Steinschwitzbad: Wärme bis auf die Knochen

Steinschwitzbad

  Artikel aus Schwimmbad & Sauna 03/04 2005.
[Direkt bestellen »»]

Die Geschichte der Steinschwitzbäder kann man bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Den Steinschwitzbädern, Schwitzhütten und Ur-Saunen ist das Wärmestrahlungsklima gemeinsam. Unsere Vorfahren nutzten die Räume nicht nur zur Körperreinigung, sondern auch als Heilquelle bei Erkrankungen wie z.B. Rheuma und Rückenbeschwerden.

Das Klima entsteht durch die Wärmestrahlung des Feuers oder durch die Abstrahlung des heißen Steinofens. Die erwärmten Raumwände geben ihrerseits milde Wärmestrahlen ab, so dass der menschliche Körper unterschiedlich stark angestrahlt wird. Sowohl die Holzhütte als auch die Steinhütte speichern die Wärme über einen langen Zeitraum und sorgen für ein gesundes Strahlungsklima.

Das traditionelle Steinschwitzbad wurde durch einen Steinofen mit lose aufgeschichteten Steinen aufgeheizt. Zwischen den Fugen der Steine traten während des Aufheizens Rauchgase aus, die die Holzbalken schwärzten. Das moderne Steinschwitzbad besitzt die selben physikalischen Eigenschaften, nämlich einen großen Steinofen mit viel Speichervermögen und Raumwänden aus Holzbalken oder großen Steinen. Sie speichern die Wärme ebenfalls lange und strahlen diese über einen längeren Zeitraum wieder ab. Der Steinofen ist zudem so konstruiert, dass er von außen beheizt wird und keine undichte Stellen mehr aufweist, aus denen Rauchgase austreten.

Wie funktioniert das Steinschwitzbad physikalisch? Ein Wärmestrahlungsklima entsteht nur dann, wenn die Oberflächentemperaturen des Steinofens und der Raumwände über der Lufttemperatur liegen. Wärmestrahlen werden nur von festen Körpern absorbiert. Die Luft hingegen absorbiert und speichert nur wenig Wärme, so dass die Hautoberfläche stärker als die Luft erwärmt wird. Da Luft für Wärmestrahlen durchlässig ist, entsteht keine heiße Luft, die im Raum umgewälzt werden muss. Im Wärmestrahlungsklima gibt es auch kein Lufttemperaturgefälle wie im Heißluftklima der Sauna. Zur Schaffung eines Wärmestrahlungsklimas sind wärmespeichernde Materialien notwendig, die die Strahlen absorbieren und speichern und zugleich langanhaltende Wärmeabstrahlung gewährleisten.

Wie so ein Steinschwitzbad beheizt wird, und worauf es bei der Lüftung ankommt erfahren Sie in der Ausgabe 3/4-2005 von Schwimmbad & Sauna. Sie erhalten das Heft an Ihrem Zeitungskiosk oder direkt hier.