Inbetriebnahme: Perfekter Check-up für den Pool

Wochen der Hochspannung gehen dem Ende zu: Die Handwerker verlassen die Baustelle, letzte Handgriffe werden noch getätigt und das Wasser ins Schwimmbecken eingelassen. Die Familie freut sich schon auf das erste Bad in ihrem neuen Pool. Doch vorher kommt noch ein ganz entscheidender Punkt, der von den Bauherrn und oft auch von Schwimmbadbauern unterschätzt wird: die Inbetriebnahme. Diese ist wichtig und beeinflusst maßgeblich die künftigen Beziehungen zwischen dem Bauherrn und seinem Schwimmbadbauer. Denn hier zeigt sich nicht nur, ob alles funktioniert. Der Bauherr muss in die Anlage eingewiesen werden, muss die Funktionen verstehen und wissen, dass regelmäßige Wartungsarbeiten durchzuführen sind. Dies gilt auch für eine automatisch arbeitende Schwimmbadtechnik.

Bauherrn, die eine automatisch arbeitende Schwimmbadtechnik erworben haben, sollten unbedingt einen Wartungsvertrag mit ihrem Schwimmbadbau-Unternehmen abschließen. "Mindestens viermal im Jahr muss der Wartungsdienst kommen", weiß Roland Geratz von der Sopra AG aus Erfahrung. "Ein monatlicher Check-up wäre aber noch besser." Die korrekte Inbetriebnahme und eine regelmäßige, sorgfältige Wartung sind die entscheidenden Punkte beim Verkauf. Geratz: "Wir verkaufen Komplettanlagen. Deshalb müssen wir den Service gleich mitverkaufen. Sonst gibt es Probleme mit der Anlage. Und dies fällt auf den Schwimmbadbauer zurück." Denn er haftet nach VOB für die installierte Anlage.

Auf der anderen Seite liegt es im ureigenen Interesse des Schwimmbadbauers und im Sinne einer langfristigen Kundenbeziehung, den Kunden auch über den Tag der Übergabe hinaus an sich zu binden und ihn als Referenz für neue Kunden benennen zu können. Deshalb sollte mit dem Auftrag sofort auch ein Wartungsvertrag abgeschlossen werden, in dem klare Verhältnisse über Zuständigkeiten und Betreiberpflichten geschaffen werden. Natürlich muss bei Altanlagen mit Problemen gerechnet werden, für die der Schwimmbadbauer nichts kann. Wenn beim Bau des Pools z.B. Kupferrohre verwendet wurden, sind Probleme mit der Wasserqualität vorprogrammiert, die ohne den Einbau neuer Leitungen nicht lösbar sind.

"Ein Grundübel, das immer wieder anzutreffen ist", erzählt Roland Geratz, "ist der viel zu kleine Technikraum. Wenn hier nicht ausreichend Platz für die Schwimmbadtechnik geschaffen wurde, ist eine qualifizierte Wartung der Anlage kaum möglich. Ein Kriechgang ist dafür nicht ausreichend." Der Technikraum muss bereits in der Planungsphase des Schwimmbades mit berücksichtigt werden, und er muss ausreichend groß, trocken sowie be- und entlüftet sein.

Zur Wartung gehört die Pflege und Reinigung der Schwimmbadanlage, ein sorgfältiger Check-up mit allen Funktionsprüfungen, die Kontrolle der Wasserwerte mit dem Gehalt an freiem Chlor, Wassertemperatur und pH-Wert. Ob noch genügend Chemikalien vorrätig sind und ob diese richtig gelagert werden. Alle Werte werden auf dem Berichtsbogen dokumentiert. Dazu gehören auch Besonderheiten, die auffällig sind und vermerkt werden müssen. Reklamationen können so besser bearbeitet und die Fehlerursache gefunden werden. So müssen z.B. Impfstellen regelmäßig gewartet werden, ansonsten setzen sie sich durch Kalkausfällungen zu. Gleiches trifft auch für die Motorpumpen zu. Die wichtigsten Daten sind regelmäßig zu dokumentieren.