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Artikel aus Schwimmbad & Sauna 01/02-2010.
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Hygienisches Beckenwasser ist die Voraussetzung für ein sorgloses Badevergnügen. Bei der Reinigung durchläuft das Wasser verschiedene Aufbereitungsstufen bevor es wieder ins Becken gelangt und der Kreislauf von Neuem beginnt.
Auch wenn es fürs Auge meist nicht sichtbar ist: Badende tragen Keime und organische Substanzen wie Haare, Hautschuppen und Kosmetika in das Schwimmbadwasser ein. Auch hineinfallende Partikel wie Staub, Blätter und Insekten verunreinigen das Wasser. Bei der Behandlung des Schwimmbeckenwassers handelt es sich um einen Kreislaufprozess. Das belastete Beckenwasser wird als Rohwasser der Aufbereitungsanlage zugeführt und nach der Behandlung als Reinwasser wieder in das Becken eingeleitet.
Dazwischen liegen verschiedene Reinigungsstufen: Neben der Flockung, Filtration, pH-Regulierung und Desinfektion spielen auch Frischwasserzugabe, Beckenbodenreinigung und die optimale Beckenhydraulik eine wesentliche Rolle. Nur das optimale Zusammenwirken dieser Komponenten ermöglicht ein einwandfreies Aufbereitungsergebnis.
Optimale Beckenhydraulik entscheidend
Damit die eingetragenen Belastungsstoffe sich nicht im Schwimmbecken ansammeln, müssen sie so schnell wie möglich in die Aufbereitungsanlage gelangen. Gleichzeitig muss sich das aufbereitete und desinfizierte Wasser schnell und gleichmäßig im Schwimmbecken verteilen. Für die Abführung des abgebadeten Wassers gibt es zwei Möglichkeiten: Skimmer oder Überlaufrinnen. Bei Becken mit einem Oberflächenreiniger - dem Skimmer - wird das abgebadete Wasser punktuell abgeführt. Bei Schwimmbecken mit umlaufenden Überlaufrinnen wird das stark belastete Oberflächenwasser schnell und gleichmäßig in den Schwallwasserbehälter geleitet und dort gesammelt. Der Schwallwasserbehälter dient also als Zwischenspeicher für Wasser, das vom Schwimmbecken zur Wasseraufbereitung fließt. Außerdem wird frisches Wasser aus der Trinkwasserleitung, das Füllwasser, zugegeben. Der Schwallwasserbehälter nimmt Wasserschwankungen auf und bevorratet Wasser, das für die Filterrückspülung notwendig ist. Da sich die Verschmutzungen im Wasser an den Wänden des Speicherbeckens absetzen und dort als Nährstoffe für Mikroorganismen zur Verfügung stehen, sollte der Schwallwasserbehälter regelmäßig gereinigt werden. Denn mögliche Verkeimungen würden den Reinigungskreislauf zusätzlich belasten. Die Aufgabe der Schwimmbadpumpe ist es, dem Filter das Wasser aus dem Schwallwasserbehälter zuzuführen und durch den Filtersand zu drücken. Die Pumpe besteht aus einer Saugseite, auf der sie das Wasser ansaugt, und einer Druckseite, auf der das Wasser in den Filter hineingedrückt wird. Bei den heutigen Schwimmbadpumpen handelt es sich meist um sogenannte "selbstansaugende" Pumpen, die das Wasser ansaugen und es dann durchs Gehäuse in den Filter pressen.
Flockung vor Filtration
Im Schwimmbadwasser befinden sich Schwebstoffe, die so klein sind, dass sie durch den Filter nicht zurückgehalten werden können. Durch Ansammlungen kann sich die Desinfektionswirkung vermindern. Setzt man dem Wasser jedoch vor der Filtration Flockungsmittel zu, bilden sich größere Teilchen. Diese können dann mit anderen Schmutzstoffen vom Filter zurückgehalten werden.
