
Auch den Besitzern von Privatschwimmbädern wird mittlerweile ein interessantes Angebot an Elektrolyseanlagen für den eigenen Pool geboten. Chlor aus Salz ist eine Alternative zur Verwendung von Chlorbleichlauge aus Kanistern oder Chlortabletten. Durch Elektrolyse kann aus einer wässrigen Salzlösung Chlorgas erzeugt werden. Außer Chlor entstehen hierbei auch zwangsweise Wasserstoff und Natronlauge (NaOH).
Für das Schwimmbad gibt es eine Reihe von Verfahren, die nach dieser Methode funktionieren. Am einfachsten ist es, dem Beckenwasser Salz zuzugeben und diese künstlich angesetzte "Sole" an einem Elektrodenpaar unter Gleichspannung zu setzen. Für diese Elektrolysegeräte wird in der Regel eine Salzkonzentration von ca. 4 g pro Liter benötigt. Die bei der Filterrückspülung auftretenden Salzverluste müssen wieder nachgefüllt werden.
Bei diesen im unteren Preissegment angebotenen Geräten ist zu beachten: Im Wasser schwimmen neben den für die Elektrolyse erforderlichen Natrium- und Chlor-Ionen auch Calcium- und Hydrogencarbonat-Ionen. Diese bewegen sich genauso zum Plus- oder Minuspol und werden dort ebenfalls entladen. Für die Elektroden stellt dies eine Belastung dar. Sie müssen deshalb gereinigt werden, da sonst der Stromfluss aus der Gleichspannungsquelle nicht mehr aufgebracht werden kann.
Eine andere Methode ist das Membranelektrolyseverfahren. Bei diesem Verfahren sind beide Kammern der Elektrolyse durch eine Kunststoffmembran voneinander getrennt. Das bietet den Vorteil, dass auch die Produkte der Elektrolyse eindeutig voneinander getrennt werden können. Auf der Anodenseite (Pluspol) kann so von der Rest-Salzlösung das sich bildende Chlorgas separiert werden. Auf der Kathodenseite (Natronlauge) wird das Wasserstoffgas von der Natronlauge separiert.
Auch hier gibt es verschiedene Systeme. Zum einen die Membranelektrolyse mit saurem Elektrolyten. Sie ist gerade für kleine Schwimmbäder geeignet. Die Härtebildner Calzium- und Magnesium-Ionen sowie Eisen und Mangan stören die Elektrolyse nicht. Eine Enthärtungsanlage entfällt bei diesem Verfahren. Es gelangen auch keine unerwünschten Nebenprodukte ins Wasser.
Im oberen Segment sind dann schließlich Membran-Elektrolyseanlagen angesiedelt, bei denen das Prinzip des großtechnischen Membranverfahrens für den Einsatz im Schwimmbad weiterentwickelt wurde. Eine ganze Reihe von Firmen bieten jetzt leistungsfähige Geräte an, die nicht nur im Privat- oder Hotelbad, sondern auch den Leistungsbereich eines öffentlichen Bades abdecken. Die hohe Effizienz in Bezug auf Strom- und Salzeinsatz rechnet sich im Vergleich zu den Betriebskosten einer Chlorbleichlaugen-Dosierung.
Schwimmbad & Sauna 9/10-2005