
Vor einigen Jahren waren die UV-Geräte noch relativ teuer. Das hat sich in den vergangenen Jahren, bedingt auch durch den Trend zu alternativen Wasserpflegeverfahren, geändert. Heute werden eine Reihe preiswerter Geräte am Markt angeboten. Ab etwa 1000 Euro sind heute Anlagen im einschlägigen Fachhandel zu bekommen. Zu beachten ist aber, dass das UV-Gerät in der Umwälzstrecke des Pools integriert wird und nur dort für eine weitestgehend sichere Entkeimung des durchfließenden Wassers sorgt. Im Becken selber, auf den Fliesen und Folien, in der Rohrleitungsstrecke und im Filter kann die Kraft der UV-Strahlen nicht wirken. Es muss also, wenn auch im geringen Maße, ein Desinfektionsmittel, entweder Chlor oder Alternativen, zugegeben werden. UV-Anlagen reduzieren also den Einsatz von Desinfektionsmittel, ersetzen ihn aber nicht vollständig.
Da im Privatschwimmbad die Belastung und damit die Chlorzehrung nur gering ist, sind Einsparungen bis zu 70% möglich. Die Technik wendet sich deshalb vor allem an Besitzer anspruchsvoller Schwimmbäder, die den Einsatz von Chlor nicht ablehnen, aber soweit wie möglich reduzieren wollen. Zu beachten ist, dass die Investitionen in die Aufbereitungstechnik insgesamt etwas ansteigen, nicht nur durch den Kauf des UV-Geräts. Denn die gesamte Aufbereitungstechnik muss zusammenpassen. Mit einem billigen Baumarktfilter in Kombination mit einem UV-Gerät dürfte keine gute Aufbereitungsleistung zu erzielen sein.
Die UV-Anlage besteht in der Regel aus einem Edelstahl-Gehäuse mit Schaltkasten, in dem ein Betriebsstundenzähler eingebaut ist, eine Kontroll-LED für den UV-Brenner und der Abgang für eine externe Alarmanlage. Im Innern befindet sich die Quarzröhre und darin der eigentliche Brenner. Die Brenndauer liegt heute bei etwa 8000 bis 9000 Betriebsstunden, je nach Nutzung. Ein Brenner ist in der Regel nach etwa drei Jahren auszutauschen, was vom Schwimmbad-Fachhändler problemlos durchzuführen ist.
Das UV-Gerät wird hinter dem Filter im sog. Reinwasserstrom eingebaut. Das zuvor aufbereitete Wasser läuft durch die UV-Röhre und wird durch die Bestrahlung keimfrei gemacht. Erzeugt wird die UVC-Strahlung durch eine Quecksilber-Niederdrucklampe. Der Vorteil bei dem Verfahren: Die Wasserzusammensetzung bleibt unverändert, d.h. die UV-Strahlen töten die Keime ab, aber der Mineralgehalt des Wassers ändert sich nicht. Nachteil an dem Verfahren: Die Desinfektionsleistung der UV-Röhre kann nicht direkt gemessen werden, sondern nur indirekt über die Wasserwerte. Deshalb empfiehlt sich etwa alle vier Wochen zusätzlich eine Stoßchlorung.
Beachten sollten Poolbesitzer auch, dass der Filter möglichst lange läuft. Bei einem 50 m3-Becken und 6 bis 8 m3 Umwälzleistung wird der Beckeninhalt in sechs bis acht Stunden einmal komplett umgewälzt. Bei zu kurzen Filterlaufzeiten wird aber nicht alles Wasser vom Filter und danach von der UV-Anlage vollständig erfasst. Die Folge: Es verkeimt. Und dann kann die UV-Anlage das verkeimte Wasser nicht erfassen. Die Filterlaufzeit sollte deshalb etwa zwölf Stunden pro Tag betragen. Klar ist: Die UV-Technik ist vor allem fürs private Schwimmbad geeignet und eine Ergänzung zu den herkömmlichen Desinfektionsverfahren. Da es eine sichere, ausgereifte und von der Handhabung problemlose Technik ist, entlastet sie die Bauherrn bei der Wasserpflege, wobei dies nicht zum Trugschluss führen sollte, dass die Wasserpflege überflüssig geworden ist. Die Zugabe eines Desinfektionsmittel zur Depotwirkung und die pH-Korrektur müssen also auch nach wie vor erfolgen.
Schwimmbad & Sauna 3/4-2006