. Außerdem geben die Dosierpumpen nur dann Chemikalien in den Aufbereitungskreislauf ab, wenn tatsächlich Bedarf besteht. Unter- oder Überdosierungen sind damit praktisch ausgeschlossen.
Der zweite Messwert ist der Chlorgehalt. Bekanntlich kann aus hygienischen Gründen auf eine permanente Desinfektion des Schwimmbadwassers nicht verzichtet werden. Deshalb sollte im Wasser immer ausreichend Desinfektionsmittel, entweder Chlor oder ein chlorfreies Pflegemittel, vorhanden sein. Die Mittel auf Chlorbasis liegen im Beckenwasser als unterchlorige Säure vor, von der die eigentliche desinfizierende Wirkung ausgeht, und deren Salze, die Hypochlorite. Die unterchlorige Säure und das Hypochlorit bilden zusammen das freie Chlor. Mit den stickstoffhaltigen Verbindungen, die von den Badenden zwangsläufig ins Wasser eingebracht werden, reagiert Chlor zu Chloraminen, dem sog. gebundenen Chlor. Chloramine riechen stechend und reizen Haut und Schleimhäute. Daher ist es das Ziel der Wasserpflege, die Bildung von Chloraminen nach Möglichkeit zu vermeiden. Ein Gehalt von 0,3 bis 0,6 mg/l freies Chlor sollte ständig im Wasser vorhanden sein.
Eine dritte Angabe, die sich oft auf den Geräten findet, ist die Redoxspannung. Was bedeutet das? Vereinfacht ausgedrückt ist die Redoxspannung ein indirekter, aber doch relativ sicherer Maßstab für die Oxidations- und Desinfektionskraft von gechlortem Wasser. Zu beachten ist, dass sich die Spannung mit dem pH-Wert ändert. Faustregel: Bei einem pH-Wert von 6,5 bis 7,5 sollte die Redoxspannung etwa 750 mV betragen.
Schwimmbad & Sauna 11/12-2005
In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen 31 Mess- und Regelgeräte mit detaillierten technischen Daten vor.