Chlorverfahren: Durchblick bei der Poolpflege

Wenn von Chlor im Wasser die Rede ist, dann handelt es sich um Verbindungen des Chlors: die unterchlorige Säure und deren Salze, die Hypochlorite. Besonders die unterchlorige Säure, das sog. freie Chlor, hat die gewünschte Desinfektionswirkung.

Es kann nicht oft genug betont werden, dass die erfolgreiche Pflege des Schwimmbadwassers nur durch das Zusammenwirken verschiedener Verfahrensschritte funktioniert, von denen die Desinfektion nur einer ist. Unter Desinfektion versteht man eine möglichst weitgehende Reduktion von Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Viren. Voraussetzung für eine wirksame chemische Wasserpflege ist jedoch der physikalische Teil der Wasseraufbereitung, d.h. eine gut funktionierende Umwälzung, die Filtration und Durchströmung des Beckens. So müssen z.B. Pumpenleistung und Filtergröße gut aufeinander abgestimmt sein.

Eine wichtige Voraussetzung für eine störungsfreie Wasserpflege ist auch die Einhaltung des pH-Werts. Der ideale pH-Wertbereich für Schwimmbadwasser beträgt 7,2 bis 7,6. Da in Deutschland karbonathartes, alkalisches Wasser mit Tendenz zum pH-Wert-Anstieg vorherrscht, ist meist eine pH-Wert-Senkung mit einem entsprechendem Mittel erforderlich. Der pH-Wert beeinflusst auch die Desinfektionswirkung der Chlorprodukte. Denn mit zunehmendem pH-Wert nimmt der Anteil an freier unterchloriger Säure ab. Die DIN 19643 fordert einen Gehalt von mindestens 0,3 mg/l freiem Chlor, unabhängig vom pH-Wert innerhalb des Bereichs 6,5 bis 7,6. In Hallenbädern genügt meist ein Zusatz von 0,2 g (Nachtbetrieb) bis 0,5 g (Stoßbetrieb) Chlor je Kubikmeter umgewälzten Wassers, um den geforderten Restchlorgehalt aufrecht zu erhalten. In Freibädern kann allerdings die erforderliche Dosiermenge ein Vielfaches von diesem Wert betragen, denn das Chlor wird nicht nur durch die Verschmutzungsstoffe aufgezehrt, sondern auch durch die Sonneneinstrahlung.

Ein weiterer Punkt bei der Wasserpflege ist das Verhüten von Algenwachstum. Entsprechende Mittel gehören heute zum festen Bestandteil der für die Wasserpflege notwendigen Präparate. Bei größeren Algenproblemen können spezielle Algizide zugegeben werden. Im Laufe der Zeit kommt es durch die Wasserpflegemittel auch zu einer Anreicherung von Salzen im Wasser. Deshalb ist regelmäßig Frischwasser ins Beckenwasser nachzufüllen. Und zwar nicht zu wenig. Die DIN 19643 schreibt für öffentliche Bäder 30 Liter pro Badegast und Tag vor. So viel muss es im Privatpool nicht unbedingt sein, aber die Bedeutung von genügend Frischwasser wird häufig unterschätzt.

Ein weiteres, nur selten beachtetes Thema ist das der Flockung. Worum handelt es sich dabei? In das Beckenwasser gelangen nicht nur sichtbare Verschmutzungsstoffe wie z.B. Haare, sondern auch für das Auge unsichtbar verteilte, sog. Kolloide, wie Bakterien, Keime, Körperfette etc. Diese feinstverteilten Verschmutzungen können oft durch den Filter nur unvollständig zurückgehalten werden. Deshalb setzt man dem Wasser vor der Filtration ein sog. Flockungsmittel zu. So werden diese feinstverteilten Stoffe in die sich bildenden Flocken eingebunden, damit sie im Filterbett zurückgehalten werden. Die Dosierung des Flockungsmittels muss kontinuierlich erfolgen. In diesem Zusammenhang sei auch nochmal die zwingend notwendige und regelmäßige Filterrückspülung genannt. Diese sollte spätestens nach einwöchiger Betriebszeit durchgeführt werden. Nur dann ist sichergestellt, dass die angesammelten Schmutzteilchen aus dem Filter entfernt werden und dieser weiterhin einwandfrei funktionieren kann.