Die gebräuchlichste Bauart bei privaten Schwimmbädern sind Sandfilter. Als Filtermaterial kommt in der Regel spezieller Quarzsand zum Einsatz, an dessen feinen Körnern sich die Schmutzpartikel beim Vorbeifließen des Wassers anlagern. Bei der Bauweise unterscheidet man Ein- und Mehrschichtfilteranlagen. Die preiswerteren Einschichtfilteranlagen verfügen über eine wirksame Filterschicht. Mehrschichtfilter hingegen bestehen aus einer unteren Schicht Sand und einer darüber liegenden Schicht aus Aktivkohle oder ähnlichen Materialien. Beim Durchfließen beider Schichten entziehen Mehrschichtfilter dem Wasser auch feinste Geruchs- und Geschmacksstoffe.
Da in der Filteranlage also der zurückgehaltene Schmutz gesammelt wird, muss der Filter regelmäßig und gründlich gespült werden. Bei der sogenannten Rückspülung wird die Fließrichtung des Wassers umgekehrt und seine Fließgeschwindigkeit erhöht. Es gibt vollautomatische Filteranlagen, welche die Spülung selbstständig durchführen - halb-automatische Anlagen müssen manuell auf Spülen geschaltet werden. Die Rückspülung wirbelt das Filtermaterial auf und die einzelnen Elemente reiben aneinander. So lösen sich die Schmutzpartikel und das vorbeifließende Wasser nimmt sie auf. Ist der Rückspülvorgang beendet, wird das Spülwasser in den Abwasserkanal des Hauses geleitet und durch Frischwasser ersetzt.
Neben der Säuberung des Filters wird dabei auch das Filtermaterial locker und damit funktionsfähig gehalten. Viele hochwertige Filter verfügen übrigens über ein Schauglas, damit der Nutzer sieht, wann das Wasser wieder klar ist und nicht zu lange klarspült. Das verhindert unnötigen Wasser- und Energieverbrauch - schließlich muss das nachgefüllte Wasser erst wieder auf die gewünschte Badetemperatur erwärmt werden. Will man das Schwimmbadwasser über die Hausheizung erwärmen, benötigt man einen Wärmetauscher - unabhängig davon, ob die Beheizung des Gebäudes mit Wärmepumpe, Solarkollektor, Öl- oder Gasheizung erfolgt.
Wassererwärmung mittels Wärmetauscher
Im Wärmetauscher fließen zwei getrennte Kreisläufe gegeneinander: Im primären Kreis befindet sich das warme Wasser, das von der Zentralheizung kommt. Der sekundäre Kreis ist der des Schwimmbeckenwassers, das erwärmt werden soll. Durch eine möglichst dünne Wandung getrennt, werden die beiden Medien so aneinander vorbeigeführt, dass sie Wärme gegenseitig austauschen, ohne dass sich die Medien mischen.
Sofern nötig, wird im nächsten Schritt die pH-Korrektur durchgeführt. Der pH-Wert ist eine Messzahl, die über die saure, neutrale oder alkalische Eigenschaft des Wassers Auskunft gibt. Er ist für die Wasseraufbereitung von wesentlicher Bedeutung, da er unter anderem die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels und die Verträglichkeit des Wassers für Haut, Augen und Werkstoffe beeinflusst. Der pH-Wert muss regelmäßig gemessen und gegebenenfalls durch Zugabe spezieller Produkte korrigiert werden.
Unterschiedliche Desinfektionsarten
Die Desinfektion beziehungsweise Entkeimung des Wassers ist der nächste Schritt in der Wasseraufbereitung. Sie kann durch Chlor oder andere Desinfektionsmittel sichergestellt werden. In der modernen Aufbereitungstechnik ist eine automatische Dosierung kaum mehr wegzudenken. Über eine Dosieranlage werden die entsprechenden Chemikalien in den Wasserkreislauf eingeimpft. Die Zugabe muss stets in der richtigen Dosierung und richtigen Zeitabständen erfolgen. Hierbei ist eine hochwertige Mess- und Regeltechnik entscheidend: Um sehr rasch Defizite der Aufbereitung zu erkennen, werden in regelmäßigen Abständen verschiedene Parameter wie pH-Wert, freies und gebundenes Chlor oder auch die Redox-Spannung bestimmt. So ist bei Bedarf eine schnelle Korrektur möglich, um hygienisch einwandfreies Badewasser zu garantieren. Schließlich gelangt das Reinwasser über Einströmdüsen im Beckenboden oder an den Wänden wieder zurück ins Schwimmbecken - und der Kreislauf beginnt von vorn.
Vollständiger Artikel in Schwimmbad & Sauna 1/2-2010